
Neuwied könnte am Bahnhof ein Fahrradparkhaus bekommen: Die SPD-Fraktion hat einen Antrag gestellt und setzt auf Bundesförderung von bis zu 90 Prozent.
Wer in Neuwied mit dem Rad unterwegs ist, kennt die Diskussion: Seit Jahren wird im Stadtrat über bessere Bedingungen für Radfahrende gesprochen, passiert ist aus Sicht vieler Bürger bislang zu wenig. Wie der NR-Kurier berichtet, kritisiert die SPD-Fraktion in einer Pressemitteilung, dass bis heute nicht genug für Radfahrer und Fußgänger getan worden sei – und das Unverständnis darüber wachse in der Bevölkerung.
Nun soll sich etwas bewegen. Der Neuwieder Stadtrat hat beschlossen, der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Kommunen in Rheinland-Pfalz, kurz AGFK, beizutreten. Die SPD-Fraktion begrüßt diesen Schritt, mahnt laut NR-Kurier aber zugleich, dass dem Beitritt echte Maßnahmen folgen müssten. Fraktionsgeschäftsführer Janick Helmut Schmitz wird mit den Worten zitiert, zu einer wirklichen Förderung von Fuß- und Radverkehr gehörten eben auch konkrete Taten.
Konkret will die SPD-Fraktion einen Vorschlag aufgreifen, der im Zusammenhang mit dem städtischen Verkehrsentwicklungsplan diskutiert wird: ein Fahrradparkhaus am Neuwieder Bahnhof. Hintergrund ist ein Förderaufruf des Bundes, wie der NR-Kurier schreibt. Demnach können Fahrradparkhäuser in Verbindung mit dem öffentlichen Personennahverkehr einen wesentlichen Beitrag zur Einsparung von Treibhausgas-Emissionen leisten. Für finanzschwache Kommunen wie Neuwied sei das Programm besonders interessant, da bis zu 90 Prozent der Kosten gefördert werden könnten.
Die SPD-Fraktion hat nach eigenen Angaben bereits einen entsprechenden Antrag bei der Stadtverwaltung eingereicht. Zusätzlich soll geprüft werden, ob sich der verbleibende Eigenanteil der Stadt über weitere Fördertöpfe decken lässt. Schmitz betont laut NR-Kurier, man wolle sich diese Gelegenheit im Sinne der Fahrrad-Infrastruktur und der Nachhaltigkeit nicht entgehen lassen.
Nicht nur die SPD, auch die Neuwieder Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) mischt sich mit eigenen Vorschlägen in die Debatte um den Verkehrsentwicklungsplan ein. In einem Positionspapier schlägt der ADFC unter anderem vor, den Radverkehr in geprüften Einbahnstraßen freizugeben und Grünpfeile für Radfahrende beim Rechtsabbiegen einzuführen, um den Radverkehr zu beschleunigen. Uwe Siebenmorgen, Mitglied im städtischen Planungsausschuss, wird vom NR-Kurier mit der Einschätzung zitiert, diese Maßnahmen seien zwar bereits im neuen Verkehrsentwicklungsplan vorgesehen, sollten aber wegen ihrer unkomplizierten Umsetzung schon vorher angegangen werden.
Die SPD-Fraktion schließt sich diesem Anliegen an und wirbt dafür, die Punkte aus dem ADFC-Positionspapier nicht nur als Anregung, sondern als konkretes Handlungsprogramm zu verstehen, damit die Verkehrswende in Neuwied tatsächlich gelingt.
Ob und wann aus dem Vorschlag ein echtes Fahrradparkhaus am Bahnhof wird, hängt nun von der weiteren Prüfung durch die Stadtverwaltung ab. Für alle, die morgens mit dem Rad zum Zug wollen, wäre ein sicherer, überdachter Abstellplatz jedenfalls mehr als nur ein Wunsch auf dem Papier.






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