
Wie Jugendliche trauern und welche Angebote helfen können: von begleiteten Gruppen bis zu kreativen Methoden wie Trauer-ABC und Ressourcenbaum.
Ein Mensch stirbt, und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Für Jugendliche ist das oft doppelt schwer: Sie sollen funktionieren, in der Schule, im Alltag, und gleichzeitig mit einem Verlust zurechtkommen, für den es keine Gebrauchsanweisung gibt. Kinder und Jugendliche trauern anders als Erwachsene. Nach Angaben der Johanniter drücken sie ihre Trauer nicht immer mit Worten oder Weinen aus, sondern oft über Spielen, Malen, Schreien oder Toben. Genau deshalb braucht es Angebote, die genau dort ansetzen.
Wichtig ist laut den Johannitern vor allem eines: Kinder und Jugendliche müssen ihre Trauergefühle mit anderen teilen können, um zu merken, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind. Erst dadurch bekommt die Trauer eine Selbstverständlichkeit und den Platz im Leben, den sie braucht. Das klingt einfach, ist für viele Betroffene aber ein großer Schritt – denn wer trauert, zieht sich häufig zurück, aus Angst, andere zu belasten.
Mit dem Projekt Lacrima bieten die Johanniter genau dafür einen Rahmen: eine geschützte und vertrauensvolle Umgebung, in der trauernde Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ihren ganz persönlichen Trauerweg finden können. In regelmäßigen Gruppenstunden erleben die Teilnehmenden beruhigende Rituale und Anteilnahme, können aber auch einfach spielen und toben. Das Angebot richtet sich an Betroffene, die durch den Tod eines Elternteils, eines Bruders oder einer Schwester einen schweren Schock erlitten haben, und ist für die Familien kostenlos.
Neben begleiteten Gruppenangeboten gibt es auch Methoden, die sich Trauernde selbst aneignen können – ganz ohne Anleitung von außen. Die Trauerbegleiterin Nicole Borho beschreibt in ihrem Blog fünf solcher Ansätze, die sowohl in der professionellen Begleitung als auch allein angewendet werden können.
Solche kreativen Zugänge haben einen entscheidenden Vorteil: Sie setzen nicht voraus, dass jemand sofort über seine Gefühle sprechen kann. Gerade für Jugendliche, die sich mit Worten oft schwertun, kann ein Bild, ein Symbol oder ein gestalteter Baum der erste Schritt sein, um überhaupt etwas auszudrücken.
Ob in einer begleiteten Gruppe oder allein mit Stift und Papier – am Ende geht es immer um dasselbe: Trauer darf sein, sie braucht Raum, und niemand muss sie allein tragen. Wer im eigenen Umfeld einen Jugendlichen kennt, der gerade einen Verlust verarbeitet, kann genau dort ansetzen. Manchmal reicht es schon, zuzuhören, ohne sofort eine Lösung parat zu haben.






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