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TuS Koblenz: Platz-Posse geht in die Verlängerung

TuS Koblenz legt Berufung gegen das Platz-Urteil des Verbands ein, während der Verein die Partnerschaft mit AXA Kreidel & Scharff verlängert.

Redaktion
·
7. Oktober 2026
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Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Wenn ein Fußballplatz zum Streitfall wird

Manchmal reicht ein Maßband, um eine ganze Oberliga in Atem zu halten. Beim TuS Koblenz ist das gerade keine Übertreibung. Der Verein hat Ende August gegen die Wertung einer Partie beim TSV Gau-Odernheim protestiert – und zwar nicht wegen eines Schiedsrichter-Fehlers oder einer strittigen Abseitsentscheidung, sondern wegen der schlichten Breite des Spielfelds. Statt der vorgeschriebenen 60 Meter soll der Platz nur 52 Meter breit gewesen sein, so die Begründung der TuS. Das 5:1 für Gau-Odernheim war also nicht nur sportlich eine Klatsche, sondern wurde für die Koblenzer zur Grundsatzfrage.

Verband bleibt bei seiner Linie

Wie die Sportschau berichtet, hat der TSV Gau-Odernheim extra ein Fachbüro beauftragt, um den eigenen Platz noch einmal exakt vermessen zu lassen. Das Ergebnis war wenig eindeutig: Der Platz ist offenbar kein perfektes Rechteck, die Breite schwankte je nach Messpunkt zwischen 57,2 und 61,3 Metern. Die Spruchkammer des Verbandes ließ sich davon aber nicht beeindrucken und wies den Koblenzer Protest als unbegründet zurück. Die Begründung: Für eine Annullierung müsste eine Regelwidrigkeit vorliegen, die das Spiel maßgeblich beeinflusst hat – und die Platzbedingungen galten für beide Mannschaften gleichermaßen. Das 5:1 für Gau-Odernheim bleibt damit zunächst bestehen.

Der rheinhessische Verein zeigte sich erwartungsgemäß erleichtert. Laut Sportschau wird Abteilungsleiter Michael Maier mit den Worten zitiert, man freue sich sehr über das Urteil und sehe das Thema für die eigene Mannschaft nun als abgeschlossen an. Der Blick richte sich wieder auf die kommenden sportlichen Aufgaben. Auch der TSV Gau-Odernheim selbst meldete sich öffentlich zu Wort und betonte, das Spiel sei am angesetzten Ort unter Leitung des angesetzten Schiedsrichter-Gespanns ordnungsgemäß und vollständig ausgetragen worden.

TuS Koblenz gibt sich nicht geschlagen

Ganz vom Tisch ist die Sache trotzdem nicht. Die TuS Koblenz hat mittlerweile Berufung gegen die Entscheidung eingelegt. Vereinspräsident Christian Krey hatte den ursprünglichen Protest damit begründet, dass man weder die eigene Mannschaftsleistung schönreden noch sich hinter dem Formfehler verstecken wolle. Dennoch müssten bei einem Fußballspiel faire und regelkonforme Bedingungen herrschen, wie sie in der Spielordnung definiert seien – und genau die seien aus Sicht des Vereins nicht gegeben gewesen. Ob die Berufung Erfolg hat, ist offen. Fest steht: Der ramponierte Rasen in Gau-Odernheim, der durch die Sommerhitze gelitten hatte, war ohnehin schon ein Thema in dieser Saison. Die ersten Heimspiele musste der TSV deshalb ins benachbarte Gau-Heppenheim verlegen, weil der eigene Kunstrasen für die Oberliga zu klein ist.

Abseits des Platzes: Verlässlichkeit zählt

Während auf dem Rasen also noch nicht alles entschieden ist, sorgt die TuS Koblenz neben dem Spielfeld für Kontinuität. Wie der Verein mitteilt, geht die Zusammenarbeit mit der AXA Kreidel & Scharff oHG aus Lahnstein in eine weitere Saison. Das Unternehmen bleibt Premium-Partner, das Logo der AXA-Geschäftsstelle ist weiterhin auf der Hose der Mannschaft zu sehen. Die Verbindung von Marc Kreidel zum Verein reicht nach Vereinsangaben rund drei Jahrzehnte zurück: Er war zunächst Fan und Mitglied des Fanclubs „BlueBoys Kowelenz“, engagierte sich ehrenamtlich im Umfeld der TuS und baute das Engagement gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Lukas Scharff über die Jahre aus. In der vergangenen Saison kam der Einstieg als Hosensponsor hinzu, jetzt wird die Partnerschaft fortgeschrieben. Das Unternehmen selbst berät nach eigenen Angaben seit 1993 rund 10.000 Kundinnen und Kunden in Sachen Versicherung, Vorsorge und Finanzen, mit elf Mitarbeitenden an der Geschäftsstelle in der Lahnsteiner Bahnhofstraße.

Solche Partnerschaften sind selten die großen Schlagzeilen im Fußball, aber sie sind das Fundament, auf dem Vereine wie die TuS Koblenz überhaupt planen können – gerade in einer Saison, in der ohnehin schon genug juristisch verhandelt wird. Die sportliche Entwicklung bleibt derweil spannend. Wer wissen will, wie es mit der Berufung weitergeht oder welche Namen in Koblenz künftig auf dem Platz stehen, findet auf Transfermarkt einen Überblick über die Wettbewerbserfahrung der Spieler im Verein. Und wer selbst mal samstags am Rand eines Rheinland-Platzes steht: Manchmal entscheidet eben nicht nur der Ball über ein Spiel, sondern auch das Maßband.

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