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LUA-Baustelle in Bubenheim: 144 Millionen Euro und ein neuer Zeitplan in Sicht

LUA-Neubau in Koblenz-Bubenheim: Kostenrahmen steigt auf 144 Millionen Euro. Neue Ausschreibung läuft, Vergabe soll Mitte Oktober abgeschlossen sein.

Redaktion
·
6. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Wenn aus einer Baustelle ein Dauerthema wird

Wer regelmäßig über die B9 Richtung Bubenheim fährt, kennt das Bild längst: der Rohbau des Landesuntersuchungsamts steht, doch drumherum tut sich wenig. Genau dieses Bild hat jetzt wieder Zahlen bekommen — und die sind größer geworden. Das rheinland-pfälzische Bau- und Kommunalministerium unter Minister Sven Teuber hat bestätigt, dass sich der genehmigte Kostenrahmen für den Neubau auf 144 Millionen Euro erhöht hat. Zur Einordnung: Ursprünglich war einmal von 50 bis 60 Millionen Euro die Rede. Das ist, mit Verlaub, eine andere Hausnummer.

Das kennt man ja aus dem ein oder anderen Bauprojekt in der Region — aber bei dieser Dimension lohnt sich ein genauerer Blick, was da eigentlich schiefgelaufen ist und wie es jetzt weitergeht.

Rohbau fertig, dann kam der Stillstand

Der Rohbau des Gebäudes stand bereits 2019. Danach lief es allerdings alles andere als rund. Weil ein beauftragtes Ingenieurbüro für Versorgungs- und Elektrotechnik Schlechtleistungen ablieferte, musste der Auftrag gekündigt werden. Später meldete, wie der WW-Kurier berichtet, auch eine Firma für Sanitär-, Wasser- und Abwasserarbeiten Insolvenz an — ein Schlüsselgewerk, das dem Projekt fehlte. Die Folge: Die Arbeiten kamen zum Erliegen, während die Kosten munter weiterliefen.

Die ursprünglich veranschlagte Bauzeit von vier Jahren ist damit längst Geschichte. Und wer sich erinnert, mit welchem Anspruch das Projekt 2016 gestartet war, merkt erst recht, wie weit man inzwischen vom Plan abgewichen ist.

Neue Ausschreibung, neue Hoffnung

Immerhin: Es bewegt sich wieder etwas. Im März 2026 wurde das Verfahren mit einer europaweiten Ausschreibung neu gestartet. Seit August laufen laut Ministerium Verhandlungsgespräche, aktuell werden noch abschließende Bieterfragen geklärt. Der Abschluss des Vergabeverfahrens ist für Mitte Oktober vorgesehen. Wird ein neues Unternehmen beauftragt, könnten die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden — und erst dann will das Ministerium auch einen neuen Fertigstellungstermin nennen.

Bis dahin bleibt es bei dem, was man schon länger weiß: Ein fester Zeitpunkt, wann das Landesuntersuchungsamt tatsächlich einzieht, steht nicht fest. Wer auf eine schnelle Lösung gehofft hatte, muss sich wohl noch etwas gedulden.

Was am Ende entstehen soll

Dabei hat das Projekt durchaus Substanz. Der fünfgeschossige Neubau im Gewerbe- und Technologiepark Bubenheim/B9 erstreckt sich über rund 100 Meter Länge. Geplant sind mehr als 5.000 Quadratmeter Laborflächen sowie knapp 3.000 Quadratmeter für Büros, eine Kantine und eine Bibliothek. Rund 280 der insgesamt etwa 500 Beschäftigten des Landesuntersuchungsamts sollen am Ende hier arbeiten, wie aus den Angaben des Ministeriums hervorgeht. Die Behörde selbst hat auch Standorte in Landau, Mainz, Speyer und Trier.

Was macht das LUA eigentlich genau? Mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Die 2000 gegründete Behörde ist unter anderem zuständig für die Untersuchung von Lebensmitteln auf Schadstoffe oder irreführende Kennzeichnung, für die Sicherheit unseres Trinkwassers und für die Bekämpfung von Tierseuchen wie der Vogelgrippe. Auch beim Schutz vor Infektionskrankheiten wie Corona oder Influenza spielt das Amt eine Rolle. Kurzum: Diese Arbeit betrifft uns alle, auch wenn sie meistens im Hintergrund passiert.

Fast schon kurios wirkt da die Ankündigung aus dem Jahr 2016, als der Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) das Projekt vorstellte: Im neuen Gebäude solle sogar die Untersuchung eines toten Elefanten möglich sein. Ein Satz, der zeigt, wie groß die Ambitionen einmal waren — und wie weit das Projekt seitdem von seinem ursprünglichen Zeitplan abgekommen ist.

Ein Projekt, das Geduld verlangt

144 Millionen Euro für ein Labor, das eigentlich längst hätte stehen sollen — das ist eine Zahl, die man sich merken sollte, wenn in Mainz wieder über Großprojekte diskutiert wird. Gleichzeitig zeigt der neue Zeitplan, dass zumindest wieder Bewegung in die Sache kommt. Mitte Oktober soll die Vergabe abgeschlossen sein, dann könnte auf der Baustelle in Bubenheim endlich wieder gearbeitet werden.

Bis dahin bleibt nur: hinschauen, wenn man an der B9 vorbeifährt, und sich daran erinnern, dass hinter jeder stillstehenden Baustelle am Ende Menschen stehen, die arbeiten wollen — und eine Region, die auf funktionierende Labore angewiesen ist.

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