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TuS Koblenz zieht vor die nächste Instanz: Der Platz-Streit geht weiter

TuS Koblenz legt Berufung gegen das Spruchkammer-Urteil im Streit um den zu kleinen Fußballplatz gegen Gau-Odernheim ein. Wir fassen den Stand zusammen.

Redaktion
·
30. September 2026
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Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Der Streit geht in die Verlängerung

Manchmal endet ein Fußballspiel nicht mit dem Schlusspfiff. Der Fall TuS Koblenz gegen TSV Gau-Odernheim zeigt das gerade sehr anschaulich. Die TuS Koblenz hat Berufung gegen das Urteil der Spruchkammer des Fußball-Regional-Verbandes Südwest eingelegt. Das teilte der Verein am Mittwochabend mit. Der Streit um die Wertung des Oberliga-Spiels aus dem August geht damit in die nächste Runde — buchstäblich.

Wer die Geschichte bis hierhin nicht kennt: Wir hatten in einem früheren Beitrag bereits über die kommenden Termine der TuS Koblenz in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar berichtet. Jetzt zeigt sich: Neben dem sportlichen Alltag beschäftigt den Verein gerade ein ganz anderes Thema — und das ziemlich grundsätzlich.

Was war passiert?

Schon vor der Partie Ende August hatte die TuS Koblenz beim Verband Bedenken geäußert und die Regelkonformität der Spielfeldgröße des Ausweichplatzes in Gau-Heppenheim bezweifelt. Nach der 1:5-Niederlage legte der Verein offiziell Protest ein. Die Begründung: Der Platz sei schlicht zu klein für ein Oberliga-Spiel.

Und tatsächlich: Eine nachträgliche Vermessung ergab, dass der Platz an seiner schmalsten Stelle nur 57,2 Meter misst — fast drei Meter weniger als die von den Oberliga-Statuten geforderten 60 Meter. Wie die Sportschau berichtet, hatte der TSV Gau-Odernheim sogar extra ein Fachbüro beauftragt, um den Platz noch einmal auszumessen. Das Ergebnis war eindeutig, aber auch etwas kurios: Der Platz ist offenbar kein perfektes Rechteck, die Breite schwankt an unterschiedlichen Messpunkten zwischen 57,2 und 61,3 Metern.

Die Spruchkammer sah es anders

Trotz der nachgewiesenen Abweichung hat die Spruchkammer den Protest der TuS Ende September zurückgewiesen. In ihrem Urteil stellte die Kammer zwar fest, dass der Platz nicht den Vorgaben der Spielordnung entsprach — lehnte den Protest aber dennoch ab. Die Begründung, wie die Sportschau berichtet: Für eine Annullierung des Ergebnisses müssten Regelwidrigkeiten vorliegen, die das Spiel maßgeblich beeinflusst haben. Zudem seien die Platzbedingungen für beide Mannschaften identisch gewesen — ein Nachteil allein für Koblenz lässt sich daraus also nicht ableiten.

Warum überhaupt in Gau-Heppenheim gespielt wurde? Der eigene Rasenplatz des TSV Gau-Odernheim war zu Saisonbeginn ramponiert, unter anderem wegen der Sommerhitze. Der vereinseigene Kunstrasen wiederum ist für die Oberliga zu klein. Also wich man aus — auf einen Platz, der es offenbar auch nicht ganz einfach macht.

Beide Seiten haben sich geäußert

TuS-Präsident Christian Krey hatte den ursprünglichen Protest so begründet: Man wolle weder die Leistung der eigenen Mannschaft schönreden noch sich dahinter verstecken, aber bei einem Fußballspiel müssten faire und regelkonforme Bedingungen herrschen, wie sie in der Spielordnung definiert seien. Diese Bedingungen seien aus Sicht des Vereins nicht gegeben gewesen.

Der TSV Gau-Odernheim wiederum reagierte mit einem eigenen Statement, das die Sportschau dokumentiert: Man habe den Protest zur Kenntnis genommen, im Vordergrund stehe aber die überzeugende Leistung der eigenen Mannschaft, die sich den deutlichen 5:1-Erfolg mit großem Einsatz verdient habe. Das Spiel sei am angesetzten Spielort unter Leitung des angesetzten Schiedsrichter-Gespanns ordnungsgemäß und vollständig ausgetragen worden. Auch die Allgemeine Zeitung berichtete über die Erleichterung in Gau-Odernheim nach dem Urteil der Spruchkammer.

Wie geht es weiter?

Mit der Berufung macht die TuS Koblenz nun von der Möglichkeit Gebrauch, die Entscheidung der Spruchkammer in einer höheren Instanz überprüfen zu lassen. Ob das Urteil gekippt wird oder ob es beim 5:1-Sieg des TSV Gau-Odernheim bleibt, ist damit weiter offen. Für Gau-Odernheim selbst dürfte das Platzproblem inzwischen ohnehin gelöst sein: Die kommenden Heimspiele will der Verein wieder auf dem eigenen, mittlerweile bespielbaren Rasenplatz austragen.

Für die TuS Koblenz bedeutet das: abwarten und weiterspielen. Der sportliche Alltag in der Oberliga geht schließlich weiter, ganz gleich, wie ein Sportgericht am Ende über ein paar fehlende Meter Platzbreite entscheidet. Wer selbst regelmäßig am Spielfeldrand steht, weiß: Manchmal entscheiden eben nicht nur Tore über ein Spiel — sondern auch die Frage, wo genau die Linie verläuft.

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