
Niedrigwasser legt die Rheinfähre Kaub lahm, doch die Fähren Bad Hönningen–Bad Breisig und Linz–Kripp fahren laut SWR weiterhin mit Einschränkungen.
Wer in diesen Tagen auf den Rhein schaut, sieht ihn schmaler und flacher als sonst. Wie der SWR berichtet, fiel der Pegelstand bei Kaub am Wochenende zeitweise sogar auf minus zwei Zentimeter. Noch am Freitag hatte er bei vier Zentimetern gelegen – ein Hinweis darauf, wie schnell sich die Lage gerade ändert. Ein Stand von Null war ursprünglich erst für Sonntag erwartet worden, dann kam es anders.
Das hat Folgen für den Fährverkehr. Laut SWR teilte die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung die aktuellen Zahlen mit. Die Fähre in Kaub, die laut Betreiber Andre Kimpel nur bis zu einem Pegelstand von 15 Zentimetern fahren kann, musste ihren Betrieb einstellen. Wann es dort weitergeht, ist nach Angaben des Fährbetreibers derzeit offen. Der Rhein brauche in nächster Zeit schlicht mehr Wasser – und das sei aktuell nicht in Sicht, so Kimpel gegenüber dem SWR.
Anders sieht es im Unteren Mittelrheintal aus: Wie der SWR berichtet, sind die Fähren zwischen Bad Breisig und Bad Hönningen sowie zwischen Linz und Kripp vom Niedrigwasser aktuell nicht betroffen. Sie fahren weiterhin – allerdings mit Einschränkungen. Wer eine Überfahrt plant, findet die jeweils aktuellen Informationen laut SWR auf den Internetseiten der Fährbetreiber.
Nicht überall läuft es so glimpflich. Rheinaufwärts, in Altrip, wurde der Fährverkehr nach Mannheim wegen des Niedrigwassers zeitweise komplett eingestellt, wie der SWR in einem weiteren Bericht festhält. Dort wurde die Fähre inzwischen technisch aufgerüstet, um wieder fahren zu können.
Dass Niedrigwasser den Fährbetrieb lahmlegt, ist für die Kauber Fähre kein neues Problem. Laut Geschäftsführer Kimpel, zitiert vom SWR, fiel der Betrieb bereits im Sommer zehn Tage lang aus. Die finanziellen Einbußen daraus belaufen sich nach seinen Angaben auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag, hinzu kämen weitere ausgefallene Einzelfahrten.
Schon im Niedrigwasserjahr 2018 seien die Antriebe der Fähre entsprechend umgerüstet worden, so Kimpel laut SWR, damit sie um bis zu 20 Zentimeter angehoben werden können. Seit dem 9. Juli werde diese Möglichkeit genutzt. Für Inhaberinnen und Inhaber von Halbjahres-, Jahres- und Monatskarten gibt es laut SWR eine Ausweichlösung: Sie können in dieser Zeit kostenfrei auf die Verbindungen St. Goarshausen–St. Goar, Bingen–Rüdesheim sowie Ingelheim–Oestrich-Winkel wechseln, wie die Fährgemeinschaft auf ihrer Internetseite mitteilt.
Der Abschnitt bei Kaub zwischen St. Goar und Mainz gilt laut SWR als Nadelöhr im Rhein. Dort erreichten die Pegelstände in diesem Jahr bereits einstellige Werte – historische Tiefststände. Zum Vergleich: Der bisherige Tiefstwert aus dem Jahr 2018 lag bei 25 Zentimetern.
Für alle, die in der Region zwischen Bad Hönningen, Linz und Kaub mit dem Fährticket planen, gilt also: Ein Blick auf die aktuellen Wasserstände und die Internetseiten der Fährbetreiber lohnt sich gerade besonders. Der Rhein zeigt in diesen Wochen, wie unmittelbar Wetter und Alltag hier an seinen Ufern zusammenhängen.
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