
Zwei Ausflüge, zwei Geschichten: Der AC Mallendar erlebte den Geysir Andernach, die Ehrenamtsagentur Trier lädt zur Geschichtsfahrt nach Bonn ein.
Manchmal braucht es gar nicht viel, damit ein Tag besonders wird. Ein Bus, ein paar nette Menschen, ein Ziel in der Nähe – und schon fühlt sich der Alltag für ein paar Stunden anders an. Genau solche Tage gab es zuletzt gleich in zwei Varianten in der Region, die zeigen, wie unterschiedlich ein gemeinsamer Ausflug aussehen kann und wie viel er trotzdem bewirkt.
Der AC Mallendar hat seinen Jahresausflug bereits hinter sich, und der hatte es in sich. 38 Mitglieder trafen sich morgens am Bahnhof in Vallendar, fuhren mit Bus und Bahn nach Andernach und spazierten von dort zur Rheinpromenade. Dort wartete gleich die erste Überraschung: Hildegard und Stefan Henritzi hatten ein kleines „Sektfrühstück“ aufgebaut, mit verschiedenen Brotsorten, Käse, Wurst, Schinken, Rohkost sowie Sekt, Saft und Wasser. Bei strahlendem Sonnenschein kam diese Stärkung bei der Gruppe gut an.
Danach ging es weiter zur Geysir-Expedition. Im Geysir Expeditionszentrum tauchte die Gruppe in sechs Themenräumen in die Geschichte der Eifel ein – von Gesteinen über Plattentektonik bis zum Vulkanismus war alles dabei. Anschließend brachte das Schiff „MS Namedy“ die Teilnehmer zur Halbinsel Namedyer Werth, einem Naturschutzgebiet mit besonderer Pflanzen- und Tierwelt. Dort, mitten im Grünen, liegt der Geysir selbst: mit 50 bis 60 Metern Auswurfhöhe der höchste Kaltwassergeysir der Erde, erstmals erbohrt im Jahr 1903. Das Wasser stammt aus einem 350 Meter tiefen Bohrbrunnen, eine Eruption dauert etwa 15 Minuten, dazwischen liegen rund zwei Stunden Pause. Angetrieben wird das Naturschauspiel von natürlichem Kohlendioxidgas, das aus Magmenvorkommen tief unter der Eifel aufsteigt und auf Grundwasser trifft – ein Prinzip, das sich mit einer geschüttelten Mineralwasserflasche vergleichen lässt.
Als sich der Geysir schließlich in die Höhe schraubte, klickten überall die Kameras. Den Tag ließ die Gruppe zurück in Vallendar bei einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant „Herzog von Nassau“ ausklingen. Ein Ausflug, der zeigt: Man muss nicht weit fahren, um etwas zu erleben, das nachhallt. Manchmal reicht der Blick auf das, was direkt vor der eigenen Haustür liegt, und trotzdem fühlt es sich an wie eine kleine Entdeckungsreise.
Ein ganz anderer Ausflug führt bald von Trier nach Bonn – organisiert von der Ehrenamtsagentur Trier. Die Fahrten richten sich an Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte, die mehr über Deutschland und seine Geschichte erfahren möchten. Im Mittelpunkt steht der Besuch des Museums „Haus der Geschichte“, wo eine Führung in einfacher Sprache durch die deutsche Nachkriegsgeschichte führt. Über 3800 Objekte erzählen dort von den Jahren nach 1945: ein selbstgebautes Flucht-Flugzeug, eine Puppenwiege aus der Nachkriegszeit, ein Ford Transit aus dem Alltag einer Einwandererfamilie und ein Baumhaus, das einst zum Symbol für Umweltproteste wurde. Auch das originale Grundgesetz von 1949 ist Teil der Ausstellung.
Thematisch geht es um große Fragen: Wie entwickelte sich Deutschland nach dem Krieg? Wie entstand die Demokratie in der Bundesrepublik? Warum wurde das Land geteilt, und wie kam es zur Wiedervereinigung? Nach dem Museumsbesuch führt der Weg weiter durch das ehemalige Bonner Regierungsviertel, dorthin, wo einst wichtige politische Entscheidungen getroffen wurden. Die Ehrenamtsagentur legt dabei Wert darauf, dass während der Fahrt auch Raum für Gespräche bleibt – über Geschichte, Demokratie und das Leben in Deutschland.
Teilnehmen können Menschen ab 18 Jahren mit Deutschkenntnissen auf mindestens B1-Niveau, ein Nachweis ist dafür nicht nötig. Die Fahrt selbst ist kostenlos, für Essen und Getränke sorgen die Teilnehmenden selbst. Zwei Termine stehen zur Auswahl: Samstag, der 7. November 2026, und Samstag, der 21. November 2026, jeweils mit Abfahrt um 8:30 Uhr und Rückkehr gegen 17:30 Uhr. Da die Plätze begrenzt sind, ist eine Anmeldung notwendig – und wer mitfahren möchte, kann sich nur für einen der beiden Termine entscheiden. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Stadt Trier.
Ob Geysir-Expedition an der Mosel oder Geschichtsstunde in Bonn: Beide Ausflüge erzählen auf ihre Art davon, wie viel ein Tag außerhalb der eigenen vier Wände geben kann. Der eine bringt Nachbarn und Vereinsmitglieder zusammen, lässt sie gemeinsam staunen und am Abend bei gutem Essen den Tag ausklingen. Der andere öffnet einen Raum, in dem Geschichte greifbar wird und Austausch entsteht. Wer früh aufsteht, hat eben nicht nur den Rhein für sich, sondern manchmal auch einen Tag, der mehr mitgibt, als man erwartet hat. Vielleicht ist das schon die ganze Botschaft: Raus aus dem gewohnten Trott, rein in etwas Neues – und sei es nur für einen Tag.






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