
DIE TABUTANTEN bringen mit Improvisationstheater zum Welthospiztag Leichtigkeit ins Thema Tod – Termine in Duisburg und Bad Kissingen im Überblick.
Über den Tod sprechen? Das fällt den meisten schwer. Über den Tod lachen? Genau das probieren DIE TABUTANTEN aus Aschaffenburg aus — und sie tun es nicht irgendwo, sondern an zwei Orten mit sehr konkretem Bezug zum Thema: in Hospizeinrichtungen, die sich tagtäglich mit Sterben, Trauer und Abschied befassen. Anlass ist der Welthospiztag am 10. Oktober, der seit mehr als 20 Jahren weltweit die Bedeutung der Hospizarbeit sichtbar macht.
Hinter DIE TABUTANTEN stehen Christine Holzer beziehungsweise Christine G. Holzer und Simone Schmitt, zwei ausgebildete Schauspielerinnen und Theaterpädagoginnen. Ihr Format heißt Improvisationstheater, ihr Programm trägt den Titel „Sie werden lachen, es geht um den Tod“. Wie der Hospizverein Bad Kissingen in einer Pressemitteilung schreibt, entstehen die Szenen in charmanter Interaktion mit dem Publikum — mit Leichtigkeit und zugleich mit berührender Ernsthaftigkeit, ganz spontan aus dem Moment heraus.
Das Malteser Hospizzentrum St. Raphael in Duisburg lädt am Donnerstag, 8. Oktober 2026, zu diesem außergewöhnlichen Abend ein. Veranstaltungsort ist der Steinhof an der Düsseldorfer Landstraße 347 in 47259 Duisburg. Einlass ist ab 17.30 Uhr, Beginn um 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei, Spenden zugunsten des Hospizzentrums sind willkommen. Eine Anmeldung ist erforderlich — Sibylle Franke vom Hospizzentrum nimmt sie entgegen, telefonisch unter 0203 / 6085-2002 oder per E-Mail an sibylle.franke@malteser.org.
Nur einen Tag zuvor, am Mittwoch, 7. Oktober, tritt das Duo bereits in Bad Kissingen auf. Wie inFranken.de berichtet, lädt der dortige Hospizverein zur Veranstaltung in den Sparkassenpavillon in der Von-Hessing-Straße 10 ein, Beginn ist um 19 Uhr, die Teilnahme kostenlos. Das diesjährige Motto des Welthospiztags lautet dort „So bunt wie das Leben. Hospiz“ — ein Satz, der zeigt, worum es den Veranstaltern geht: Hospizarbeit soll nicht nur als letzte Station gedacht werden, sondern als Teil des Lebens selbst.
DIE TABUTANTEN brechen das Tabu rund um Sterben, Tod und Trauer auf spielerische Weise auf und laden das Publikum ein, sich mit existenziellen Fragen auseinanderzusetzen. Was bereuen Menschen am Sterbebett am meisten? Wie will ich selbst einmal sterben? Was kann einer Hospizbegleiterin im Alltag so alles passieren? Aus solchen Fragen entstehen die Antworten gemeinsam mit dem Publikum — live improvisiert, jedes Mal anders. Wer befürchtet, selbst auf die Bühne geholt zu werden, kann aufatmen: Niemand muss mitmachen, das stellt das Duo ausdrücklich klar.
Das kennt ihr vielleicht aus dem eigenen Umfeld: Dieses Unbehagen, wenn das Gespräch auf Krankheit, Abschied oder Tod kommt und plötzlich alle woanders hinschauen. Genau da setzen die beiden Künstlerinnen an — nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Humor, der Raum schafft statt ihn zu verschließen.
Dass solche Abende gerade von Hospizeinrichtungen organisiert werden, passt ins Bild. Beim Malteser Hospizzentrum St. Raphael in Duisburg etwa reicht das Angebot längst über die Begleitung sterbender Menschen hinaus. Seit Kurzem gibt es dort eine hauptamtliche Trauer-Koordinatorin: Birgit Büge kümmert sich federführend um die wachsende Nachfrage nach Trauerarbeit. „Die Nachfrage nach Hilfe bei der Trauerarbeit wächst seit Jahren“, so Hospiz-Leiterin Katja Arens — eine gesellschaftliche Entwicklung, die die Malteser nicht nur im Hospiz beobachten.
Zu den Angeboten zählt unter anderem der „Kleine Anker“, bei dem Angehörige von Verstorbenen nach sechs Wochen kontaktiert werden, sofern sie das wünschen. Dazu kommt ein Trauercafé, das alle drei Wochen sonntagnachmittags stattfindet und offen für alle Trauernden ist — auch für jene, deren Angehörige nicht im Hospiz verstorben sind. Eine feste Trauergruppe mit acht aufeinanderfolgenden Terminen sowie eine neue „Trauergruppe Kreativität“, in der mit Farben gearbeitet wird, runden das Angebot ab. Wer sich dafür interessiert, kann sich telefonisch melden oder sich auf der Webseite des Hospizzentrums informieren.
Auch beim Thema Ehrenamt tut sich etwas: Der 31. Vorbereitungskurs auf der rechten Rheinseite startet im Herbst, eine Infoveranstaltung dazu fand im März im Malteser Hospizzentrum St. Raphael in der Remberger Straße 36 in Duisburg-Huckingen statt. Gesucht werden insbesondere neue Ehrenamtliche für den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst.
Zwei Städte, zwei Abende, ein Thema, das uns alle irgendwann betrifft. Ob in Duisburg oder in Bad Kissingen — DIE TABUTANTEN zeigen, dass man über das Schwerste auch mit Leichtigkeit sprechen kann, ohne es kleinzureden. Vielleicht ist das sogar der ehrlichere Weg: hinschauen, zuhören, und ab und zu auch lachen dürfen, wenn es passt.
Wer sich fragt, wie er selbst mit Abschied und Trauer umgeht, findet in solchen Veranstaltungen womöglich einen leichteren Einstieg als im stillen Gespräch am Küchentisch. Ein guter Anlass, das Thema nicht länger wegzuschieben — sondern einfach mal hinzugehen.






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