
Die Pink Paddler Koblenz paddeln im Drachenboot gegen Brustkrebs – mit Gemeinschaft, Erfolgen bis Venedig und dem Ziel Europameisterschaft 2025.
Es gibt Geschichten aus unserer Region, die zeigen, was Zusammenhalt wirklich bedeutet. Die Pink Paddler Koblenz sind so eine Geschichte. Ein Team aus Frauen, die nach einer Brustkrebs-Diagnose zusammengefunden haben – nicht um stillzuhalten, sondern um zu paddeln. Im Drachenboot, auf der Mosel, mit einer Kraft, die man ihnen von außen oft nicht zutraut.
Die Idee dahinter ist nicht neu, aber sie wirkt. Weltweit ist die Bewegung unter dem Namen „breaststrokers“ bekannt, in Deutschland gibt es mittlerweile rund 22 Teams mit über 450 aktiven Mitgliedern. Grundlage ist eine Studie von Dr. McKenzie, die belegt: Paddeln kann die Folgen einer Brustkrebs-Behandlung lindern und das Risiko einer Lymphödembildung senken. Koblenz ist seit einiger Zeit Teil dieser Bewegung – und wie die Pink Paddler selbst sagen: Sie freuen sich, dass die Stadt jetzt auch dabei ist.
Wer bei den Pink Paddlern mitmacht, bekommt mehr als ein Training. Die Gruppe beschreibt ihr Training und ihre Wettkämpfe als etwas, das zusammenschweißt – man bewegt sich an der frischen Luft auf der Mosel, fordert sich gegenseitig heraus und stärkt dabei Körper und Selbstvertrauen gleichermaßen. Genau das ist der Kern des Projekts: Nach einer Diagnose wieder nach vorne schauen, gemeinsam lachen, gemeinsam auch mal weinen.
Diese Gemeinschaft hat sich in den vergangenen Monaten sichtbar vergrößert und professionalisiert. Im Oktober tauften die Pink Paddler ihr eigenes pinkes Drachenboot auf den Namen „Ohana“ – ein Fest mit vielen Freundinnen, Fans und Kooperationspartnern. Möglich gemacht haben das unter anderem großzügige Spenden der Sonnenscheinapotheke Koblenz und des Katholischen Klinikums Koblenz. Ohne solche Unterstützer, sagen die Paddlerinnen selbst, wäre ein eigenes Boot in dieser Zeit kaum zu stemmen gewesen.
Dass die Koblenzer Gruppe inzwischen weit über die Region hinaus unterwegs ist, zeigt ein Blick auf die vergangenen Monate. Im Mai war das Team bei der Vogalonga in Venedig dabei, einem der größten nichtmotorisierten Wassersport-Events überhaupt – in diesem Jahr im 50. Jubiläumsjahr. Über 32 Kilometer ging es für die Paddlerinnen durch die Kanäle der Stadt, organisiert mit Unterstützung des Schaengel-Express Drachenbootteams Koblenz vom Post-Sportverein Koblenz e.V., der sich um Transport und Logistik der Boote gekümmert hat.
Auch international vernetzt sich das Koblenzer Team zunehmend. Fünf Paddlerinnen starteten im April im Boot der Vienna Pink Dragons bei einem gemeinsamen Trainingslager mit 103 Paddlerinnen aus 15 Teams – Vorbereitung auf das IBCPC Participatory Dragon Boat Festival im August in Aix-les-Bains. Und auch sportlich hat die Gruppe einiges vor: Die Pink Paddler Koblenz haben sich für die Europameisterschaft 2025 qualifiziert und blicken inzwischen schon weiter, auf die Deutsche Meisterschaft 2026 in München und die Europameisterschaft 2027 in Barcelona.
Ein Team wie dieses lebt nicht nur vom Training, sondern auch von denen, die im Hintergrund mitziehen. Neu an Bord ist das Gelenkzentrum Mittelrhein aus Koblenz unter Dr. Ralf Schwabke, das die Paddlerinnen künftig mit medizinischer Expertise begleitet – zusätzlich zu neuen Raceshirts, in denen das Team jetzt an den Start geht.
Unterstützen kann man die Pink Paddler auf mehreren Wegen. Spenden gehen über den Post-Sportverein Koblenz e.V., bereits ab 20 Euro gibt es als Dankeschön einen faltbaren Rucksack oder die Pink Ribbons des Teams. Wer lieber ein Zeichen fürs Regal setzt: Der Mutmach-Kalender für 2026, der an mehreren Stellen in Koblenz erhältlich ist, erzählt die Geschichten der Frauen hinter dem Team – von Stärke, Zweifeln und Mut, oft alles gleichzeitig. Der Erlös kommt direkt dem Projekt zugute.
Wer die Pink Paddler Koblenz auf Facebook oder Instagram verfolgt, bekommt mit, wie viel in diesem Team an einem ganz normalen Montag passiert – ein Training mit drei Booten, ein Dankeschön an die Trainerin oder den Trainer, ein Foto vom Verladen der Boote vor der nächsten Reise. Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft hinter all den Kilometern auf dem Wasser: Man muss nicht allein durch etwas hindurch. Und manchmal reicht ein Boot, ein paar Paddel und eine Mosel vor der Haustür, um das wieder zu spüren.






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Antenne Koblenz
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.