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Sitzvolleyball als Türöffner: Wie Trainerfortbildungen Inklusion im Sport voranbringen

Sitzvolleyball-Trainerfortbildungen in Koblenz bringen Theorie und Praxis zusammen: Mit Nationalmannschaften, Fachvorträgen und viel Einsatz für Inklusion im…

Redaktion
·
12. Oktober 2026
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Zuletzt aktualisiert: vor 5 Tagen

Zwei Fortbildungen, ein gemeinsames Ziel

Inklusion im Sport bleibt ein Thema, das man nicht nur in Broschüren verhandeln sollte, sondern am besten direkt auf dem Hallenboden. Genau das hat der Volleyball-Verband Rheinland in den vergangenen Jahren gleich zweimal gezeigt. Beide Trainerfortbildungen fanden im Brüderkrankenhaus in Koblenz statt und verbanden Theorie mit echter Spielpraxis rund um Sitzvolleyball.

Wer schon mal gesehen hat, wie schnell und dynamisch diese Sportart gespielt wird, versteht sofort, warum sie sich so gut eignet, um Berührungsängste abzubauen. Genau darum ging es bei beiden Veranstaltungen: Trainerinnen und Trainer sollten nicht nur etwas über Inklusion hören, sondern sie direkt miterleben.

Der Auftakt: Lehrgang mit der Nationalmannschaft

Den Anfang machte eine Trainerfortbildung im Rahmen eines Lehrgangs der Deutschen Sitzvolleyball Nationalmannschaft. Der Volleyball-Verband Rheinland nutzte die Gelegenheit und bot ein Programm an, das mit 15 Teilnehmenden ausgebucht war. Auf der Agenda standen unter anderem die Vorstellung des Sport-Inklusionslotsen-Projekts des Landessportbundes Rheinland-Pfalz durch Katja Froeschmann und Rüdiger Dünzen sowie ein Einblick in das Talent-Scouting des Behindertensport-Verbandes durch Sportreferent Dominic Holschbach. Dr. Axel Ruetz, Verbandsarzt des Volleyball-Verbandes Rheinland-Pfalz und zugleich DBS/NPC-Verbandsarzt für Sitzvolleyball, ergänzte das Programm mit einem Fachvortrag zu medizinischen Handicaps im Sport.

Der Höhepunkt für die Teilnehmenden war, wie der Sportbund Rheinland berichtet, das Zusammentreffen mit der Nationalmannschaft selbst. Erst durften alle dem Training zusehen, dann stand Nationaltrainer Michael Merten für Fragen zur Verfügung. Später gesellten sich die rheinland-pfälzischen Nationalspieler Heiko Wiesenthal und Francis Tonleu dazu. Im praktischen Teil ging es dann selbst aufs Feld: Baggern, Pritschen und das für Sitzvolleyball typische Rutschen über den Boden standen auf dem Programm, bevor ein Abschlussspiel im Format 6:6 den Tag beschloss.

Die zweite Runde: Internationale Gegner in Koblenz

Ende Oktober 2022 folgte die nächste Auflage. Wie der Landessportbund Rheinland-Pfalz mitteilt, war es bereits die zweite Sitzvolleyball-Trainerfortbildung des Jahres, organisiert in Kooperation zwischen Volleyball-Verband Rheinland, Landessportbund Rheinland-Pfalz und dem Behinderten- und Rehasport Verband Rheinland-Pfalz. Mit 12 Teilnehmenden war auch diese Veranstaltung gut besucht.

Drei Referate bildeten den theoretischen Kern: Rüdiger Dünzen, Sport-Inklusionslotse des LSB, sowie Alina Jakobs und Dominic Holschbach vom Behinderten- und Rehasport Verband vermittelten praxisnahe Einblicke, wie sich Inklusion im eigenen Verein konkret umsetzen lässt. Dr. Axel Ruetz rundete das Programm erneut mit seiner medizinischen Expertise ab. Es ging dabei nicht nur um große Konzepte, sondern auch um handfeste Dinge wie Fördermöglichkeiten, Klassifizierungen und wichtige Ansprechpartner bei den Verbänden.

Besonders war diesmal der sportliche Gast: Die ukrainische Sitzvolleyball-Nationalmannschaft trat im Brüderkrankenhaus Koblenz gegen die rheinland-pfälzische Auswahl an, erneut mit den Nationalspielern Heiko Wiesenthal und Francis Tonleu. Die Fortbildungsteilnehmenden konnten so, wie der Landessportbund Rheinland-Pfalz schreibt, nicht nur theoretisches Wissen mitnehmen, sondern auch ein hochklassiges Spiel live verfolgen.

Inklusion bleibt ein Thema mit Bewegung

Lehrgangsleiterin Katja Froeschmann zog laut Landessportbund Rheinland-Pfalz ein positives Fazit und betonte, dass die Sportart dadurch wieder ein Stück bekannter gemacht werden konnte. Vereine mit Interesse an Sitzvolleyball könnten sich demnach direkt bei ihr melden.

Dass solche Fortbildungen nicht isoliert stehen, zeigt ein weiterer Programmpunkt aus dem Jahr 2022: Zum Start der Aktionswoche „Bewegung für alle“ der Kreisverwaltung Ahrweiler in Sinzig waren die LSB-Sport-Inklusionslotsen Katja Froeschmann und Alfred Langen ebenfalls aktiv. Sie luden Besucherinnen und Besucher zu einer Partie Boule ein, wie der Landessportbund Rheinland-Pfalz berichtet. Landrätin Cornelia Weigand fand bei der Auftaktveranstaltung Worte für mehr Gesundheit, Bewegung und Miteinander in der Region.

Was bleibt, ist ein Eindruck: Inklusion im Sport lässt sich nicht verordnen, sie entsteht dort, wo Menschen gemeinsam auf dem Feld stehen, zusehen, mitmachen und Fragen stellen dürfen. In der Rhein-Mosel-Region gibt es dafür offenbar genug Ansprechpartner — vom Verband bis zum Verein nebenan.

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