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Koblenz schrumpft schneller als gedacht: Was eine neue Studie zeigt

Neue Studie zeigt: Koblenz könnte bis 2045 doppelt so stark schrumpfen wie bisher angenommen. Was das für Schulen, Kitas und die Stadtplanung bedeutet.

Redaktion
·
10. Oktober 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Woche

Weniger Menschen, weniger Kinder: Was die Zahlen sagen

Wer durch die Koblenzer Altstadt läuft oder abends an der Moselbrücke steht, merkt davon erstmal nichts. Und trotzdem steckt in einer neuen Studie ein Satz, der aufhorchen lässt: Koblenz könnte bis 2045 deutlich mehr Einwohner verlieren, als die Stadt selbst bisher angenommen hat.

Wie merkurist.de berichtet, stammt die Prognose vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und der Wüstenrot-Stiftung. Untersucht wurden alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland für die kommenden 20 Jahre. Für Koblenz fällt das Ergebnis deutlich aus: Die Einwohnerzahl soll von 113.378 im Jahr 2024 auf 106.084 im Jahr 2045 sinken – ein Rückgang um sechs Prozent. Die städtischen Statistiker selbst rechnen laut merkurist.de in ihrer aktuellen Bevölkerungsvorausberechnung nur mit einem Minus von 2,9 Prozent. Die neue Studie geht also von einem doppelt so starken Rückgang aus.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Jüngsten. Laut der Prognose sinkt die Zahl der 0- bis 19-Jährigen um 19 Prozent. Gleichzeitig wächst die Gruppe der über 68-Jährigen um ein Prozent. Koblenz wird also nicht nur kleiner, sondern auch spürbar älter.

Was das für Schulen und Kitas bedeuten könnte

Für die Stadtverwaltung sind das keine abstrakten Zahlen, sondern Planungsgrundlage. Wie merkurist.de schreibt, geht Koblenz in seinem Schulentwicklungsplan schon jetzt von sinkenden Schülerzahlen aus. Bis 2027 soll die Zahl der Grundschüler bei rund 3900 stabil bleiben, danach aber „spürbar“ zurückgehen. Offen ist laut dem Bericht, was das konkret bedeutet: Werden die aktuell 216 Klassen an den 25 Grundschulen reduziert? Braucht es weniger Lehrkräfte? Oder müssen am Ende sogar Schulstandorte schließen? Antworten darauf muss die Stadtspitze erst noch finden.

Im bundesweiten Vergleich steht Koblenz mit diesem Problem nicht gut da. Laut der Studie landet die Stadt bei der Bevölkerungsentwicklung auf Platz 281 von 400 untersuchten Regionen. Die Nachbarregionen schneiden unterschiedlich ab: Der Landkreis Neuwied liegt auf Platz 97, der Kreis Mayen-Koblenz auf Platz 136, der Kreis Cochem-Zell auf Platz 203. Deutlich schlechter steht laut merkurist.de der Kreis Ahrweiler da, der den Platz 306 belegt.

Zahlen, die zum Nachdenken einladen

Noch ist das eine Prognose, keine Gewissheit. Aber sie zeigt, worüber Koblenz in den nächsten Jahren wird reden müssen: über Kitaplätze, über Schulstandorte, über Pflegeeinrichtungen und darüber, wie eine Stadt lebenswert bleibt, wenn sie kleiner und älter wird. Wer heute Kinder hat oder plant, welche zu bekommen, tut gut daran, diese Entwicklung im Hinterkopf zu behalten – nicht aus Sorge, sondern aus Interesse daran, wie sich die eigene Heimat verändert.

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