
Wegen Kanalarbeiten ist die L 255 bei Roßbach-Lache gesperrt – das Forstrevier nutzt die Zeit, um Gefahrenbäume an der Wiedtalstraße zu fällen.
Wer in den kommenden Tagen über die L 255 im Bereich Roßbach-Lache fahren will, braucht einen Umweg. Die Straße ist ohnehin wegen Kanalbauarbeiten voll gesperrt — und genau diese Sperrung nutzt das Forstrevier Neustadt-Waldbreitbach jetzt für Arbeiten, die sonst kaum machbar wären. Wie der NR-Kurier berichtet, lässt das Forstrevier auf rund 1,5 Kilometern Bäume und Äste entfernen, die durch Dürreschäden oder ihre Neigung zur Fahrbahn zur Gefahr geworden sind. Betroffen sind die Gemeindewälder von Waldbreitbach und Breitscheid.
Der Grund für die Maßnahme liegt vor allem in den vergangenen trockenen Sommern. Förster Gregor Nassen erklärt laut NR-Kurier, dass vom Wald im Steilhang über der Straße ein erhebliches Gefahrenpotenzial ausgehe. Ein großer Teil der Bäume weise Dürreschäden auf, absterbende Bäume oder Äste könnten jederzeit auf die Fahrbahn fallen und Verkehrsteilnehmer gefährden.
Auch gesunde Bäume sind laut Nassen betroffen: Viele von ihnen wachsen stark zur Fahrbahn geneigt und haben dadurch keine ausreichende Einzelbaumstabilität mehr. Deshalb müsse in den meisten Bereichen ein Sicherheitskorridor von einer Baumfalllänge — rund 15 bis 20 Meter — entnommen werden, so der Förster gegenüber dem NR-Kurier.
Das steile Gelände macht klassische Fällarbeiten schwierig. Deshalb kommt laut NR-Kurier ein Fällbagger zum Einsatz, der direkt von der Straße aus arbeitet. Die Maßnahme wurde vorab naturschutzfachlich geprüft und mit den zuständigen Naturschutzbehörden sowie dem Landesbetrieb Mobilität abgestimmt.
Für den Wald soll die Aktion kein Kahlschlag auf Dauer sein. Aus den verbleibenden Wurzelstöcken soll in den kommenden Jahren durch Stockausschlag wieder ein Wald aus Eichen und Hainbuchen entstehen, wie der NR-Kurier unter Berufung auf das Forstrevier berichtet.
Die Vollsperrung der L 255 ist für viele im Wiedtal ein Ärgernis im Alltag — ob auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Umso sinnvoller, dass die Zeit genutzt wird, um gleich zwei Baustellen in einem Aufwasch zu erledigen: die Kanalarbeiten und die überfällige Verkehrssicherung am Hang. Wer künftig wieder über die Wiedtalstraße fährt, tut das dann unter einem Wald, der zumindest entlang der Straße ein Stück sicherer geworden ist.






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