
Fachkräftemangel und Inklusion gehören zusammen: Das Heinrich-Haus lädt zur Veranstaltung „Fachkraft Inklusiv“ nach Neuwied ein und zeigt, wie Teilhabe in der…
Fachkräftemangel ist in aller Munde, in der Rhein-Mosel-Region genauso wie anderswo. Weniger oft wird dabei gefragt: Wo bleiben eigentlich die Menschen mit Behinderung, wenn Betriebe händeringend Personal suchen? Genau an dieser Schnittstelle setzt eine Veranstaltung an, die das Heinrich-Haus gemeinsam mit weiteren Unternehmen und Kooperationspartnern organisiert. Unter dem Titel „Fachkraft Inklusiv“ geht es am 27. Oktober 2026 im Berufsbildungswerk Neuwied um die Frage, wie Inklusion in Betrieben tatsächlich gelingen kann.
Das klingt erstmal nach einer der vielen Fachveranstaltungen, die es in der Region gibt. Der Ansatz ist aber ein praktischer: Arbeitgeber und Menschen mit Behinderung teilen laut Ankündigung des Heinrich-Hauses ihre Erfahrungen und geben konkrete Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Keine graue Theorie also, sondern Berichte aus erster Hand. Wer schon mal versucht hat, sich in einem neuen Job einzufinden, weiß: Der Unterschied zwischen Konzept und Alltag ist oft groß. Genau da will die Veranstaltung ansetzen und zeigen, wie der Alltag mit Inklusion tatsächlich aussieht.
Wer in Neuwied, St. Katharinen, Höhn, Koblenz, Bendorf oder Kettig unterwegs ist, kennt das Heinrich-Haus vermutlich schon als festen Bestandteil der Sozialstruktur. Nach eigenen Angaben versteht sich das Unternehmen als modernes Sozialunternehmen mit einem vielfältigen Dienstleistungsangebot für Menschen mit Körper-, Lern- und Sinnesbehinderungen sowie geistigen und psychischen Behinderungen — und auch für Senioren. Das Ziel: ganzheitliche, individuelle Rehabilitation und gesellschaftliche Teilhabe der Menschen, die dort leben, lernen und arbeiten.
Das Leistungsspektrum reicht von Schulen über ein Berufsbildungswerk bis zu Werkstätten, Tagesförderstätten, Wohnangeboten, ambulanten Diensten und medizinisch-therapeutischen Leistungen. Genau im Berufsbildungswerk Neuwied, also dort, wo Ausbildung und Übergang in den Arbeitsmarkt eine zentrale Rolle spielen, findet die Veranstaltung „Fachkraft Inklusiv“ statt. Das ist kein Zufall: Wer Fachkräfte von morgen ausbilden will, muss auch die Frage beantworten, wie der Sprung in echte Betriebe gelingt.
Die Veranstaltung im Oktober steht dabei nicht isoliert da. Das Heinrich-Haus hat 2026 unter dem Motto „Vielfalt leben“ ein Jahresthema ausgerufen, das laut eigener Darstellung Vielfalt in Teams, Leistungen und Begegnungen sichtbar machen soll. Mitarbeitende, Leistungsnehmende, Patientinnen und Patienten sowie Angehörige sind eingeladen, sich mit Foto- und Videobeiträgen aus dem Alltag zu beteiligen. Im September fand dazu, wie das Heinrich-Haus berichtet, in allen Einrichtungen der Josefs-Gesellschaft eine Projektwoche unter dem Titel „Vielfalt Leben“ statt.
Auch andere aktuelle Meldungen des Heinrich-Hauses zeigen, wie breit das Thema Teilhabe gedacht wird. So berichtet das Unternehmen etwa über ein Interview mit einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Universität zu Köln, die zum Thema kommunikative Teilhabe unterstützt kommunizierender Erwachsener promoviert. Und in einer weiteren Meldung erzählt ein Bewohner, der seit knapp 60 Jahren im Heinrich-Haus lebt, von seinem Weg — vom ersten E-Rollstuhl bis heute. Solche Geschichten machen deutlich: Teilhabe ist kein einmaliges Projekt, sondern ein langer, kontinuierlicher Prozess.
Man kann jetzt sagen: Das ist eine Fachveranstaltung für Personalverantwortliche und Sozialarbeitende, geht mich als Hörerin oder Hörer von Antenne Koblenz nicht direkt etwas an. Aber ist das wirklich so? Wer im Rhein-Mosel-Gebiet ein Unternehmen führt oder dort arbeitet, merkt den Fachkräftemangel längst im eigenen Betrieb. Und wer genauer hinschaut, erkennt: Inklusion und Fachkräftesicherung sind kein Gegensatz, sondern hängen enger zusammen, als man auf den ersten Blick denkt. Jeder Mensch, der eine passende Aufgabe findet, ist eine Fachkraft weniger, die fehlt.
Neben der großen Linie zeigt ein Blick ins regionale Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Dierdorf, wie viel im September und Oktober sonst noch los ist zwischen Wied und Westerwald — vom Weintreff im Ingelhaus in Isenburg über den Spielenachmittag im Pfarrheim Großmaischeid bis zum Kribbelcher-Fest in Wienau. Das große Thema Inklusion und die kleinen Termine im Dorfkalender haben mehr gemeinsam, als man denkt: Beides lebt davon, dass Menschen sich begegnen und mitmachen.
Wer sich für die Veranstaltung „Fachkraft Inklusiv“ am 27. Oktober im Berufsbildungswerk Neuwied interessiert, findet Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung direkt beim Heinrich-Haus. Und vielleicht ist das ja der Anstoß, den eigenen Betrieb, das eigene Team oder auch nur die eigene Haltung noch einmal neu zu betrachten. Zuhause klingt manchmal nach 98.0 — und manchmal eben auch nach der Frage, wer bei uns in der Region noch Platz findet, mitzuarbeiten.
Update: Es gibt neue Entwicklungen zu diesem Thema:






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Antenne Koblenz
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.