
Koblenz wird im Oktober pink: Vorträge, BH-Aktion, Basketball mit Herz und Pink Paddler auf der Mosel – das Pinktober-Programm der Region im Überblick.
Schaut ihr demnächst durch die Koblenzer Altstadt und seht plötzlich überall pinke BHs hängen? Keine Sorge, das ist kein Streich. Im Oktober wird Koblenz wieder pink. Seit 2017 haben sich verschiedene Einrichtungen aus der Region zusammengeschlossen, um gemeinsam auf Brustkrebs aufmerksam zu machen – und das Programm, das dabei entsteht, kann sich sehen lassen.
Der Hintergrund ist ernst: Jährlich erkranken mehr als 70.000 Frauen in Deutschland neu an Brustkrebs, im Schnitt trifft es jede achte Frau im Laufe ihres Lebens. Der internationale Brustkrebsmonat, 1985 von der American Cancer Society ins Leben gerufen, rückt deshalb jedes Jahr im Oktober die Themen Vorbeugung, Forschung und Behandlung ins öffentliche Bewusstsein. Aus Oktober wird Pinktober – auch bei uns an Rhein und Mosel.
Los geht das Koblenzer Programm am 2. Oktober mit der Eröffnung der BH-Aktion im Wäschegeschäft Laura Löber in der Marktstraße. Oberbürgermeister David Langner ist mit dabei, gefeiert wird anschließend ab 17 Uhr im Oh la la am Entenpfuhl. Wer durch die Altstadt schlendert, wird die pinken BHs in den Schaufenstern kaum übersehen – und genau das ist der Clou der Aktion: Jeder achte BH ist schwarz. Eine stille, aber deutliche Zahl mitten im Stadtbild.
Schon zwei Tage später wird es sportlich: Am 4. Oktober laufen die EPG Baskets in der EPG Arena zum Pinktober-Spieltag auf – Einlass ist um 15:30 Uhr, Spielbeginn um 17 Uhr. Die Mannschaft spielt in pinken Trikots, dazu gibt es ein Rahmenprogramm. Basketball und Solidarität, das passt an diesem Nachmittag zusammen.
Den restlichen Oktober über reiht sich ein dichtes Programm an Informationsveranstaltungen aneinander. Die Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz lädt in ihre Räume in der Löhrstraße ein – etwa am 7. Oktober zum Vortrag „Positive Psychologie – Mit neuer Kraft zu mehr Lebensfreude“ mit Julia Fuhrmann, oder am 22. Oktober zum Thema Fatigue bei Brustkrebs mit der Psychoonkologin Katharina Domogalla. Wer lieber in Bewegung bleibt, kann am 12. Oktober eine kostenfreie Yoga-Schnupperstunde mitnehmen oder sich am 21. Oktober beim freien Malen ausprobieren.
Auch die Kliniken der Region öffnen ihre Türen. Im Marienhof, dem Brustzentrum des Katholischen Klinikums Koblenz Montabaur, gibt es am 9. Oktober gleich zwei Workshops der Physiotherapie-Abteilung – zu Beckenbodenfunktionsstörungen nach Brustkrebs und zur Onkologischen Trainingstherapie. Am 26. Oktober folgt ein kostenloses Kosmetikseminar für Krebspatientinnen, am 29. Oktober eine Info-Talk-Runde mit den Senologinnen und Senologen des Hauses. Das Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein lädt am 28. Oktober ins Konferenzzentrum am Kemperhof zur Gesprächsrunde „Gemeinsam gegen Brustkrebs“ ein, bei der Expertinnen und Experten rund um Früherkennung und Behandlung Rede und Antwort stehen.
Die Organisation Herzkissen – gemeinsam gegen Krebs bringt gleich mehrere Formate ins Programm: einen Vortrag über Trauer am 8. Oktober, einen Kreativworkshop zum Gestalten von Kraftkarten am 19. Oktober, gemeinsames Herzkissennähen am 23. Oktober in St. Sebastian und einen Kurs zur Brustselbstuntersuchung nach der MammaCare-Methode am 24. Oktober. Wer lieber draußen unterwegs ist, findet bei der Frauenselbsthilfe Krebs am 20. Oktober das Format „Walk and Talk“ – ein Spaziergang, bei dem Gespräche einfach entstehen.
Ein besonderes Kapitel im Koblenzer Pinktober schreiben die Pink Paddler Koblenz. Die Gruppe bietet von Brustkrebs betroffenen Frauen die Möglichkeit, im Drachenboot wieder nach vorne zu schauen. Training und Wettkämpfe auf der Mosel schweißen das Team zusammen, wie die Pink Paddler auf ihrer Website schreiben – gemeinsam wird gelacht, gemeinsam wird auch mal geweint. Im Rahmen des Pinktober-Programms zeigen die Pink Paddler am 17. Oktober gleich zweimal, um 14 und um 17 Uhr, eine Unterwäschemodenschau im Wäschegeschäft Laura Löber: Frauen nach Brustkrebs präsentieren Mode für Betroffene und von Betroffenen.
Die Gruppe hat sich in den vergangenen Jahren sportlich einen Namen gemacht, holte zahlreiche Pokale nach Koblenz und qualifizierte sich für die Teilnahme an der Europameisterschaft 2025 in ihrem eigens getauften pinken Drachenboot namens „Ohana“. Unterstützt wurde die Anschaffung unter anderem durch Spenden der Sonnenschein Apotheke und des Katholischen Klinikums Koblenz. Wer die Arbeit der Pink Paddler unterstützen möchte, kann das per Spende an den Post-Sportverein Koblenz tun oder dem Team auf Instagram und Facebook folgen.
Das Koblenzer Pinktober-Programm läuft noch bis zum 30. Oktober, wenn im Marienhof die Autorin Simone Böhm aus ihrem Buch liest und anschließend der Austausch mit den Senologinnen und Senologen des Brustzentrums folgt. Dazwischen liegt ein Monat voller Angebote, die eines gemeinsam haben: Sie laden ein, hinzuschauen, zu reden, sich zu informieren – egal ob man selbst betroffen ist, eine Angehörige begleitet oder einfach nur wissen möchte, was Vorsorge heute bedeutet. Wer durch die Stadt geht und die pinken BHs sieht, kann sich diesen Oktober ruhig einen Moment Zeit nehmen und genauer hinschauen.






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