
Ab Oktober sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter. Was der neue Tankrabatt Autofahrern wirklich bringt und wo die Kritik…
Wer regelmäßig zwischen Koblenz und den umliegenden Ortschaften pendelt, kennt den Blick auf die Anzeigetafel an der Tankstelle nur zu gut. Ab Oktober tut sich hier etwas: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt, und das wirkt sich direkt auf den Preis pro Liter aus. Wie focus.de berichtet, hat der Bundestag die Maßnahme im Eilverfahren beschlossen, der Bundesrat billigte das Gesetz am Freitagnachmittag. Damit ist der Weg frei für eine Entlastung, die vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026 gilt.
Konkret sinkt die Energiesteuer um 14,04 Cent je Liter. Weil darauf zusätzlich Mehrwertsteuer anfällt, ergibt sich laut focus.de rechnerisch eine Entlastung von rund 16,7 Cent je Liter für Benzin und Diesel. Im Bundestag stimmten 434 Abgeordnete dafür, 128 dagegen – eine deutliche Mehrheit also.
Was heißt das für den eigenen Geldbeutel? Focus.de rechnet vor: Ein durchschnittlicher Pkw mit 7,4 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer und einer Jahresfahrleistung von 12.500 Kilometern kommt in den drei Monaten Oktober bis Dezember auf rund 231 Liter. Macht am Ende eine Ersparnis von etwa 39 Euro. Wer mehr fährt oder ein durstigeres Auto bewegt, spart entsprechend mehr – bei 30.000 Kilometern im Jahr und 10 Litern Verbrauch sind es laut den Modellrechnungen von focus.de bis zu 125 Euro.
Auch für eine einzelne Fahrt zur Tankstelle lässt sich das nachrechnen. Bei 50 Litern macht die Entlastung von 16,7 Cent je Liter rund 8,35 Euro aus, bei 60 Litern rund 10 Euro. Wichtig dabei, wie focus.de betont: Diese Werte sind Modellrechnungen. Sie gehen davon aus, dass die Steuersenkung vollständig an der Zapfsäule ankommt – und das ist keineswegs garantiert.
Genau hier setzt die Kritik an. Ökonomin Veronika Grimm nannte den neuen Tankrabatt laut focus.de „zynisch“, weil die Maßnahme das Autofahren mit Verbrennungsmotoren auf Kosten der jüngeren Generation subventioniere. Auch ifo-Präsident Clemens Fuest hält den Rabatt für einen Fehler, weil er vor allem Autofahrer erreiche, die sich hohe Spritpreise ohnehin leisten könnten. Ramona Pop vom Verbraucherzentrale Bundesverband bezeichnete die Maßnahme laut focus.de als „teuer, kurzsichtig und wenig zielgenau“.
Ein weiterer Punkt: Wie viel von der Steuersenkung tatsächlich beim Autofahrer ankommt, ist offen. Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission, sagte laut focus.de gegenüber der „Bild“, beim ersten Tankrabatt im Frühjahr seien von 1,6 Milliarden Euro Entlastungsvolumen rund 200 Millionen Euro bei den Mineralölkonzernen hängen geblieben – etwa ein Achtel der eigentlich vorgesehenen Entlastung.
Für den Bund ist die Maßnahme kein Nullsummenspiel. Union und SPD rechnen laut focus.de mit rund 2,485 Milliarden Euro weniger Einnahmen bei der Energiesteuer, hinzu kommen etwa 293 Millionen Euro geringere Umsatzsteuer. Begründet wird das Ganze mit den hohen Kraftstoffpreisen und der Belastung von Bürgern und Unternehmen – eine temporäre Steuersenkung solle den kurzfristigen Preisschock abfedern.
Wer ohnehin an die Zapfsäule muss, kann laut focus.de mit ein bisschen Timing zusätzlich sparen: Der ADAC empfiehlt, möglichst kurz vor 12 Uhr zu tanken, weil steigende Ölpreise erfahrungsgemäß schneller weitergegeben werden als sinkende. Auch ein Preisvergleich zwischen Tankstellen lohnt sich – laut den von focus.de ausgewerteten ADAC-Daten lag der Tagesunterschied beim Diesel zuletzt bei 18,4 Cent je Liter, bei einer 50-Liter-Füllung immerhin 9,20 Euro Unterschied. Eine Extra-Fahrt allein wegen des Preises lohnt sich aber nicht automatisch – der zusätzliche Sprit- und Zeitaufwand kann die Ersparnis schnell auffressen.
Am Ende bleibt: Der Rabatt kommt, das Prinzip ist klar nachvollziehbar. Ob er wirklich in voller Höhe an der Säule ankommt, entscheidet sich erst im Alltag – Tankstelle für Tankstelle, Cent für Cent.






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