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Bubenheim: Der erste Spatenstich ist gemacht

Der Spatenstich für die Ortskernentlastungsstraße in Koblenz-Bubenheim ist erfolgt: Details zu Kosten, Bauzeit und Verkehrsentlastung für den Ortskern.

Redaktion
·
30. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Wochen

Der Spaten ist im Boden

Wer in den letzten Wochen durch Bubenheim gefahren ist, hat es vielleicht schon gesehen: Auf den Feldern nördlich der Ortslage tut sich was. Was wir in einem früheren Beitrag als Ankündigung geschrieben haben, ist jetzt Realität geworden: Die Ortskernentlastungsstraße in Koblenz-Bubenheim hat ihren offiziellen Spatenstich hinter sich. Der rheinland-pfälzische Verkehrsstaatssekretär Markus Wolf hat den symbolischen ersten Griff zum Spaten gesetzt, wie das rheinland-pfälzische Innenministerium mitteilt. Dabei waren neben Wolf auch LBM-Geschäftsbereichsleiter Marc Rauhut, Oberbürgermeister David Langner, Baudezernent Andreas Lukas sowie Vertreter beteiligter Behörden und der Stadtratsfraktionen, wie die Stadt Koblenz berichtet.

Das kennt ihr, oder? Dieses Gefühl, wenn ein Projekt jahrelang nur auf Plänen existiert und plötzlich Bagger rollen. Genau das ist in Bubenheim gerade passiert.

Was sich seit der Ankündigung geändert hat

In unserem früheren Beitrag ging es noch um den geplanten Start in der 41. Kalenderwoche. Jetzt ist der Bau tatsächlich angelaufen, und mit dem Spatenstich liegen auch handfestere Zahlen und Details auf dem Tisch. Nach Angaben der Stadt Koblenz wurden die planerischen Grundlagen für die Ortskernentlastung bereits mit dem Bebauungsplan Nr. 159 geschaffen, der 2005 Rechtskraft erlangte. Ein erster Abschnitt der Entlastungsstraße ist im Zuge der Ansiedlung des Globus-Marktes schon 2014 gebaut worden. Seitdem haben sich die angrenzenden Gewerbegebiete weiterentwickelt, und auch die Nordentlastung L 52 hat das Verkehrsaufkommen verändert. Die Folge: Die Ortsdurchfahrt über die Weißenthurmer Straße und die Malter Straße, die L 127, ist heute entsprechend stark befahren.

Die neue Straße setzt genau hier an. Sie beginnt am bislang nicht weiterführenden vierten Ast des Kreisverkehrs am Globus-Markt, verläuft in westlicher Richtung parallel zu den Hochspannungsleitungen und schließt kurz vor dem Überführungsbauwerk über die A 48 wieder an die bestehende L 127 an. Insgesamt ist die Verbindung rund einen Kilometer lang.

Zahlen, die den Unterschied machen

Wie stark die Entlastung tatsächlich ausfällt, lässt sich inzwischen konkreter beziffern als noch bei der ersten Ankündigung. Nach den vorliegenden Verkehrsprognosen kann die Ortskernentlastungsstraße den Durchgangsverkehr in Bubenheim um bis zu 47 Prozent reduzieren, wie die Stadt Koblenz mitteilt. Das entspricht bis zu rund 1.450 Fahrzeugen pro Tag, die künftig nicht mehr durch die Ortslage fahren müssten. Für die Menschen, die dort wohnen, heißt das vor allem: weniger Lärm, weniger Abgase, mehr Sicherheit und am Ende auch mehr Aufenthalts- und Wohnqualität. Das Innenministerium rechnet insgesamt mit bis zu 5.000 Fahrzeugen täglich, die künftig auf der neuen Straße statt durch den Ort fahren.

Wer früh aufsteht und durch Bubenheim zur Arbeit fährt, kennt das Gefühl, wenn der Verkehr im Ortskern schon morgens stockt. Genau an dieser Stelle soll die neue Straße ansetzen.

Wie die Straße gebaut wird

Baudezernent Andreas Lukas hat beim Spatenstich Details zur Bauweise genannt, die über die bisherigen Informationen hinausgehen. Die rund einen Kilometer lange Straße bekommt demnach eine Fahrbahnbreite von sieben Metern. Parallel dazu entsteht ein zweieinhalb bis drei Meter breiter Geh- und Radweg. Zwischen Fahrbahn und Weg sind Grünflächen vorgesehen. Auch bei der Entwässerung setzt die Stadt auf eine naturnahe Lösung: Fast das gesamte Oberflächenwasser soll dezentral über die Bankette in die angrenzenden Grünflächen geleitet werden, wo es versickern kann.

Die St.-Sebastianer-Straße und die Weißenthurmer Straße werden über neue Einmündungen mit Linksabbiegestreifen an die neue Straße angeschlossen. Dabei wird nur der nördliche Abschnitt der St.-Sebastianer-Straße angebunden, der südliche Teil wird künftig als Stichstraße mit Wendehammer ausgebildet. Insgesamt werden im Zuge der Baumaßnahme rund 14.000 Kubikmeter Boden bewegt. Ein Großteil davon soll aufbereitet und anschließend wieder im Baubereich eingebaut werden. Die Bauzeit veranschlagt die Stadt Koblenz mit rund einem Jahr.

Wer die Rechnung bezahlt

Bei den Kosten gibt es zwischen den beiden offiziellen Quellen leicht unterschiedliche Angaben. Das Innenministerium spricht von Gesamtkosten in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro, wovon Land und Bund zusammen etwa 2,3 Millionen Euro tragen und die Stadt Koblenz weitere rund 2 Millionen Euro investiert. Oberbürgermeister David Langner nennt beim Spatenstich laut Stadt Koblenz Gesamtkosten von rund 3,5 Millionen Euro, bei denen das Land rund 1,6 Millionen Euro fördert und der Bund über ein Sonderprogramm für den kombinierten Weg weitere 720.000 Euro beisteuert. In jedem Fall ist klar: Ohne die Förderung von Land und Bund würde in Bubenheim gerade kein Bagger stehen.

Was das für Bubenheim bedeutet

Verkehrsstaatssekretär Markus Wolf hat beim Spatenstich betont, dass die neue Straße Verkehr aus dem Ortskern herausnehmen, die Anwohnerinnen und Anwohner spürbar entlasten und zugleich die Verkehrssicherheit verbessern soll. Auch für den Verkehr auf der neuen Verbindung selbst gibt es Vorteile: Die Straße wird anbaufrei gestaltet, was einen gleichmäßigeren Verkehrsfluss ermöglicht. Neben ihrer Funktion als Ortsumgehung soll sie außerdem die Erreichbarkeit des Gewerbegebiets Bubenheim verbessern, das derzeit noch über die L 127 und die K 12 mitten durch den Ort angebunden ist.

Zuhause klingt manchmal nach 98.0 — und manchmal auch nach einer Straße, die endlich gebaut wird. Für Bubenheim heißt das jetzt: ein Jahr Bauzeit, dann weniger Durchgangsverkehr vor der eigenen Tür. Wer öfter durch den Ortskern fährt, wird die Baustelle in den kommenden Monaten mitbekommen. Am Ende soll genau das stehen, was viele sich seit Jahren wünschen: ein Bubenheim, durch das man nicht mehr fahren muss, sondern in dem man einfach wohnt.

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