
Koblenz pflanzt bis 2027 genau 261 Bäume und fällt 157 geschädigte. Alle Standorte, Baumarten und Hintergründe zum Stadtgrün-Projekt im Überblick.
Wir hatten es in einem früheren Beitrag schon angekündigt: Koblenz baut sein Stadtgrün um. Jetzt liegen die Details auf dem Tisch — und die lohnen einen zweiten Blick, denn sie zeigen, wie konkret die Stadt plant. Der Eigenbetrieb Grünflächen- und Bestattungswesen will bis zum Frühjahr 2027 insgesamt 261 Bäume neu- oder nachpflanzen. Das ist kein abstraktes Ziel irgendwo in der Verwaltung, das sind reale Straßen, Schulhöfe und Spielplätze, die ihr kennt.
Neue Straßenbäume entstehen unter anderem in der Neverstraße und an der Landesstraße 127. Aber auch Schulen, Spiel- und Bolzplätze, Friedhöfe sowie Grün- und Parkanlagen profitieren von den Pflanzungen, wie die Stadt Koblenz in ihrer Pressemitteilung mitteilt. Wer durch Koblenz läuft, wird die Veränderung also nicht nur an einer Stelle sehen, sondern an vielen gleichzeitig.
Am Wallersheimer Weg entlang des Stabilus-Geländes werden die vorhandenen Linden durch Ulmen der Sorte „New Horizon“ ersetzt. Diese klimaresistente Baumart bekommen auch die Integrierte Gesamtschule Koblenz, der Schartwiesenweg und die Grundschule Arenberg. Insgesamt sind es 23 neue Ulmen, darunter ein besonders großes Exemplar für die Grundschule Arenberg mit einem Stammumfang von 60 bis 70 Zentimetern.
Ein echter Hingucker entsteht am Wallersheimer Kreisel: Dort wächst künftig ein Ring aus neun Texas-Eichen der Sorte „New Madrid“. Die Blätter leuchten im Austrieb rot, teilweise mit dunkellila Ton, wechseln im Sommer zu kräftigem Grün und färben sich im Herbst erneut rötlich. Wer früh zur Arbeit fährt, hat da bald einen Farbwechsel direkt am Straßenrand. Eine weitere Texas-Eiche kommt auf den Spielplatz am Ufer in Neuendorf, ergänzt durch eine Sumpfzypresse und eine Silberweide. Am Hilda-Gymnasium pflanzt man zwei Säuleneichen der Sorte „Fastigiata Koster“, rechtsrheinisch an der Pfaffendorfer Brücke drei Zerreichen.
Die meisten neuen Bäume haben einen Stammumfang von 25 bis 30 Zentimetern. Doch das Stadtbaummanagement setzt an einigen Stellen bewusst auf größere Exemplare. In der Südallee werden acht Linden nachgepflanzt, eine davon mit einem Stammumfang von 50 bis 60 Zentimetern vor der Notzufahrt am Stift.
An der Grundschule Niederberg sollen drei große Bäume — eine Amerikanische Linde, ein Spitzahorn und eine Japanische Rosskastanie — künftig Schatten spenden. Finanziert wird das durch eine Spende des Elternvereins. Auch am Deutschen Kaiser gibt es eine Spende: einen Japanischen Schnurbaum der Sorte „Regent“ mit 40 bis 45 Zentimetern Stammumfang, ergänzt durch einen mehrstämmigen Feuerahorn. Das zeigt, dass Stadtgrün nicht nur eine Verwaltungsaufgabe ist, sondern auch Menschen in der Stadt mitgestalten, wenn ihnen ein Baum am Herzen liegt.
Der neue Uferpark Lützel bekommt 22 Bäume — darunter Herbst-Flammen-Ahorne, Blumen-Eschen und Geweihbäume — dazu zahlreiche Sträucher. Auch die Außenanlagen der Kita Goldgrube werden grüner: Zehn Herbst-Flammen-Ahorne und verschiedene Hartriegel-Sorten sind dort vorgesehen.
Zur Wahrheit gehört auch: 157 Bäume müssen weichen. Gründe sind mangelnde Stand- und Bruchsicherheit, Krankheiten oder fortgeschrittenes Absterben. Am Reichensperger Platz trifft es eine große, das Ortsbild prägende Säulen-Hainbuche, die laut Stadt Koblenz über mehrere Jahre abgängig war. Die Dürre und Hitze in diesem Sommer haben den Absterbeprozess stark beschleunigt, die Krone ist bereits in weiten Teilen abgestorben.
Im Süden der Horchheimer Höhe müssen sechs Bäume entfernt werden, für den Bau der neuen Kleingärten im Schartwiesenweg weitere zwölf Gehölze. Das klingt erstmal nach Verlust — ist aber Teil eines Plans, der auf Dauer ein widerstandsfähigeres Stadtgrün schaffen soll. Wer draußen unterwegs ist, hat ja selbst gesehen, wie viele Bäume die letzten heißen Sommer nicht gut weggesteckt haben.
Wie der ben-kurier berichtet, stehen die vollständigen Listen aller Fällungen und Neupflanzungen auf der Internetseite der Stadt zum Herunterladen bereit. Wer genau wissen will, was vor der eigenen Haustür passiert, findet dort die Details.
261 neue Bäume sind kein Selbstzweck. Sie sind eine Investition in Schatten an heißen Tagen, in Luft, die man in der Stadt noch gern einatmet, und in ein Koblenz, das in zwanzig Jahren noch grün sein will. Schaut beim nächsten Spaziergang mal genauer hin — vielleicht steht an eurer Ecke schon bald eine Texas-Eiche oder eine neue Ulme.






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