
Bei Schulwegkontrollen in Niederbieber und Engers fand die Polizei zahlreiche ungesicherte Kinder und doppelt besetzte E-Scooter. Was die Kontrolle zeigt.
Wer seine Kinder morgens zur Schule bringt, kennt das Gewusel vor dem Tor: schnell parken, schnell raus, schnell weiter. Am Montag, dem 21. September, hat die Polizeiinspektion Neuwied genau in diesem Moment genauer hingeschaut. Im Rahmen der Aktion „Sicherer Schulweg“ führten die Beamten gezielte Verkehrskontrollen an Schulen in den Stadtteilen Niederbieber und Engers durch. Das Ziel war simpel: schauen, ob Kinder auf ihrem Weg zur Schule wirklich sicher unterwegs sind. Das Ergebnis war es weniger.
Die Polizeiinspektion Neuwied teilt mit, dass die Beamten bei den Kontrollen feststellen mussten, dass zahlreiche Kinder nicht oder nicht richtig gesichert waren. Das betrifft die einfachsten Dinge im Auto: Gurt, Kindersitz, die richtige Sitzposition. Dinge, die eigentlich zur Routine gehören sollten, bevor der Motor überhaupt anspringt. Auch der NR-Kurier berichtet, dass besonders die Sicherung von Kindern im Fahrzeug häufig unzureichend war.
Und noch etwas fiel den Kontrolleuren auf: Auch erwachsene Fahrzeugführer dienten oftmals nicht als Vorbild. Das klingt erstmal nach einem Nebensatz, ist aber der eigentliche Kern der Sache. Kinder lernen Verkehrsverhalten nicht aus dem Lehrbuch, sondern vom Beifahrersitz aus. Wer selbst schludert, kann schlecht erwarten, dass der Nachwuchs später alles richtig macht.
Neben den klassischen Verstößen rund um die Kindersicherung fiel den Beamten noch ein anderes Problem auf: E-Scooter, die mit zwei Personen besetzt waren. Auch das ist kein Kavaliersdelikt, sondern schlicht nicht erlaubt – und gerade in der Nähe von Schulen ein zusätzliches Risiko im ohnehin schon dichten Gewusel aus Autos, Fahrrädern und Fußgängern. Die Polizeiinspektion Neuwied bestätigt, dass auch hier entsprechende Verwarngelder erhoben wurden.
Man kann jetzt mit den Schultern zucken und sagen: war halt ein Montag, kann passieren. Kann man machen. Muss man aber nicht. Denn genau an Schulen, wo besonders viele Kinder gleichzeitig unterwegs sind, zählt jede Unachtsamkeit doppelt. Ein nicht angelegter Gurt, ein Kindersitz, der nur halb eingerastet ist, ein E-Scooter mit zwei Personen drauf – im Alltag fällt das oft nicht weiter auf. Im Ernstfall macht genau das den Unterschied.
Die Polizeiinspektion Neuwied hat mit den Kontrollen in Niederbieber und Engers genau dort hingeschaut, wo es zählt: direkt vor der Schultür, dort wo der Tag für viele Familien beginnt. Das Ergebnis zeigt, dass es sich lohnt, öfter genauer hinzuschauen – und vielleicht auch, dass es sich lohnt, als Elternteil kurz innezuhalten, bevor man losfährt.
Man muss aus so einer Meldung keine Wissenschaft machen. Aber man kann sie als kleine Erinnerung nehmen: Ist der Kindersitz wirklich richtig eingebaut? Sitzt der Gurt da, wo er hingehört? Und ist der E-Scooter vielleicht doch kein Gefährt für zwei? Solche Fragen kosten keine Zeit, können aber einiges verhindern. Der nächste Schulweg kommt bestimmt – und mit ihm die Gelegenheit, es einfach richtig zu machen.






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