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Gitarren-Duo Krumscheid und Theatergruppe INFLAGRANTI: Kultur lebt in Heimbach-Weis

Die Theatergruppe INFLAGRANTI aus Heimbach-Weis bringt Kultur zurück in die Dreifaltigkeitskapelle – mit Musik, Literatur und 35 Jahren Bühnenerfahrung.

Redaktion
·
27. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 3 Wochen

Heimbach-Weis ist kein Ort, der sich selbst besonders laut bewirbt. Und genau das ist seine Stärke. Denn wer genauer hinschaut, entdeckt hier eine lebendige Kulturszene, die auf echtem Engagement basiert — nicht auf Förderanträgen allein.

Die Dreifaltigkeitskapelle bekommt neues Leben

Seit 300 Jahren ist die Dreifaltigkeitskapelle in Heimbach-Weis ein Treffpunkt — für Gläubige, für Nachbarn, für Menschen, die einfach einen Moment innehalten wollen. In den vergangenen Jahren war es dort zunehmend still geworden. Das soll sich ändern. Wie die Rhein-Zeitung berichtet, planen Menia Ohrem, Ute Hartmann und Klaus Mäurer gemeinsam eine neue Veranstaltungsreihe in dem kleinen Gotteshaus im Herzen des Stadtteils. Musik, Kunst und Literatur sollen wieder einziehen — und dem Raum zurückgeben, was ihn über Jahrhunderte ausgemacht hat: die Begegnung.

Hinter dem Vorhaben steht die Heimbach-Weiser Theatergruppe INFLAGRANTI, die in der Region schon lange kein Geheimtipp mehr ist. Wer Klaus Mäurer kennt, weiß: Wenn er sich für etwas entscheidet, zieht er es durch — mit Herzblut und ohne Bühnenstaub zu scheuen.

INFLAGRANTI: 35 Jahre, die sich nicht verbiegen

Seit 35 Jahren begeistert INFLAGRANTI sein Publikum. Das ist in einer Zeit, in der viele Laienensembles nach einer Spielzeit wieder verschwinden, eine bemerkenswerte Ansage. Und alle machen das ehrenamtlich — Schauspielerinnen und Schauspieler, aber auch die vielen helfenden Hände hinter den Kulissen.

Im September 2025 zeigte das Ensemble Carlo Goldonis „Diener zweier Herren“ im Kirchenschiff der Abtei Rommersdorf. Wie die Abtei Rommersdorf-Stiftung auf ihrer Website berichtet, spielte das Ensemble unter der Regie von Ute Hartmann auf einem aufwendigen Bühnenbild auf drei Ebenen — die Höhe des Kirchenraums machte das möglich. Das Stück, 1746 erstmals aufgeführt, lebt von der Commedia-dell’arte: überzeichnete Figuren, rasante Dialoge, ausdrucksstarkes Spiel mit Mimik und Gestik.

Zum Ensemble gehörten unter anderem Menia Ohrem als Federico, Ute Hartmann als Clarice, Rainer Neuendorf als Dottore und Werner Drießen als Pantelone. Sebastian Schilasky verkörperte den Diener, der zwei Herren gleichzeitig dienen will — und dabei zunehmend Verwirrung stiftet. Vervollständigt wurde die Besetzung durch Elmar Deuster, Thomas Weber, Anette Brog, Nadine Fischbach, Birgit Kornek-Pfleger, Lukas Neumann und Josephine Ehscheidt.

Die Band, die alles zusammenhält

Zum festen Bestandteil jeder INFLAGRANTI-Inszenierung gehört seit langem die eigene Band. Klaus Mäurer, Dieter Wüster-Lindenau, Peter Zwick, Reiner Herrmann und Bärbel Ecker-Rust begleiten die Szenen auf der Bühne musikalisch — mal zurückhaltend, mal mit Temperament. Musik als Klammer, nicht als Dekoration. Das kennt man in Heimbach-Weis.

Und genau diese Verbindung aus Musik und Theater trägt auch die neue Idee für die Dreifaltigkeitskapelle. Ein Gitarren-Duo wie Krumscheid passt da hinein wie der erste Kaffee in einen ruhigen Morgen: Es braucht keinen großen Aufwand, um etwas zu bewegen — manchmal reichen zwei Gitarren und der richtige Raum.

Kultur, die zurückgibt

INFLAGRANTI macht Kultur nicht um ihrer selbst willen. Die Einnahmen aus den Aufführungen fließen in soziale Projekte der Region. 2025 sollen erneut lokale Jugendprojekte profitieren — darunter die Gladbacher Pfadfinder und der Bund der Pfadfinder und Pfadfinderinnen aus Neuwied. Das ist die Art von Heimatverbundenheit, die sich nicht inszenieren lässt. Die einfach da ist.

Heimbach-Weis zeigt, was möglich ist, wenn Menschen einen Ort wirklich mögen. Eine 300 Jahre alte Kapelle, eine Theatergruppe mit 35 Jahren Geschichte, Musik, Literatur — und der Wille, das alles lebendig zu halten. Nicht weil es jemand verlangt, sondern weil es sich richtig anfühlt.

Das ist die Rhein-Mosel-Region, wie wir sie kennen. Und wie sie klingt, hörst du auf 98.0.

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