
Der Landkreis Mayen-Koblenz baut sein Katastrophenschutzzentrum in Mendig auf: Wir erklären den Stand und warum Vorsorge auch privat ein Thema bleibt.
Wer sich in den vergangenen Jahren mit Katastrophenschutz in unserer Region beschäftigt hat, kennt die Debatte: Wo soll das neue Katastrophenschutzzentrum des Landkreises Mayen-Koblenz eigentlich hin? Die Antwort steht jetzt fest, und sie war nicht die, mit der viele zuerst gerechnet hatten.
Wie die Rhein-Zeitung berichtet, rangen die Kreisgremien lange um den geeigneten Standort. Zunächst war Kretz favorisiert. Der Kreistag Mayen-Koblenz entschied sich dann aber auf Vorschlag von Landrat Marko Boos für einen anderen Weg: Ein Standort im Gewerbepark Flugplatz Mendig, mit Halle und Bürogebäude, machte am Ende das Rennen. Dort sollen künftig unter anderem Einsatzfahrzeuge des Katastrophenschutzes vorgehalten werden.
Katastrophenschutz ist kein abstraktes Thema für Aktenordner in Verwaltungsgebäuden. Er betrifft den Moment, in dem es wirklich zählt: Hochwasser, Stromausfall, ein Unwetter, das mehr anrichtet als ein paar umgeknickte Äste. Die Region Rhein-Mosel hat in den vergangenen Jahren gelernt, wie schnell aus einer Wetterwarnung eine echte Krise werden kann. Genau deshalb ist es kein Nebenschauplatz, wenn ein Landkreis entscheidet, wo Fahrzeuge, Material und Einsatzkräfte im Ernstfall zusammenlaufen.
Ein zentrales Katastrophenschutzzentrum bedeutet kürzere Wege, klarere Zuständigkeiten und im besten Fall schnellere Reaktionszeiten, wenn es darauf ankommt. Mendig liegt verkehrsgünstig, und mit der vorhandenen Halle und dem Bürogebäude im Gewerbepark Flugplatz muss nicht alles neu gebaut werden.
Wer wissen will, wie Bevölkerungsschutz in Rheinland-Pfalz grundsätzlich organisiert ist, findet auf dem BKS-Portal des Landes einen Überblick über Zuständigkeiten, Ausbildung und die verschiedenen Organisationen, die im Ernstfall zusammenarbeiten. Landkreise und Verbandsgemeinden sind dort mit ihren eigenen Strukturen aufgeführt, von der Ausbildung der Einsatzkräfte bis zur technischen Ausstattung. Das zeigt: Katastrophenschutz ist ein Netzwerk aus vielen Ebenen, kommunal, auf Kreisebene und landesweit, das ineinandergreifen muss, damit es im Ernstfall funktioniert.
Die Standortfrage in Mayen-Koblenz ist geklärt, die Umsetzung läuft. Für uns als Hörerinnen und Hörer heißt das vor allem eines: Die Region rüstet sich weiter für Situationen, die hoffentlich nie eintreten, aber eben doch eintreten können. Wer schon mal überlegt hat, was zu Hause im Ernstfall fehlt, ein paar Kerzen, Wasser, ein Radio mit Batterien, findet in solchen Entscheidungen einen guten Anlass, das Thema nicht komplett zu verdrängen. Vorsorge beginnt nicht erst beim Kreis, sie beginnt auch im eigenen Flur.






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