
Ralf Arzheimer lebt seit knapp 60 Jahren im Heinrich-Haus. Das Sozialunternehmen aus Engers berichtet über seinen langen Weg und das Jahresthema Vielfalt.
Manche Geschichten erzählen mehr über einen Ort als jede Broschüre es könnte. Die von Ralf Arzheimer ist so eine Geschichte. Wie das Heinrich-Haus auf seiner Website berichtet, wohnt Ralf Arzheimer seit knapp 60 Jahren dort. Fast ein ganzes Leben an einem Ort — das gibt es selten, und es sagt viel darüber aus, wie sehr Menschen und Einrichtung miteinander verwachsen sind.
Nach Angaben des Heinrich-Hauses hat Ralf Arzheimer in dieser langen Zeit einiges erlebt: vom ersten E-Rollstuhl über gemeinsame Reisen bis zur heutigen Zeit. Solche Stationen zeigen, wie sich Teilhabe und Mobilität für Menschen mit Behinderung über Jahrzehnte verändert haben — und wie das Heinrich-Haus diesen Wandel über die Jahre mitgetragen hat. Wer knapp sechs Jahrzehnte an einem Ort lebt, erlebt nicht nur den eigenen Alltag, sondern auch, wie sich eine ganze Einrichtung weiterentwickelt.
Das Heinrich-Haus beschreibt sich selbst als modernes Sozialunternehmen mit Standorten in Neuwied, St. Katharinen, Höhn, Koblenz, Bendorf und Kettig. Das Angebot richtet sich an Menschen mit Körper-, Lern- und Sinnesbehinderungen sowie geistigen und psychischen Behinderungen und an Senioren. Ziel ist laut eigenen Angaben die ganzheitliche, individuelle Rehabilitation und gesellschaftliche Teilhabe der Menschen, die dort leben, lernen und arbeiten. Zum Leistungsspektrum zählen unter anderem Schulen, ein Berufsbildungswerk, Werkstätten für behinderte Menschen, Tagesförderstätten, Wohn- und Begleitangebote sowie ambulante Dienste und medizinisch-therapeutische Angebote.
Die Geschichte von Ralf Arzheimer reiht sich damit in ein größeres Bild ein: Das Heinrich-Haus versteht sich nicht nur als Wohnort, sondern als Ort, an dem Teilhabe über Jahrzehnte gelebt wird. Für die Rhein-Mosel-Region, in der die Einrichtung mit ihren verschiedenen Standorten tief verwurzelt ist, ist das keine Randnotiz. Wer knapp sechs Jahrzehnte lang bleibt, macht deutlich, dass ein solches Zuhause mehr ist als eine Adresse.
Passend dazu läuft bei der Josefs-Gesellschaft, zu der das Heinrich-Haus gehört, aktuell das Jahresthema „Vielfalt leben“. Wie die Einrichtung mitteilt, sollen Mitarbeitende, Leistungsnehmende, Patient:innen und Angehörige eingeladen sein, mit eigenen Foto- und Videobeiträgen aus dem Alltag der Josefs-Gesellschaft die gelebte Vielfalt sichtbar zu machen. Auch eine Projektwoche unter diesem Motto fand im September in allen Einrichtungen der Josefs-Gesellschaft statt.
Geschichten wie die von Ralf Arzheimer zeigen, was hinter diesem Jahresthema steckt: gelebte Biografien, die zeigen, wie sich Teilhabe über Jahrzehnte verändert und weiterentwickelt hat. Wer durch Engers fährt und am Heinrich-Haus vorbeikommt, sieht von außen ein Gebäude. Was sich dahinter über fast sechzig Jahre an einem einzelnen Lebensweg abgespielt hat, bleibt meist unsichtbar — bis jemand wie Ralf Arzheimer davon erzählt.






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