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Tankrabatt ab Oktober: Was das für Autofahrer in der Region bedeutet

Ab Oktober sinkt die Energiesteuer auf Sprit: Was der neue Tankrabatt für Autofahrer an Rhein und Mosel wirklich bedeutet und wie der geplante Preisdeckel…

Redaktion
·
30. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Wieder mehr Spielraum an der Zapfsäule

Kennst du das? Du fährst an der Tankstelle vorbei, wirfst einen Blick auf die Preistafel und denkst dir: Muss das wirklich so teuer sein? Ab dem 1. Oktober tut sich zumindest ein bisschen was. Bund und Länder haben einen neuen Tankrabatt beschlossen, der bis zum 31. Dezember gelten soll. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt dafür um rund 14 Cent pro Liter, zusammen mit dem Mehrwertsteuereffekt ergibt sich nach Angaben der Bundesregierung eine rechnerische Entlastung von bis zu 17 Cent je Liter. Bei einer Tankfüllung von 50 Litern wären das maximal 8,50 Euro weniger.

Bundestag und Bundesrat haben den Gesetzentwurf bereits verabschiedet. Auslöser für die Maßnahme sind die stark gestiegenen Kraftstoffpreise infolge des Iran-Kriegs und der Unterbrechung saudischer Öllieferungen, wie t-online berichtet. Für den Staat ist das kein günstiges Vergnügen: Das Bundesfinanzministerium rechnet mit Steuerausfällen von etwa 2,485 Milliarden Euro, die Länder tragen davon die Hälfte.

Wann merkt man den Unterschied im Portemonnaie?

Die spannende Frage für alle, die regelmäßig tanken: Wie schnell kommt der Rabatt tatsächlich an? Tankstellen sind nicht verpflichtet, die Steuersenkung eins zu eins weiterzugeben. Trotzdem zeigt die Erfahrung aus dem ersten Tankrabatt im Mai und Juni, dass die Preise oft schon in der Nacht zum Stichtag fallen, mitunter schon um Mitternacht. Das liegt vor allem daran, dass die Kundschaft genau das erwartet – auch wenn der steuerreduzierte Sprit erst mit Verzögerung in den Tanks der Stationen landet, weil er nur für Kraftstoff gilt, der nach Mitternacht Raffinerien oder Großtanklager verlässt.

Wie das Bayerische Rundfunk-Portal BR24 berichtet, hat der Tankrabatt im Frühsommer die Spritpreise durchaus spürbar gesenkt, wurde aber nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben. Besonders beim Diesel zeigte sich das laut Auswertungen des Münchner Ifo-Instituts: Während die Entlastung bei Super E5 und Super E10 fast komplett an der Zapfsäule ankam, wurden beim Diesel im Schnitt nur 12 Cent pro Liter weitergegeben – deutlich weniger als die 16,7 Cent, um die die Steuer damals sank. Nach Auslaufen des Rabatts Ende Juni zogen die Preise dann wieder an.

Ein Preisdeckel als zweite Maßnahme

Neben dem Tankrabatt haben sich Bund und Länder auch auf einen Spritpreisdeckel verständigt. Er soll spätestens zum 1. Januar 2027 kommen und sich an Modellen aus Luxemburg oder Belgien orientieren, wie BR24 berichtet. Wie genau der Deckel in Deutschland ausgestaltet wird, ist bislang offen. Denkbar wäre eine Orientierung an der Entwicklung der Ölpreise sowie an Transport- und Vertriebskosten. Klar ist laut Bundesregierung nur: Dauerhaft soll er nicht gelten, und die Versorgungssicherheit muss gewährleistet bleiben.

SPD-Fraktionsvize Armand Zorn verwies laut t-online im ARD-„Morgenmagazin“ auf Studien zum ersten Tankrabatt: „Wir reden über 80, 90 Prozent, was weitergegeben wurde.“ Die Kombination aus Tankrabatt, geplantem Preisdeckel und Änderungen im Kartellrecht soll diesmal den Druck auf die Mineralölunternehmen erhöhen, den Rabatt tatsächlich durchzureichen.

Nicht alle sind begeistert

Der Bundesverband Freier Tankstellen befürwortet zwar die Steuersenkung, lehnt einen Spritpreisdeckel aber ab. Der Verband warnt, dass sich Modelle aus Luxemburg oder Belgien wegen anderer Markt- und Versorgungsstrukturen nicht einfach auf Deutschland übertragen lassen. Beim Tankrabatt selbst fordert der Verband außerdem einen Ausgleich für bereits eingelagerte Kraftstoffe, damit Tankstellen nicht auf den Kosten der noch höher besteuerten Ware sitzen bleiben.

Auch aus der Opposition kommt Kritik. Der Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch nannte den erneuten Tankrabatt laut BR24 einen „Wahnsinn“ und verwies darauf, dass sich Konzerne beim ersten Rabatt bereits einen Teil des Geldes selbst eingesteckt hätten. Er plädierte stattdessen für ein direkt ausgezahltes „Energiegeld“ und eine Senkung der Stromsteuer. Ökonomen sehen die Maßnahme laut t-online ebenfalls größtenteils kritisch: Der Rabatt sei teuer und nicht zielgenau, weil er auch Menschen unterstütze, die die Hilfe gar nicht nötig hätten, während Menschen ohne Auto gar nichts davon hätten.

Wie stehen die Deutschen dazu?

Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von „Stern“ und RTL zeigt: 69 Prozent der Befragten befürworten grundsätzlich einen Preisdeckel auf Kraftstoffe, 26 Prozent sind dagegen. Die Zustimmung ist dabei regional unterschiedlich verteilt – in Ostdeutschland liegt sie laut t-online bei 81 Prozent, in Westdeutschland bei 67 Prozent.

Bundeskanzler Friedrich Merz begründete die Entscheidung laut BR24 damit, dass viele Menschen im Alltag auf ihr Auto angewiesen seien und an ihre Belastungsgrenze kämen. Gleichzeitig räumte er ein, dass die rund 2,5 Milliarden Euro Kosten in Zeiten angespannter Haushalte kein Pappenstiel seien.

Was bedeutet das für uns hier an Rhein und Mosel?

Ob Berufspendler zwischen Koblenz und dem Umland, Handwerksbetrieb oder Familie mit vollem Kofferraum auf dem Weg zum Wocheneinkauf – wer aufs Auto angewiesen ist, wird die gesenkten Preise an der Zapfsäule in den kommenden Wochen zumindest ein Stück weit spüren. Wie stark, das entscheidet sich erst, wenn der Rabatt tatsächlich greift und die Mineralölfirmen zeigen, wie viel sie davon weitergeben. Bis Ende Dezember bleibt jedenfalls Zeit, genauer hinzuschauen, wo sich das Tanken gerade lohnt.

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