
Der Stadtrat Mülheim-Kärlich bietet das Freizeitbad Tauris der VG Weißenthurm an. Am 30. September entscheidet der Verbandsgemeinderat über die Übertragung.
Wer in der Region wohnt, kennt das Tauris. Das Freizeitbad in Mülheim-Kärlich ist für viele Familien aus Koblenz und dem Umland ein fester Anlaufpunkt, ob zum Bahnenschwimmen am frühen Abend oder zum Planschen am Wochenende. Jetzt bewegt sich etwas Grundsätzliches: Die Stadt Mülheim-Kärlich hat entschieden, dem Tauris eine neue Zukunft zu geben — und die liegt möglicherweise nicht mehr allein in städtischer Hand.
Wie die Rhein-Zeitung berichtet, hat der Stadtrat von Mülheim-Kärlich nach einer langen Sitzung beschlossen, das Tauris der Verbandsgemeinde (VG) Weißenthurm anzubieten. Die Sitzung zog sich, begann mit einem einstündigen nicht-öffentlichen Teil und musste zwischenzeitlich sogar unterbrochen werden. Am Ende stand aber ein klares Ergebnis: Das Bad soll künftig eine Aufgabe der Verbandsgemeinde werden, nicht mehr allein der Stadt.
Das klingt erst einmal nach Verwaltungsdetail. Ist es aber nicht. Für ein Freizeitbad, das von Menschen aus mehreren Ortsgemeinden genutzt wird, macht es einen Unterschied, wer am Ende für Betrieb, Sanierung und Zukunft verantwortlich ist. Eine Verbandsgemeinde trägt eine solche Einrichtung schließlich für alle ihre Mitgliedsgemeinden — nicht nur für eine Stadt allein.
Dass die Sache jetzt tatsächlich in Bewegung kommt, zeigt ein Blick ins Amtsblatt der Verbandsgemeinde Weißenthurm. Dort steht schwarz auf weiß: Am Mittwoch, den 30. September 2026, tagt der Verbandsgemeinderat Weißenthurm im großen Ratssaal der Verbandsgemeindeverwaltung in Weißenthurm. Auf der Tagesordnung, Punkt 17, steht die Beratung und Beschlussfassung über die Übertragung der Liegenschaft des Freizeitbades Tauris.
Damit ist klar: Der Ball liegt jetzt bei der Verbandsgemeinde. Der Stadtrat Mülheim-Kärlich hat sein Angebot gemacht, nun muss der Verbandsgemeinderat entscheiden, ob und wie er es annimmt. Erst mit diesem Beschluss würde die Übertragung tatsächlich vollzogen.
Die Sitzung am 30. September ist ohnehin vollgepackt. Neben dem Tauris berät der Verbandsgemeinderat unter anderem über die Feststellung der Jahresabschlüsse 2023 und 2024, über eine erste Nachtragshaushaltssatzung für 2026 sowie über die Jahresabschlüsse der Verbandsgemeindewerke in den Bereichen Wasser, Abwasser und Wärme- und Energieversorgung. Auch die Weiterentwicklung der Schul- und Raumkonzeption am Grundschulstandort Urmitz/Rhein sowie Konzepte zur Außengeländegestaltung zweier Kindertageseinrichtungen stehen auf der Liste.
Das zeigt: Das Tauris ist kein isoliertes Vorhaben, sondern Teil eines größeren Pakets an Entscheidungen, die die Verbandsgemeinde in diesem Herbst zu treffen hat. Wer die komplette Tagesordnung nachlesen möchte, findet sie im aktuellen Amtsblatt der Verbandsgemeinde Weißenthurm.
Ein Freizeitbad ist mehr als ein paar Bahnen Chlorwasser. Für viele Familien zwischen Rhein und Mosel ist das Tauris ein Stück Alltag — der Ort für den ersten Schwimmkurs der Kinder, für den Feierabendsprung ins kühle Nass im Sommer, für den Vereinssport im Winter. Wer trägt so eine Einrichtung dauerhaft, wer finanziert Sanierungen, wer sorgt für verlässliche Öffnungszeiten? Genau darum geht es bei der jetzt anstehenden Entscheidung.
Die Verhandlungen zwischen Stadt und Verbandsgemeinde sind noch nicht abgeschlossen. Erst wenn der Verbandsgemeinderat Weißenthurm am 30. September über die Übertragung der Liegenschaft abstimmt, ist klar, wie es mit dem Tauris konkret weitergeht. Bis dahin bleibt es bei dem, was der Stadtrat Mülheim-Kärlich vorgelegt hat: ein Angebot, das die Zukunft des Bades in neue Hände legen könnte.
Wer schwimmen gehen will, kann das Tauris natürlich weiter besuchen — daran ändert die Verwaltungsfrage erst einmal nichts. Aber es lohnt sich, die Entscheidung im Blick zu behalten. Denn wie ein Bad organisiert ist, entscheidet am Ende mit darüber, wie lange es für die Menschen in der Region da ist.






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