
Ab Oktober rollen die Bagger in Koblenz-Bubenheim: Die neue Ortskernentlastungsstraße soll Durchgangsverkehr verbannen und die Wohnqualität im Ort deutlich…
Wer in Bubenheim wohnt, kennt das Problem seit Jahren: Autos und Lkw rollen mitten durch den Ort, obwohl sie eigentlich nur durchwollen. Damit soll jetzt Schluss sein. Wie das Tiefbauamt der Stadt Koblenz und der Eigenbetrieb Stadtentwässerung mitteilen, beginnen die Ausbauarbeiten für die Ortskernentlastungsstraße Bubenheim voraussichtlich in der 41. Kalenderwoche, also zwischen dem 5. und 11. Oktober. Für den Bau ist eine Bauzeit von rund zwölf Monaten vorgesehen.
Das klingt erst mal nach trockener Bauverwaltung. Ist es aber nicht, wenn man bedenkt, was sich für die Menschen im Ort ändert. Die neue Straße soll die Ortslage Bubenheim vom Durchgangsverkehr befreien und damit die Verkehrssicherheit und die Wohnqualität im Ort deutlich verbessern. Wer schon mal versucht hat, mit dem Kinderwagen an einer viel befahrenen Ortsdurchfahrt die Straße zu überqueren, weiß, warum das kein kleines Detail ist.
Die neue Straße ist ungefähr einen Kilometer lang. Sie startet am bisher ungenutzten Abzweig des Kreisverkehrs „Globus“ und führt westlich an Bubenheim vorbei, wie merkurist.de berichtet. Damit bekommt der Ort quasi eine Umleitung um sich selbst herum – der Verkehr, der bislang mitten durch die Straßen musste, bekommt einen eigenen Weg.
Die neue Trasse kreuzt die St.-Sebastianer Straße und mündet kurz vor der A48-Autobahnbrücke in die bestehende Landstraße ein. Wer von Norden kommt, bekommt einen Anschluss an die neue Ortsumgehung. Wer von Süden aus Bubenheim kommt, landet künftig in einer Sackgasse mit Wendehammer. Klingt erst mal ungewohnt, macht aber Sinn: So bleibt der reine Durchgangsverkehr draußen, während die Anwohner weiterhin problemlos zu ihren Häusern kommen.
Und weil eine gute Straße für Autos allein nicht reicht, entsteht parallel zur Fahrbahn auch ein kombinierter Geh- und Radweg. Wer also lieber mit dem Rad zur Arbeit fährt oder mit dem Hund eine Runde drehen will, bekommt eine eigene sichere Spur. Im Zuge der Arbeiten nutzt die Stadtentwässerung Koblenz die Gelegenheit gleich mit: Teile des Kanalnetzes in der St.-Sebastianer Straße werden erneuert. Praktisch, wenn schon mal die Bagger vor Ort sind.
Ganz billig ist so ein Projekt natürlich nicht. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt den Bau mit 1,61 Millionen Euro, wie merkurist.de berichtet. Für den Geh- und Radweg gibt es zusätzlich 720.000 Euro aus dem Förderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes. Das zeigt: Hier geht es nicht um ein kleines kommunales Nebenprojekt, sondern um eine Maßnahme, die auch überregional als wichtig eingestuft wird.
Offiziell auf den Weg gebracht wurde das Vorhaben bereits Ende September mit einem Spatenstich. Wie die Stadt Koblenz über ihr Bauportal koblenz-baut.de mitteilt, fand dieser im Beisein von Markus Wolf, dem rheinland-pfälzischen Staatssekretär für Verkehr und Mobilität, LBM-Geschäftsbereichsleiter Marc Rauhut, Oberbürgermeister David Langner und Baudezernent Andreas Lukas statt, ebenso mit Vertretern beteiligter Behörden, Einrichtungen und der Stadtratsfraktionen. Ein Termin, der zeigt: Das Projekt hat politisch breiten Rückhalt.
Damit der Verkehr in Bubenheim während der Bauzeit nicht komplett zum Erliegen kommt, gehen die Verantwortlichen das Projekt in zwei Abschnitten an. Zunächst entsteht der größte Teil der neuen Straße – das lässt sich weitgehend ohne größere Eingriffe in den laufenden Verkehr umsetzen. Erst im zweiten Schritt folgt der Anschluss an die L127, die von Bubenheim nach Mülheim-Kärlich führt, sowie an die Weißenthurmer Straße.
Genau in dieser zweiten Phase dürfte es dann spürbarer werden für alle, die durch den Ort fahren. Über die dann notwendigen Verkehrsbehinderungen will die Stadtverwaltung rechtzeitig informieren, wie merkurist.de berichtet. Sie bittet Anwohnerinnen und Anwohner sowie Verkehrsteilnehmer schon jetzt um Verständnis. Wer regelmäßig durch Bubenheim fährt, sollte sich also in den kommenden zwölf Monaten auf gelegentliche Umwege einstellen.
Die Ortskernentlastung Bubenheim ist längst nicht das einzige Bauvorhaben, das die Stadt Koblenz derzeit stemmt. Auf dem städtischen Bauportal koblenz-baut.de finden sich parallel unter anderem die Erschließung des Quartiers am Rauentaler Moselbogen, Straßenbauarbeiten an der Zufahrt der Grundschule Kesselheim und Asphaltarbeiten an der Hochstraße Koblenz-Oberwerth. Wer durch die Stadt fährt, merkt gerade an vielen Ecken: Hier wird gebaut, erneuert, ausgebaut.
Für Bubenheim bedeutet der Start der Arbeiten vor allem eins: In etwa einem Jahr könnte der Ort ein ganzes Stück ruhiger werden. Weniger Durchgangsverkehr, mehr Platz für die, die hier tatsächlich wohnen. Das kennt ihr vielleicht auch aus eurem eigenen Viertel – dieses Gefühl, wenn eine Straße endlich wieder dem Ort gehört und nicht nur den Autos, die durchwollen. Bis dahin heißt es: ein bisschen Geduld, ein bisschen Umweg – und dann, mit etwas Glück, wieder freie Fahrt zum Bäcker um die Ecke.
Update: Es gibt neue Entwicklungen zu diesem Thema:






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