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Zehn Jahre Saitenzauber: Die „Nacht der Gitarren“ macht Station im Café Hahn

Zehn Jahre „Nacht der Gitarren“: Vier internationale Gitarrenvirtuosen gastierten im Café Hahn Koblenz – ein Rückblick auf die Jubiläumstour durch drei Länder.

Redaktion
·
15. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Tagen

Vier Saiten-Virtuosen, eine Bühne, ein Jubiläum

Manche Konzertreihen spielen einfach nur Musik. Andere erzählen eine Geschichte von Begegnung – über Kontinente, Generationen und Stile hinweg. Die „Nacht der Gitarren“ gehört seit zehn Jahren zur zweiten Sorte. Was einst in einem ehemaligen Waschsalon in San Francisco begann, als Initiator Brian Gore internationale Saitenkünstler zur „International Guitar Night“ einlud, ist heute eines der bedeutendsten Showcases für akustische Gitarrenmusik weltweit. Aus der kleinen Underground-Idee wurde eine Tour, die inzwischen quer durch Deutschland, Österreich und die Niederlande führt.

Wer schon mal auf der Moselbrücke stand und gedacht hat, Koblenz sei manchmal ganz schön nah dran am großen Ganzen – diesmal stimmt das wortwörtlich. Denn mitten in der Jubiläumstour, die laut news-koblenz.de vom 8. Oktober bis zum 13. November 2026 durch drei Länder führt, machte die Reihe auch in Koblenz Halt.

Das Konzert im Café Hahn

Am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, gastierte die „Nacht der Gitarren“ im Café Hahn in der Neustraße. Konzertbeginn war um 20 Uhr. Für die Jubiläumsausgabe standen laut news-koblenz.de vier Musikerinnen und Musiker auf der Bühne, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Minnie Marks aus Australien, Roxane Elfasci aus Frankreich, Niwel Tsumbu aus dem Kongo und André Cavalcante aus Brasilien. Mal spielten sie solo, mal zu zweit, zu dritt oder gemeinsam zu viert – mit neuen Eigenkompositionen ebenso wie mit Coverversionen.

Genau das ist das Prinzip der Reihe, seit sie existiert: unterschiedliche Kulturen und unterschiedliche Erfahrungsstufen treffen aufeinander, jüngere Talente neben erfahrenen Profis, getragen von der gemeinsamen Leidenschaft für die Gitarre. Kein Wettbewerb, kein Gegeneinander – sondern ein musikalisches Miteinander, das sich von Stadt zu Stadt weiterentwickelt.

Wer da auf der Bühne stand

Minnie Marks gilt als Multi-Instrumentalistin, die mit Gitarre, Gesang und einem eigenen Foot-Drum-Setup allein eine ganze Klangwand erzeugt. 2025 wurde sie bei den Sunshine Coast Music Awards als Musikerin des Jahres ausgezeichnet, wie news-koblenz.de berichtet. Roxane Elfasci wiederum steht für die klassische Seite des Gitarrenspiels: Die Pariserin wurde am Pôle Supérieur de Paris ausgebildet, veröffentlicht seit 2020 beim Label Cosmos Music und ist auch bei Radio France und BBC Radio 3 zu hören.

Niwel Tsumbu, geboren im Kongo und mittlerweile in Irland zuhause, verbindet in seinem Spiel Jazz, Klassik, Rock, Folk und Rumba. Er hat unter anderem mit Nigel Kennedy, Sinéad O’Connor und dem Buena Vista Social Club zusammengearbeitet und war 2021 auf dem Grammy-prämierten Album „They’re Calling Me Home“ von Rhiannon Giddens & Francesco Turrisi zu hören. André Cavalcante aus Brasilien schließlich begann seine musikalische Laufbahn am Klavier, bevor er zur Gitarre fand. Er hat einen Bachelor in klassischer Gitarre an der Universität von Rio de Janeiro und arbeitet heute als gefragter Musikproduzent, mit drei Grammy-Nominierungen in seiner Vita.

Eine Tour mit vielen Stationen

Koblenz war nur eine von rund 30 Stationen dieser Jubiläumstour. Laut Angaben von news-koblenz.de führte die Reihe über Wien, Kufstein, Reutlingen, Kassel, Marburg und Bonn, bevor sie in Koblenz Station machte. Danach ging es weiter nach Bochum, in die Niederlande – unter anderem nach Hoofddorp, Den Bosch und Rotterdam – und schließlich quer durch Deutschland bis zum Abschlusskonzert am 13. November 2026 in Berlin.

Dass die Tour auch in Jena einen Programmpunkt hatte, bestätigt eine weitere Quelle: Der Ticketanbieter StubHub führt unter den Terminen der Reihe auch ein Konzert in Jena auf, neben weiteren Stationen wie Remchingen, Hard, Bonn, München, Koblenz und Bochum. Das zeigt noch einmal, wie weit diese Tour gespannt war – von kleinen Kulturhäusern bis zu großen Konzertsälen, von Österreich bis in die Niederlande.

Warum das mehr ist als nur ein Konzertabend

Zehn Jahre „Nacht der Gitarren“ – das ist auch zehn Jahre Beweis dafür, dass gute Musik keine Landesgrenzen kennt. Eine Australierin, eine Französin, ein Kongolese und ein Brasilianer auf einer Bühne im Café Hahn – wo sonst bekommt man so viel musikalische Weltläufigkeit an einem einzigen Abend? Und dann noch mitten in Koblenz, direkt um die Ecke vom Deutschen Eck.

Genau das macht solche Reihen wertvoll: Sie holen die große weite Welt dorthin, wo man sie nicht unbedingt erwartet – in ein Koblenzer Kulturcafé an einem ganz normalen Mittwochabend. Wer dabei war, hat vier völlig unterschiedliche musikalische Biografien an einem Abend erlebt. Wer es verpasst hat, kann sich schon mal den Namen der Reihe merken – denn bei zehn Jahren Geschichte ist eine elfte Ausgabe keine allzu gewagte Prognose.

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