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Platz-Posse in der Oberliga: TuS Koblenz legt Berufung ein

Nach dem 1:5 bei Gau-Odernheim scheiterte der Platz-Protest der TuS Koblenz vor der Spruchkammer – jetzt hat der Verein Berufung eingelegt.

Redaktion
·
4. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Ein Spiel, zwei Meter und viel Streit

Manchmal entscheiden nicht Tore über Schlagzeilen, sondern Zentimeter. Beim 1:5 der TuS Koblenz beim TSV Gau-Odernheim Ende August war die Überraschung groß – und der anschließende Protest der Koblenzer mindestens genauso. Die TuS begründete ihren Einspruch gegen die Spielwertung mit einem vermeintlich zu schmalen Spielfeld: Statt der vorgeschriebenen 60 Meter sei der Platz in Gau-Heppenheim, wo Gau-Odernheim seine Heimspiele zu Saisonbeginn austrug, nur 52 Meter breit gewesen.

Wer schon mal auf einem Bolzplatz gespielt hat, der gefühlt schiefer ist als der Nachbarsgarten, kennt das Prinzip: Der Platz ist, wie er ist. Die Frage ist nur, ob das auch für die Oberliga gilt.

Fachbüro vermisst den Platz neu

Der TSV Gau-Odernheim ließ es nicht beim Achselzucken belassen und beauftragte, wie der SWR berichtet, ein Fachbüro, um den Platz noch einmal exakt auszumessen. Das Ergebnis klingt fast wie ein kleines Kuriosum: Der Platz ist kein perfektes Rechteck. Je nach Messpunkt variiert die Breite zwischen 57,2 und 61,3 Metern. Mal zu schmal, mal sogar breiter als verlangt – ein Platz mit eigenem Charakter also.

Die Spruchkammer entscheidet: Sieg bleibt bestehen

Die Sportrichter des Verbandes haben nun Klarheit geschaffen. Wie der SWR unter Berufung auf die Entscheidung der Spruchkammer schreibt, braucht es für eine Annullierung eines Spielergebnisses Regelwidrigkeiten, die das Spiel maßgeblich beeinflusst haben. Zudem gilt: Die Platzbedingungen waren für beide Mannschaften identisch. Der Protest der TuS Koblenz wurde als unbegründet zurückgewiesen, das 5:1 für Gau-Odernheim bleibt also zunächst bestehen.

Abteilungsleiter Michael Maier wird in diesem Zusammenhang mit den Worten zitiert, man freue sich sehr über das Urteil und darüber, dass der sportlich erreichte Sieg Bestand habe. Für Gau-Odernheim sei das Thema damit abgeschlossen, der Blick richte sich nun auf die kommenden Aufgaben.

TuS Koblenz gibt sich nicht geschlagen

Ganz vom Tisch ist die Sache trotzdem nicht. Die TuS Koblenz hat mittlerweile Berufung gegen die Entscheidung eingelegt, wie die Sportschau berichtet. TuS-Präsident Christian Krey hatte den ursprünglichen Protest damit begründet, dass es bei einem Fußballspiel faire und regelkonforme Bedingungen brauche, die in der Spielordnung festgelegt seien – und dass diese aus Sicht des Vereins eben nicht gegeben waren. Es gehe dabei nicht darum, die eigene Leistung schönzureden oder sich hinter formalen Argumenten zu verstecken, sondern um die Einhaltung der Regeln.

Gau-Odernheim weist Kritik zurück

Der TSV Gau-Odernheim reagierte mit einem eigenen öffentlichen Statement und wies die Darstellung deutlich zurück. Man habe den Protest zur Kenntnis genommen, im Vordergrund stehe aber die überzeugende Leistung der eigenen Mannschaft, die sich den deutlichen 5:1-Erfolg mit großem Einsatz und hoher spielerischer Qualität verdient habe. Das Spiel sei am angesetzten Spielort unter Leitung des angesetzten Schiedsrichter-Gespanns ordnungsgemäß und vollständig ausgetragen worden.

Warum überhaupt in Gau-Heppenheim gespielt wurde

Die ganze Platzfrage hat auch eine Wettergeschichte im Hintergrund. Der eigene Rasenplatz des TSV Gau-Odernheim war zu Saisonbeginn ramponiert, unter anderem wegen der Sommerhitze, und schlicht nicht bespielbar. Der vereinseigene Kunstrasen wiederum ist für die Oberliga zu klein. Also wich der Verein für seine ersten Heimspiele nach Gau-Heppenheim aus – auf jenen Platz, der jetzt so viel Gesprächsstoff liefert. Mittlerweile ist der heimische Rasen in Gau-Odernheim nach SWR-Angaben wieder bespielbar, die kommenden Heimspiele sollen dort ausgetragen werden.

Was jetzt noch passieren muss

Ob das 5:1 für Gau-Odernheim am Ende wirklich Bestand hat, entscheidet sich erst mit dem Ausgang der Berufung der TuS Koblenz. Bis dahin bleibt die Entscheidung der Spruchkammer gültig, der Punktestand in der Oberliga-Tabelle unverändert. Für die TuS Koblenz ist es also ein Warten auf die nächste Instanz – und für alle anderen eine kleine Erinnerung daran, dass Fußball manchmal auch im Maßband entschieden wird, bevor der Ball überhaupt rollt.

Wer die Tabelle und den Spielplan der Oberliga im Blick behalten will, findet die aktuellen Infos rund um die Region bei Antenne Koblenz – schließlich betrifft so ein Platz-Streit am Ende nicht nur zwei Vereine, sondern die ganze Liga.

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