
Die Red Dragon Kampfsportschule Neuwied trainiert jetzt in Melsbach und kämpft zugleich um ihren Erhalt.
Wer in Neuwied und Umgebung schon einmal mit Kindern über Kampfsport gesprochen hat, kennt vermutlich den Namen Red Dragon. Seit 25 Jahren bietet die Kampfsportschule nach eigenen Angaben einen Ort, an dem Kinder und Jugendliche Selbstbewusstsein, Disziplin und Respekt lernen. Jetzt steht genau dieser Ort auf der Kippe — und das Team bittet öffentlich um Unterstützung.
Wie die Schule selbst mitteilt, hat sie ihre bisherige eigene Trainingsstätte verloren. Die Folge: eine finanzielle Schieflage, die man intern nicht mehr allein auffangen kann. Hohe Zusatzkosten und eine kurzfristige Umstrukturierung haben die Schule an ihre Belastungsgrenze gebracht, heißt es in einem Spendenaufruf, der auf der Plattform orts.app veröffentlicht wurde.
Was viele laut diesem Aufruf nicht wissen: Red Dragon versteht sich nicht nur als Trainingsort für Kampfkunst. Familien, Jugendämter und soziale Einrichtungen schicken Kinder gezielt dorthin — weil sie dort Halt finden sollen, gerade wenn es in der Schule hakt, das Selbstvertrauen fehlt oder zuhause nicht alles rundläuft. Für manche Kinder sei die Schule über Jahre hinweg eine stabile Bezugsperson gewesen, so die Trainer.
Genau das steht jetzt auf dem Spiel. Sollte die Schule schließen müssen, verlören nach eigener Einschätzung viele Kinder und Jugendliche einen Ort, den sie fest in ihrem Alltag verankert hatten. Die Betreiber betonen, dass es ihnen nicht um Luxus oder Ausbau gehe, sondern schlicht darum, die Übergangszeit zu überstehen: neue Trainingsräume anzumieten, Matten und Material zu ersetzen und den laufenden Betrieb zu stabilisieren.
Trotz der schwierigen Lage geht das Training weiter — an einem neuen Ort. Seit Januar trainieren die Red-Dragon-Minis, Kinder und Jugendlichen samstags in der Turnhalle Melsbach. Das Programm ist breit gefächert und für verschiedene Altersgruppen gedacht:
Wer sich für ein Probetraining interessiert, kann sich laut Angaben der Schule per WhatsApp melden.
Auch über den neuen Standort in Melsbach hinaus bietet die Kampfsportschule Neuwied laut eigener Website ein breites Spektrum an Kursen an — von Karate über Bjj-Grappling bis hin zu traditionellem Kung Fu und Kickboxen. Speziell für Kinder gibt es unter anderem Kinderkarate, die sogenannten Red-Dragon-Minis sowie Kinder-Kung-Fu. Im Mittelpunkt steht dabei nach Angaben der Schule nicht allein das Erlernen von Kampftechniken, sondern auch die Vermittlung traditioneller Werte: Konflikte vermeiden, sie schlichten können und Selbstvertrauen aufbauen. Interessierte können sich für ein kostenloses Probetraining anmelden.
Die Botschaft der Trainer ist klar: Allein schafft man die Übergangsphase nicht. Jeder Beitrag — ob groß oder klein — soll mit darüber entscheiden, ob die Schule weiterbestehen kann. Wer selbst einmal Teil einer Sportgemeinschaft war oder weiß, was ein verlässlicher Trainingsort für ein Kind bedeuten kann, wird in dem Aufruf direkt angesprochen. Das Team selbst formuliert es so: Man wolle weiterkämpfen, aber diesmal nicht allein.
Was bleibt, ist der Blick auf eine Einrichtung, die in der Region seit einem Vierteljahrhundert Kinder begleitet — und die gerade zeigt, dass Kampfsport manchmal mehr ist als Technik und Gürtelfarben. Manchmal geht es schlicht darum, dranzubleiben.






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