
Koblenz zeigt im Herbst 2026, was Gemeinschaft bedeutet: Die Interkulturellen Wochen starten am 27.
Koblenz ist keine Stadt, die stillsteht. Gerade im Herbst zeigt sich das besonders deutlich — wenn Initiativen, Vereine und Institutionen gemeinsam daran arbeiten, was eine Stadt ausmacht: den Zusammenhalt zwischen Menschen, die hier leben.
Vom 27. September bis zum 17. Oktober finden in Koblenz die Interkulturellen Wochen 2026 statt. Das bundesweite Motto lautet in diesem Jahr erneut „DAFÜR!“ — ein Zeichen, das bewusst fortgeschrieben wird. Nicht Abgrenzung, sondern Haltung: für Respekt, für Menschlichkeit, für Vielfalt und ein gutes Miteinander.
Wie die Stadt Koblenz mitteilt, stehen hinter dem Programm zahlreiche Initiativen, Vereine, Institutionen und engagierte Menschen aus der Region. Gemeinsam wollen sie Begegnung fördern, Vorurteile abbauen und die Vielfalt des gesellschaftlichen Zusammenlebens sichtbar machen. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender gesellschaftlicher Spannungen und Polarisierung sei es wichtig, auch deutlich zu machen, wofür man gemeinsam einstehe — nicht nur, wogegen.
Das Programm umfasst rund dreißig Veranstaltungen und Aktionen. Den organisatorischen Rahmen verantwortet der Beirat für Migration und Integration der Stadt Koblenz. Er lädt selbst zu einer der Veranstaltungen ein: Am 29. September, um 17.30 Uhr, findet im Koblenzer Rathaus ein Abend zum Thema „70 Jahre Anwerbeabkommen BRD-Italien“ statt — ein Datum, das in der Geschichte vieler Koblenzer Familien bis heute nachwirkt.
Das vollständige Programm der Interkulturellen Wochen 2026 ist auf der Website der Stadt Koblenz unter koblenz.de/ikw abrufbar.
Wer verstehen will, wie Gemeinschaft in Koblenz früher funktionierte, bekommt im Dezember eine besondere Gelegenheit. Das Landeshauptarchiv Koblenz lädt am Dienstag, 1. Dezember 2026, zu einem Vortragsabend ein. Unter dem Titel „Kriegserinnerungen, Kameraden und Kaiserschnitzel – Der Verein Eisernes Kreuz zu Koblenz“ beleuchtet Referent Sebastian Schneichel die Geschichte eines lokalen Veteranenvereins aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs.
Wie der WW-Kurier berichtet, analysiert Schneichel anhand historischer Originaldokumente, welche Rolle solche Vereine im gesellschaftlichen Leben der damaligen Stadt spielten. Im Mittelpunkt stehen konkrete Formen des Erinnerns an kriegerische Ereignisse, der Stellenwert von Kameradschaft und Geselligkeit sowie das Wirken des Vereins innerhalb Koblenz. Die Betrachtung solcher Veteranenvereine eröffne, so Schneichel, einen direkten Zugang zur Alltags- und Gesellschaftsgeschichte der Kaiserzeit — in den überlieferten Quellen fänden sich persönliche Erinnerungen ebenso wie gesellschaftliche Wertvorstellungen und Formen gemeinschaftlicher Identität.
Der Vortrag beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zum Austausch in geselliger Runde — ganz im Sinne des Themas, um das es an diesem Abend geht.
Zwei Veranstaltungen, zwei sehr unterschiedliche Zugänge — und doch ein gemeinsamer Gedanke: Koblenz ist eine Stadt, die sich fragt, was Menschen verbindet. Im September und Oktober sind es die Interkulturellen Wochen, die zeigen, wie Begegnung heute aussehen kann. Im Dezember ist es der Blick zurück, der zeigt, wie tief das Bedürfnis nach Gemeinschaft in der Stadtgeschichte verwurzelt ist.
Das kennt ihr, oder? Dieses Gefühl, dass die Region, in der man lebt, mehr ist als eine Postleitzahl. Koblenz lebt davon, dass Menschen sich hier einbringen — damals wie heute. Vielleicht ist das der beste Grund, beim nächsten Veranstaltungsabend einfach vorbeizuschauen.






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