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Wenn Restaurierung ihre Geheimnisse zeigt: Der Europäische Tag der Restaurierung in der Region

Am Europäischen Tag der Restaurierung öffnen Museen in Trier und Bonn ihre Werkstätten – mit Kinder-Workshop und Führungen hinter die Kulissen.

Redaktion
·
12. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 5 Tagen

Ein Blick hinter die Kulissen, den man sonst nicht bekommt

Kennst du das Gefühl, vor einer alten Vase oder einem römischen Fundstück zu stehen und dich zu fragen, wie so etwas überhaupt die Jahrhunderte überlebt hat? Genau diese Frage steht im Mittelpunkt des Europäischen Tags der Restaurierung, der auch in diesem Jahr wieder Museen in unserer Nähe öffnet – mit Werkstätten, die sonst verschlossen bleiben, und mit Menschen, die ihr Handwerk zeigen.

Zwei Häuser in der Region machen mit: das Rheinische Landesmuseum Trier und das LVR-Landesmuseum Bonn. Beide laden dazu ein, genauer hinzuschauen – auf Ton, Glas, Stein und auf die Arbeit, die dahintersteckt, all das für die Nachwelt zu bewahren.

Trier: Kinder werden selbst zu Restauratoren

In Trier dreht sich am Freitag, den 16. Oktober, von 10 bis 12 Uhr alles um die jüngsten Museumsgäste. Unter dem Motto „Ganz nah dran!“ bietet das Rheinische Landesmuseum Trier gemeinsam mit den Römerbauten im Zentrum der Antike eine Aktionswoche rund um Restaurierung und archäologische Denkmalpflege an. Den Auftakt macht eine Führung mit Workshop für Kinder zwischen 7 und 11 Jahren.

Sammlungsleiter Jost Mergen nimmt die Kinder mit auf eine Entdeckungstour durch die Ausstellung. Ton, Glas oder doch Stein – bei den alten Fundstücken gibt es einiges zu bestaunen. Anschließend wird es praktisch: Gemeinsam mit dem Team der Restaurierungswerkstatt stellen die Kinder eine eigene Gipskopie eines römischen Löwenköpfchens her und bemalen sie im Anschluss selbst. Treffpunkt ist das Museumsfoyer im Landesmuseum, die Veranstaltung dauert rund zwei Stunden. Der Eintritt kostet 3 Euro pro Kind, da die Plätze begrenzt sind, wird um Anmeldung unter muspaed.rlmt@gdke.rlp.de gebeten.

Das Programm zeigt, worum es beim Europäischen Tag der Restaurierung eigentlich geht: nicht nur zuschauen, sondern verstehen, wie viel Geduld und Handwerk in jedem erhaltenen Stück steckt. Wer schon mal versucht hat, eine zerbrochene Tasse zu kleben, ahnt, wie viel schwieriger das bei einem zweitausend Jahre alten Fundstück sein muss.

Bonn: Werkstattführung zum neunten Mal

Auch im LVR-Landesmuseum Bonn öffnet sich am Sonntag, den 18. Oktober, die Tür zur Restaurierungswerkstatt – bereits zum neunten Mal. Um 13 Uhr beginnt die Führung durch die Werkstatt in der Colmantstraße 14 bis 16. Wer am gleichen Tag noch mehr vom Museum erleben möchte: Laut tockets.io finden am 18. Oktober in Bonn mehrere weitere Veranstaltungen im und rund um das Landesmuseum statt, etwa eine Kindermatinée und eine Ausstellungsführung unter dem Titel „Fluchtpunkt Paris“.

Dass sich ein Museum gleich mit mehreren Terminen am selben Tag beteiligt, zeigt: Restaurierung ist kein Nischenthema für Fachleute allein. Sie betrifft jeden, der sich für Geschichte interessiert – und dafür, wie diese Geschichte überhaupt bis zu uns kommt.

Warum das mehr ist als ein Museumstermin

Der Europäische Tag der Restaurierung lenkt den Blick auf eine Arbeit, die meist im Verborgenen stattfindet. Restauratorinnen und Restauratoren sorgen dafür, dass das, was wir in Vitrinen bestaunen, überhaupt noch da ist. Ohne sie wären viele der Fundstücke aus unserer Region längst Staub. Dass Museen wie in Trier und Bonn ihre Werkstätten einmal im Jahr öffnen, gibt genau diesem unsichtbaren Teil der Museumsarbeit ein Gesicht.

Für Familien mit Kindern ist das Trierer Angebot besonders reizvoll: Hier wird nicht nur erklärt, sondern selbst Hand angelegt. Eine Gipskopie zu formen und zu bemalen, macht greifbar, was sonst nur hinter Glas zu sehen ist. In Bonn wiederum lohnt sich der Blick in die Werkstatt für alle, die wissen wollen, mit welchen Methoden und welchem Aufwand archäologische Funde heute bewahrt werden.

Wer an einem Oktoberwochenende ohnehin zwischen Rhein und Mosel unterwegs ist, hat mit diesen beiden Terminen eine gute Gelegenheit, Museumsarbeit mal von der anderen Seite zu sehen. Vielleicht nimmst du dir ja genau dafür ein paar Stunden Zeit – zwischen Kaffeepause und Wochenendplanung.

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