
Maker Faire Mittleres Rheinland: Am 7. und 8. November verwandelt sich die Sayner Hütte in Bendorf in eine Werkstatt für Technik, Handwerk und Kreativität zum…
Kennst du das Gefühl, wenn aus einer Idee plötzlich etwas Greifbares wird? Genau darum geht es am 7. und 8. November in Bendorf. Die Sayner Hütte, sonst stilles Industriedenkmal, verwandelt sich an diesem Wochenende in einen Ort, an dem Technik, Handwerk und Kreativität aufeinandertreffen. Die Maker Faire Mittleres Rheinland feiert dort Premiere – und das ausgerechnet in einer Gießhalle, die selbst ein Stück Technikgeschichte ist.
Veranstalter ist der MakerSpace Mayen-Koblenz. Wie lebendiges-neuwied.de berichtet, wird die Sayner Hütte für zwei Tage zum Treffpunkt für Maker, Technikbegeisterte, Kreative und Familien, die neugierig darauf sind, wie aus Ideen etwas Neues entsteht. Robotik und 3D-Druck treffen auf traditionelles Handwerk, Kunst, Steampunk und Bildung. Eine bunte Mischung, die zeigt: Zukunft und Vergangenheit liegen manchmal näher beieinander, als man denkt.
Das Besondere an diesem Format ist der Mitmach-Gedanke. Niemand soll hier nur staunen müssen. Besucherinnen und Besucher können laut lebendiges-neuwied.de Roboter steuern und programmieren, Elektronik löten, digitale Fertigung kennenlernen und sich an einem Flugsimulator ausprobieren. Wer schon immer wissen wollte, wie sich ein Lötkolben anfühlt oder wie ein Roboterarm gesteuert wird – hier ist die Gelegenheit.
Die Bandbreite der Exponate ist groß. Funktionsfähige klassische Computer aus den Jahren 1980 bis 2000 laden zu einer Reise in die digitale Vergangenheit ein. Daneben trifft ein ferngesteuertes Modell der historischen Blériot XI auf Modell-Zeppeline und eine selbstgebaute Luftschiffgondel. Funkamateure zeigen Live-Funkbetrieb, andere Ausstellende widmen sich 3D-Druck, Robotik, Animatronik, Upcycling, historischen Textiltechniken oder Architektur. Wer hätte gedacht, dass so viele Welten an einem Ort zusammenkommen?
Ein eigener Steampunk-Bereich verbindet Fantasie, Handwerk und Technik mit außergewöhnlichen Apparaturen, textiler Fertigung und Science-Fiction-Interpretationen – sogar eine Zeitreisepasskontrolle gehört laut lebendiges-neuwied.de dazu. Das klingt nach Spielerei, steckt aber voller handwerklicher Detailarbeit.
Gleichzeitig bekommt die Veranstaltung einen ernsteren Unterton. Mit der Smarten Region MYK10, dem Ada-Lovelace-Projekt der Hochschule Koblenz und den 4FutureLabs der Hochschule für Gesellschaftsgestaltung greift die Maker Faire Digitalisierung und MINT-Themen auf und stellt die Frage, wie Menschen ihre Zukunft aktiv mitgestalten können. Auch der Veranstalter selbst zeigt Gesicht: Der MakerSpace Mayen-Koblenz stellt seine Idee der Freien Forschungszeit sowie seine Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen vor. Erstmals wird dort außerdem der Prototyp der sogenannten MakerBox öffentlich präsentiert.
Die Maker Faire Mittleres Rheinland ist kein Einzelfall, sondern Teil einer größeren Bewegung. Wie Maker-faire.de berichtet, ist die Saison 2026 mit mehreren Stationen in Deutschland unterwegs. Nach der Maker Faire Hannover, die nach Angaben von Maker-faire.de rund 17.500 Teilnehmende an 245 Ständen anzog, und der Maker Faire Tübingen, die am 17. Oktober in der Shedhalle auf dem alten Schlachthofareal stattfand, reiht sich Bendorf nun in den Kalender ein. Parallel zur Premiere in der Sayner Hütte fand am 7. November auch die siebte Maker Faire Salzburg statt.
Das Konzept dahinter bleibt überall ähnlich: Menschen zusammenbringen, die etwas bauen, basteln, programmieren oder einfach nur verstehen wollen, wie Dinge funktionieren. In Hannover gehörte dazu laut Maker-faire.de etwa eine Entdeckertour, an der 144 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren teilnahmen und vom Löten bis zum Basteln eines Schlüsselanhängers aus recyceltem Material verschiedene Stationen durchliefen. Auch Formate wie die „Voltronics“-Show mit zwei 2,2 Meter hohen Tesla-Spulen oder die Kunstinstallation BuzzBird – ein fünf Meter spannender Metallvogel des Konstrukteurs Eitan Rieger – zeigen, wie vielseitig die Maker-Szene unterwegs ist.
Für die Rhein-Mosel-Region ist die Premiere in Bendorf mehr als nur eine weitere Veranstaltung im Terminkalender. Sie bringt ein bundesweit etabliertes Format an einen Ort, der selbst für Industriegeschichte steht – die Sayner Hütte war schließlich einmal ein Zentrum der Eisenverarbeitung. Technik von gestern trifft auf Technik von morgen, und mittendrin stehen Menschen, die einfach ausprobieren wollen.
Vielleicht ist das ja der Moment, in dem du merkst, wie viel Erfindergeist direkt vor der eigenen Haustür steckt. Man muss nicht nach Hannover oder Tübingen fahren, um zu sehen, wie aus einer Idee ein fertiges Projekt wird. Manchmal reicht ein Wochenende in Bendorf.






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