
Niedrigwasser am Rhein zwingt Neuwied, die Schifffahrten 67+ zu verschieben. Alle neuen Termine, Rückgabefristen und Hintergründe zum Rekordtiefstand bei Kaub.
Der Rhein ist diesen Sommer vielerorts zur schmalen Rinne geworden. Wer öfter über die Moselbrücke oder am Deutschen Eck spaziert, hat es wahrscheinlich selbst gesehen: Sandbänke, wo sonst Wasser fließt, und Schiffe, die gar nicht erst ablegen. Genau das trifft jetzt auch ein beliebtes Angebot der Stadt Neuwied — die „Schifffahrten 67+“ für Seniorinnen und Senioren müssen verschoben werden.
Die Stadt Neuwied hat die geplanten Fahrten wegen des niedrigen Rheinpegels nicht wie vorgesehen durchführen können. Statt ausfallen zu lassen, hat die Verwaltung aber Ersatztermine organisiert — unter denselben Bedingungen, mit demselben Ablauf, nur eben ein paar Wochen später.
Wer für den 26. August gebucht hatte, fährt jetzt am Dienstag, 22. September. Wer für den 2. September ein Ticket hatte, hat nun Gültigkeit für die Fahrt am Mittwoch, 23. September. Start bleibt wie geplant die Anlegestelle in Engers. Auch der gebuchte Bustransfer ändert sich nicht — Abfahrtszeiten und Haltestellen bleiben, wie sie waren.
Das ist keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, wie viele Programmpunkte in diesem Sommer komplett gestrichen wurden. Hier hat man sich stattdessen für einen pragmatischen Weg entschieden: verschieben statt absagen.
Nicht jeder kann spontan auf einen neuen Tag umschwenken. Deshalb gibt es auch dafür eine Lösung: Ab Mittwoch, 26. August, können Karten in der Neuwieder Tourist-Information in der Mittelstraße 59 zurückgegeben werden. Die frei werdenden Plätze sollen dann ab Montag, 7. September, gegebenenfalls neu verkauft werden — für alle, die kurzfristig noch einsteigen möchten.
Fragen rund um die Fahrten beantwortet Susanne Thiele vom Amt für Stadtmarketing. Erreichbar ist sie ab Montag, 24. August, unter der Telefonnummer 02631 802252.
Die Verschiebung hat einen klaren Grund: Der Pegel bei Kaub erreichte in diesem Sommer mit 19 Zentimetern einen neuen Tiefstand, wie NeuwiedFM berichtet. Zum Vergleich — der bisherige Rekord aus dem Jahr 2018 lag bei 25 Zentimetern. Das zeigt, wie außergewöhnlich die Lage derzeit ist.
Für die Personenschifffahrt auf dem Rhein hat das spürbare Folgen. Anlegestellen sind streckenweise gar nicht mehr erreichbar, Fahrrinnen zu flach für viele Schiffe. Nach Angaben von NeuwiedFM musste bereits im August der traditionelle Schiffskonvoi bei „Rhein in Flammen“ ausfallen. Auch die Köln-Düsseldorfer stellte ihre Linienfahrten zwischen Koblenz und Mainz zwischenzeitlich ein.
Ob sich die Lage bis Ende September entspannt und die Fahrten wie geplant stattfinden können, hängt vor allem von einem ab: ergiebigem Regen. Der Rhein braucht Nachschub, damit die Schiffe wieder zuverlässig unterwegs sein können.
Wer früh aufsteht, hat den Rhein für sich — das gilt gerade in diesen Wochen mehr denn je, wenn man sieht, wie wenig Wasser der Fluss gerade führt. Für alle, die im September an Bord gehen, bleibt zu hoffen, dass der Himmel bis dahin mitspielt. Bis es soweit ist, bleibt der Blick auf den Rhein vom Ufer aus ohnehin umsonst — und der ist bei Niedrigwasser fast noch spannender als sonst.






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Antenne Koblenz
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.