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Mozart trifft Barock: Johannes Pramsohler gastiert mit Villa Musica in Schloss Engers

Johannes Pramsohler gastiert mit seiner Mozartakademie in Schloss Engers: Arien und Streichermusik von Mozart und Bianchi im Rahmen des Villa-Musica-Jubiläums.

Redaktion
·
8. Oktober 2026
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Zuletzt aktualisiert: vor 1 Woche

Wenn Arien und Streicher ins Gespräch kommen

Schloss Engers ist ja schon öfter Bühne für große Momente gewesen. Am 17. Oktober wird dort wieder Musik aus einer anderen Zeit lebendig – und das mit einem ganz eigenen Konzept. Der Barockgeiger und Dirigent Johannes Pramsohler bringt seine „Mozartakademie“ mit nach Engers, und wer schon mal in diesem Saal gesessen hat, weiß: Die Akustik dort macht aus jedem Programm etwas Besonderes.

Für diesen Abend hat Pramsohler drei junge Sängerinnen und vier Streicherinnen und Streicher der Villa Musica um sich versammelt. Laut Villa Musica Rheinland-Pfalz entsteht daraus ein Programm, wie es in der Mozartzeit typisch war: Opernarien im Wechsel mit Kammermusik, Gesang trifft auf Streicherklang. Mozart bekommt dabei Gesellschaft von seinem italienischen Zeitgenossen Francesco Bianchi – ein Name, den man heute seltener hört, der in Mozarts Wien aber durchaus präsent war.

Drei Stimmen, vier Instrumente, ein Abend

Die jungen Sängerinnen Antonia Feurstein, Serena Hart und Annike Debus übernehmen die Gesangspartien. Sie werden dabei von Claudia Eder als Gesangsdozentin begleitet, wie die Villa Musica mitteilt. Auf dem Programm stehen Bravourarien, Rondos und Agitato-Arien – also genau die Bandbreite, die Mozarts Zeitgenossen so geliebt haben: mal virtuos und schnell, mal getragen und dramatisch.

Johannes Pramsohler selbst leitet das Ensemble von der ersten Geige aus, ganz nach historischer Aufführungspraxis. Gespielt werden das Mailänder C-Dur-Quartett, das der junge Mozart komponiert hat, sowie das Wiener C-Dur-Streichquintett, eines der reiferen und auch gewichtigeren Kammermusikwerke des Komponisten. An seiner Seite musizieren die Geigerin Kaori Lopez, der Cellist Johann Eilrich sowie Oleksander Ahafonov und Yeunwoo Park an den beiden Bratschen. Dazu kommen Arien aus Mozarts Opern „La finta giardiniera“ und „Idomeneo“ – zwei Werke, die zeigen, wie unterschiedlich Mozart schon in jungen Jahren komponieren konnte. Francesco Bianchi steuert Arien aus seinen Opern „Demetrio“, „Venere e Adone“ und „Alonso e Cora“ bei.

Wer die Mozartakademie nicht in Engers erleben kann: Das Programm macht noch an zwei weiteren Orten Station. Am 16. Oktober im Hüttenhaus Herdorf, am 18. Oktober im Winzerkeller Ingelheim. Drei Abende, ein Programm, drei völlig unterschiedliche Räume – das ist ja auch das Schöne an Kammermusik, sie verändert sich mit jedem Saal, in dem sie klingt.

Ein Jubiläumsjahr mit Auftakt in Engers

Die Mozartakademie ist Teil eines größeren Zusammenhangs: Die Landesstiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz feiert in dieser Saison ihr 40-jähriges Bestehen. Eröffnet wurde die Jubiläumssaison bereits am 4. Oktober – ebenfalls in Schloss Engers, im Diana-Saal. Wie der NR-Kurier berichtet, war der Saal an diesem Abend voll besetzt, und schon nach dem ersten Konzertteil gab es Bravo-Rufe und lang anhaltenden Applaus.

Den Anfang machten damals der international gefeierte Geiger Vadim Gluzman und sein Klavierpartner Evgeny Sinaiski mit Strawinskys Suite Italienne. Anschließend erweiterte sich das Ensemble um die Villa-Musica-Stipendiaten Julian Kainrath, Eike Coetzee und Klaudio Zoto für Anton Weberns Langsamen Satz für Streichquartett – ein frühes, noch sehr gefühlvolles Werk des späteren Zwölftonkomponisten. Einen bewegenden Kontrapunkt setzte das Streichtrio von Gideon Klein, das der tschechisch-jüdische Komponist 1944 im Konzentrationslager Theresienstadt vollendete, kurz bevor er nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Nach der Pause folgte mit Dvořáks Klavierquintett A-Dur op. 81 das große Schlussstück des Abends, bei dem alle fünf Musiker gemeinsam auf der Bühne standen.

Laut Villa Musica stehen in den kommenden elf Monaten mehr als 120 weitere Konzerte im ganzen Land auf dem Programm. Die Mozartakademie mit Johannes Pramsohler reiht sich da als eines von vielen Highlights ein, in denen internationale Musikerinnen und Musiker auf den Nachwuchs der Stiftung treffen.

Warum sich der Blick nach Engers lohnt

Das Deutsche Eck, die Mosel, der Rhein – Koblenz und die Region haben viele Gesichter. Eines davon ist eben auch dieses: ein Schloss, in dem Kammermusik auf höchstem Niveau zuhause ist, und das nur einen Katzensprung von Koblenz entfernt. Wer Lust auf einen Abend zwischen Mozart-Arien und barocker Spielfreude hat, findet in Engers, Herdorf oder Ingelheim die passende Gelegenheit dazu. Und vielleicht ist das ja auch ein kleiner Denkanstoß für den nächsten freien Abend: Nicht jede Kultur muss weit weg liegen. Manchmal reicht ein Blick in den eigenen Kalender – und die Musik kommt direkt vor die Haustür.

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