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Pink im Oktober: Koblenz zeichnet, der Fußball leuchtet, die Krebshilfe klärt auf

Koblenz zeichnet, der FC Bayern leuchtet pink: Wie der Brustkrebsmonat Oktober regional und bundesweit auf Vorsorge und Früherkennung aufmerksam macht.

Redaktion
·
1. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Der Oktober trägt wieder Pink

Schaut man sich gerade um, fällt die Farbe auf: Pink ist überall da, wo im Oktober auf Brustkrebs aufmerksam gemacht wird. Auch bei uns in Koblenz. Wir haben in einem früheren Beitrag schon erzählt, dass die Initiative Aktion gegen Krebs vier Workshops zum Thema Körperzeichnen organisiert — unter dem Titel „Koblenz wird pink“. Termine waren der 3., 9., 16. und 30. Oktober, jeweils von 18 bis 21 Uhr, geleitet von der Künstlerin Eri Heiligendorff. Vorkenntnisse brauchte niemand, der Teilnahmebeitrag lag bei 25 Euro pro Abend. Das Geld kommt der besseren Nachsorge für Brustkrebspatientinnen zugute. Wer dabei war, hat also nicht nur gezeichnet, sondern auch etwas bewegt.

Doch Koblenz ist in diesem Oktober nicht allein mit seiner pinken Botschaft. Quer durchs Land ziehen sich Aktionen, die alle in eine ähnliche Richtung wollen: hinschauen, aufklären, helfen. Das kennt ihr vielleicht aus eurem eigenen Umfeld — irgendwo trägt jemand eine Schleife, irgendwo läuft eine Spendenaktion. Genau das macht den Oktober zum Brustkrebsmonat so besonders: Viele kleine und große Zeichen summieren sich zu etwas Sichtbarem.

Was die Deutsche Krebshilfe zu bedenken gibt

Zahlen schaffen manchmal mehr Klarheit als jede Debatte. Die Deutsche Krebshilfe nennt zum Brustkrebsmonat Oktober rund 75.000 Neuerkrankungen und über 18.000 Sterbefälle pro Jahr in Deutschland. Damit ist Brustkrebs bei Frauen die häufigste Krebsart und zugleich die mit den meisten Todesfällen. Wer das liest, fragt sich automatisch: Was kann ich eigentlich selbst tun?

Die Deutsche Krebshilfe gibt darauf konkrete Antworten. Rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen ließen sich durch eine gesunde Lebensweise vermeiden, heißt es. Regelmäßige Bewegung senkt demnach das Risiko, ebenso ein rauch- und alkoholfreies Leben sowie ein normales Körpergewicht. Eine Hormonersatztherapie in den Wechseljahren erhöht laut Krebshilfe das Brustkrebsrisiko und sollte deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache und so kurz wie möglich eingesetzt werden. Wichtig ist der Organisation aber auch ein anderer Punkt: Niemand ist schuld an seiner Erkrankung. Krebs ist vor allem eine Alterserkrankung, und auch die genetische Veranlagung spielt eine Rolle.

Prof. Rita Schmutzler, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, verweist auf die Gene BRCA1 und BRCA2 als bekannteste Beispiele für erblich bedingten Brustkrebs. Wer in der Familie auffällig viele Erkrankungen oder einen Fall mit jungem Erkrankungsalter kennt, kann sich laut Schmutzler in einem der bundesweit 23 Zentren für Familiären Brust- und Eierstockkrebs beraten und gegebenenfalls testen lassen.

Früherkennung rettet Leben — und ist ein Anspruch

Ein zweiter wichtiger Punkt der Deutschen Krebshilfe: Früh erkannt lässt sich Brustkrebs heute oft gut behandeln. Gesetzlich Versicherte haben deshalb einen Anspruch auf regelmäßige Früherkennung. Frauen ab 30 können einmal im Jahr zur Tastuntersuchung gehen, Frauen zwischen 50 und 75 alle zwei Jahre am Mammographie-Screening teilnehmen. Schmutzler erklärt, dass bei Frauen, die regelmäßig daran teilnehmen, durch die frühzeitige Diagnose etwa jeder vierte brustkrebsbedingte Todesfall vermieden wird.

Auch die Frage nach der richtigen Behandlung beantwortet die Krebshilfe klar: Gerd Nettekoven, Vorstandsmitglied der Organisation, rät allen Betroffenen, sich an ein zertifiziertes Brustkrebszentrum zu wenden. Dort gebe es laut der sogenannten WiZen-Studie weniger Komplikationen nach Operationen, und mehr Frauen überleben ihre Erkrankung. Alle zertifizierten Zentren lassen sich über die Oncomap finden.

Und weil im Netz nicht alles stimmt, was dort über Krebs kursiert, rät die Deutsche Krebshilfe zu wissenschaftlich geprüften Informationsquellen — etwa dem eigenen Blauen Ratgeber „Brustkrebs“ oder der kostenfreien persönlichen Beratung über das INFONETZ KREBS. Wer sich bewegen und gleichzeitig etwas Gutes tun möchte, kann sich zudem am virtuellen Spendenlauf „Gemeinsam gegen Brustkrebs“ beteiligen, bei dem Strecke, Ort und Tempo frei wählbar sind.

Wenn ein Stadion pink leuchtet

Dass Aufmerksamkeit auch im großen Stil funktioniert, zeigt der FC Bayern München. Der Verein und sein Partner Allianz setzen in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge gemeinsam ein Zeichen für die Brustkrebsvorsorge. Die FC Bayern Frauen laufen am 19. Oktober gegen den VfB Stuttgart, die Männer am 31. Oktober gegen Borussia Dortmund mit einem speziellen Sonderflock auf — das Allianz-Logo auf Trikotärmel und -brust wird dabei mit der Schleife versehen, dem internationalen Zeichen im Kampf gegen Brustkrebs. Zum Ausklang des pinken Oktobers leuchtet die Allianz Arena am 31. Oktober erneut in Signalfarbe.

Herbert Hainer, Präsident des FC Bayern, beschreibt das Engagement unter dem Leitmotiv „Gemeinsam aufmerksam, gemeinsam in Bewegung, gemeinsam helfen“. Die Allianz ruft zudem im gesamten Oktober zu einer Laufchallenge über adidas Running auf: Ziel sind 70.000 gesammelte Kilometer — als symbolische Verbindung zu den rund 70.000 Frauen, die jährlich in Deutschland an Brustkrebs erkranken. Wird die Marke erreicht, spendet die Allianz an die Organisation „Outdoor Against Cancer“, die sich dafür einsetzt, Bewegung zu einem festen Bestandteil der Krebsversorgung zu machen. Auch der FC Bayern selbst sammelt vom 1. bis 31. Oktober über die Bezahlterminals in Stores, Museum und Kiosken Spenden, die Adyen am Ende des Aktionszeitraums verdoppelt.

Was bleibt

Ob am Zeichentisch in Koblenz, im Beratungsgespräch oder im Stadion unter Flutlicht: Der pinke Oktober zeigt, dass Aufmerksamkeit viele Formen annehmen kann. Die einen setzen auf Kunst und Nähe, die anderen auf große Bühnen und Kilometer. Am Ende geht es überall um dasselbe — hinschauen, informieren, und denjenigen Mut machen, die gerade mittendrin stecken. Vielleicht ist das auch für euch ein Anlass, die nächste Vorsorgeuntersuchung nicht länger aufzuschieben.

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