
Niederlahnstein baut den Rheinufer-Weg auf 4,5 Meter aus – dafür fallen 81 Bäume. Was Variante A für Radfahrer und Fußgänger konkret bedeutet.
Wer in Lahnstein regelmäßig am Rhein entlangradelt oder spaziert, hat vielleicht schon gemerkt: Der Weg zwischen Stolzenfelsstraße und der Gemarkung Koblenz ist nicht überall breit genug für alle, die ihn nutzen. Genau da setzt die Stadt jetzt an. Wie das Portal 2halb3 berichtet, soll der bestehende Geh- und Radweg auf einer Länge von rund 1,7 Kilometern modernisiert werden. Der Stadtrat hat der weiteren Planung am 6. Mai 2026 zugestimmt.
Entschieden hat sich der Stadtrat für die sogenannte Variante A: einen gemeinsamen Geh- und Radweg mit einer Breite von bis zu 4,5 Metern. Laut 2halb3 verweist die Stadt dabei auf mehr Komfort, bessere Barrierefreiheit und eine sichere Verbindung für Alltag, Freizeit und Tourismus. Die Ratsvorlage mit der Bezeichnung BV 26/5257 führt als Vorteile von Variante A unter anderem hohe Verkehrssicherheit, gute Förderfähigkeit und Kompatibilität mit der BUGA 2029 auf.
Der Preis dafür steht ebenfalls in den Unterlagen, auf die sich 2halb3 bezieht: 81 Bäume sollen gefällt werden. Die Stadt begründet das mit kranken und geschädigten Bäumen und kündigt mehr als 100 Neupflanzungen an. Zum Vergleich: Die Alternative, eine abschnittsweise getrennte Führung von Geh- und Radweg, hätte nach den Vorplanungsunterlagen des Planungsbüros GROW nur 33 baubedingte Baumfällungen bedeutet. Als Gründe gegen diese Variante B nennen Stadt und Planer laut 2halb3 höhere Kosten, mehr Bauaufwand, größeren Flächenverbrauch sowie ökologische Nachteile durch eine Zerschneidung des Naturraums.
Begründet wird der Ausbau auch mit bestehenden Konflikten: An mehreren Stellen sei der heutige Weg zu schmal, die Führung uneinheitlich, an stark frequentierten Tagen entstünden laut Stadt Unsicherheiten zwischen den verschiedenen Nutzergruppen. Die Lösung soll nun ein breiterer, aber gemeinsamer Weg für Fußgänger, Familien, Senioren und Radfahrende sein.
Für solche gemeinsamen Geh- und Radwege gilt die Straßenverkehrs-Ordnung: Radfahrende müssen auf den Fußverkehr Rücksicht nehmen, dürfen ihn nicht gefährden oder behindern und müssen ihre Geschwindigkeit anpassen. Der ADFC weist, wie 2halb3 berichtet, ebenfalls darauf hin, dass Radfahrende auf solchen Wegen notfalls Schrittgeschwindigkeit fahren oder anhalten müssen.
Der Umbau am Rheinufer steht laut 2halb3 im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau 2029: Die Stadt verfolgt ein einheitliches Wege- und Gestaltungskonzept mit neuen Aufenthaltsbereichen sowie zusätzlichen Grün- und Wiesenflächen. Auch an anderer Stelle in Lahnstein fließt in diesem Zusammenhang Geld in die Rad- und Fußweginfrastruktur: Für den Neubau eines Rad- und Gehwegs samt Brücke über die Lahn zwischen Ober- und Niederlahnstein hat das Land laut 2halb3 Finanzhilfen von rund 13,7 Millionen Euro angekündigt.
Für alle, die das Rheinufer regelmäßig nutzen, heißt das vor allem: Es tut sich was am Ufer, und zwar mit sichtbaren Eingriffen in den Baumbestand. Wer dort unterwegs ist, wird in den kommenden Jahren Bauarbeiten und ein verändertes Ufergesicht erleben – mit dem Ziel, am Ende einen breiteren, durchgängigeren Weg zu haben.






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