
Platz-Protest der TuS Koblenz gegen den TSV Gau-Odernheim abgelehnt: Der Verband bestätigt das 5:1-Ergebnis trotz umstrittener Platzgröße in der Oberliga.
Manchmal reicht ein Maßband, um eine ganze Oberliga-Runde in Aufregung zu versetzen. Ende August hatte die TuS Koblenz beim TSV Gau-Odernheim mit 1:5 verloren – deutlich. Statt die Niederlage einfach zu schlucken, legte der Koblenzer Verein Protest gegen die Spielwertung ein. Die Begründung klang zunächst kurios: Der Platz in Gau-Heppenheim, auf dem Gau-Odernheim ausweichen musste, sei mit 52 Metern zu schmal gewesen. Vorgeschrieben sind 60 Meter.
TuS-Koblenz-Präsident Christian Krey stellte in einer Vereinsmitteilung klar, dass es dabei nicht um schlechtes Verlieren gehe. Es gehe um faire, regelkonforme Bedingungen, wie sie die Spielordnung vorschreibe. Diese Bedingungen seien aus Koblenzer Sicht schlicht nicht gegeben gewesen, hieß es von Krey.
Weil Behauptungen allein nicht reichen, beauftragte der TSV Gau-Odernheim ein Fachbüro, den Platz noch einmal exakt zu vermessen. Wie der SWR berichtet, ist das Ergebnis überraschend uneindeutig: Der Platz ist kein perfektes Rechteck. Je nach Messpunkt variiert die Breite zwischen 57,2 und 61,3 Metern. Mal zu schmal, mal sogar regelkonform – ein echtes Kuriosum für den Fußballplatz in Gau-Heppenheim.
Der Grund, warum Gau-Odernheim überhaupt in Gau-Heppenheim spielte, hatte wenig mit Taktik zu tun. Nach Angaben des SWR war der heimische Rasenplatz ramponiert, auch wegen der Sommerhitze, und schlicht nicht bespielbar. Der eigene Kunstrasen wiederum ist zu klein für die Oberliga. Also musste der Verein ausweichen – mit allen Nebenwirkungen, die das offenbar mit sich brachte.
Am Ende lag die Entscheidung nicht bei den Vereinen, sondern bei der Spruchkammer des Verbandes. Und die urteilte eindeutig: Der Protest der TuS Koblenz wird abgelehnt. Entscheidend war laut SWR eine Passage im Regelwerk, wonach ein Spielergebnis nur dann annulliert werden kann, wenn Regelwidrigkeiten vorliegen, die das Spiel maßgeblich beeinflusst haben. Hinzu kommt: Die Platzbedingungen galten für beide Mannschaften gleichermaßen. Das 5:1 für Gau-Odernheim bleibt also vorerst bestehen.
Beim TSV Gau-Odernheim sorgte das Urteil für Erleichterung. Abteilungsleiter Michael Maier wird in diesem Zusammenhang zitiert, man freue sich sehr über die Entscheidung zugunsten des eigenen Vereins und darüber, dass der auf sportlichem Weg erreichte Sieg Bestand habe. Für Gau-Odernheim sei das Thema damit abgeschlossen, der Blick richte sich nun auf die kommenden sportlichen Aufgaben.
Schon kurz nach Bekanntwerden des Koblenzer Protests hatte der TSV Gau-Odernheim öffentlich reagiert. In einem Statement hieß es, man habe den Protest zur Kenntnis genommen, stehe aber vor allem hinter der eigenen Mannschaft, die sich den deutlichen Erfolg mit großem Einsatz und hoher spielerischer Qualität verdient habe. Das Spiel sei am angesetzten Spielort unter Leitung des angesetzten Schiedsrichter-Gespanns ordnungsgemäß und vollständig ausgetragen worden. Die Vorwürfe seien faktisch schlicht falsch, hieß es weiter aus Gau-Odernheim.
Für die kommenden Heimspiele will der rheinhessische Verein ohnehin wieder auf den eigenen, inzwischen bespielbaren Rasenplatz zurückkehren. Das Ausweich-Kapitel Gau-Heppenheim dürfte damit erst einmal beendet sein – zumindest sportlich.
Ganz vom Tisch ist der Fall trotz des Spruchkammer-Urteils aber noch nicht. Der TuS Koblenz steht weiterhin das Recht zu, gegen die Entscheidung in Berufung zu gehen. Ob der Verein davon Gebrauch macht, ist offen. Bis dahin bleibt es beim deutlichen Erfolg des TSV Gau-Odernheim – und bei einer Geschichte, die zeigt, wie genau es in der Oberliga manchmal zugehen kann, wenn es um Meter, Zentimeter und am Ende um Punkte geht.






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