
In Neuwied tauschten sich Jung und Alt bei der Langen Nacht der Demokratie aus – mit Podiumsdiskussion, Jugendbeirat und vielen Beteiligungsformaten.
Manchmal reicht ein Abend, um zu merken, wie viel Gesprächsstoff zwischen den Generationen steckt. In Neuwied ist genau das passiert: Am 1. November 2023 lud der Verband der Volkshochschulen Rheinland-Pfalz zur „Langen Nacht der Demokratie“ in die Volkshochschule Neuwied „Die Brücke“ ein. Wie der NR-Kurier berichtet, stand der Abend unter dem Motto „Zwischen Schutz und Stimme – Dialog der Generationen“ und versammelte im Amalie-Raiffeisen-Saal Menschen, die sonst selten an einem Tisch sitzen.
Das kennt ihr, oder? Diese Momente, in denen plötzlich eine 17-Jährige und ein Mitglied des Seniorenbeirats dieselbe Frage stellen: Wie viel Mitbestimmung braucht eine lebendige Demokratie?
Nach Angaben des NR-Kurier diskutierten auf dem Podium Bürgermeister Peter Jung, Seniorenbeiratsmitglied Werner-Andreas Fortuna-Kaltenborn und der Berliner Social-Media-Aktivist Ludwig, moderiert von Jannis Grabe. Die Runde lebte vor allem von den Fragen aus dem Publikum. Fortuna-Kaltenborn eröffnete mit einem Impulsvortrag zu seiner Sicht auf die Demokratie und aktuelle Herausforderungen, danach kam die 17-jährige Schülerin Zelal vom Werner-Heisenberg-Gymnasium zu Wort. Trotz unterschiedlicher Blickwinkel zeigte sich laut NR-Kurier ein gemeinsamer Nenner: der Wunsch nach Frieden und einer starken, wertebasierten Demokratie mit echten Mitbestimmungsmöglichkeiten für alle.
Beim Thema Wahlrecht ab 16 Jahren gingen die Meinungen zwar auseinander, in einem Punkt waren sich aber alle einig: Junge Menschen gehören in politische Entscheidungen eingebunden. Sonja Jensen, Koordinatorin der Kinderfreundlichen Kommune, verwies darauf, dass Neuwied das längst umsetzt – mit einem Jugendbeirat, der laut NR-Kurier seit über 25 Jahren fest in die politische Arbeit der Stadt eingebunden ist. Das ist kein kleines Detail, sondern zeigt, dass Beteiligung keine Idee von gestern ist, sondern gelebte Praxis.
Die lange Nacht war mehr als eine Podiumsdiskussion. Der Schulclub „Löwen mit Courage“ der IGS Johanna Loewenherz, der sich für Toleranz und gegen Rassismus einsetzt, beteiligte sich aktiv am Programm. Der Seniorenbeirat stellte eigene Projekte vor, etwa das Generationenkino und den Bürgerbus. Eine Fotoausstellung von Ulrike Beuttler rückte ältere Menschen voller Lebensfreude ins Bild und ergänzte das breite Angebot an Beteiligungsformaten, wie der NR-Kurier schreibt.
Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Musikschule Neuwied unter Leitung von Martin Geiger. Der Offene Kanal OK4 dokumentierte die Veranstaltung videografisch und präsentierte am Ende eine Collage der eingefangenen Stimmen – ein kleines Archiv eines Abends, der zeigt, wie Demokratie im Kleinen funktioniert.
Bürgermeister Peter Jung brachte es laut NR-Kurier so auf den Punkt: Demokratie lebt von Menschen, die sich einbringen, zuhören, diskutieren und Verantwortung übernehmen. Genau das ist in Neuwied an diesem Abend passiert – nicht als große Geste, sondern als ganz praktischer Austausch zwischen den Generationen.
Vielleicht ist das die eigentliche Erkenntnis dieser Nacht: Demokratie braucht keine großen Bühnen. Manchmal reicht ein Saal, ein paar ehrliche Fragen und die Bereitschaft, einander zuzuhören. Wo könnte dieser Austausch als Nächstes stattfinden – am Küchentisch, im Verein, oder einfach beim nächsten Gespräch mit jemandem, der ganz anders tickt als man selbst?






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