
Der DWD warnt im Kreis Neuwied vor Dauerregen mit bis zu 30 Litern pro Quadratmeter. Was das für Straßen und Verkehr bedeutet und wann es wieder trockener wird.
Schirm griffbereit, Scheibenwischer auf Dauerbetrieb — so fühlt sich dieser Freitag im Kreis Neuwied an. Der Deutsche Wetterdienst hat eine amtliche Warnung vor Dauerregen der Stufe 2 von 4 herausgegeben. Sie gilt seit Freitag, 9. Oktober, 11 Uhr, und reicht voraussichtlich bis Samstagfrüh, 3 Uhr. Wer heute noch Termine vor der Tür hat, sollte das im Hinterkopf behalten.
Herausgegeben wurde die Warnung bereits am Vormittag um 9.33 Uhr, wie der NR-Kurier berichtet. Die Sorge der Meteorologen: Straßen und Unterführungen können vereinzelt überflutet werden. Keine dramatische Lage, aber eben auch keine, die man auf die leichte Schulter nehmen sollte, wenn man mit dem Auto unterwegs ist.
Laut Daten von wetterdienst.de ist für den Zeitraum zwischen Freitag, 11 Uhr, und Samstag, 3 Uhr, mit Niederschlagsmengen zwischen 25 und 30 Litern pro Quadratmeter zu rechnen — und das bei einer Regenwahrscheinlichkeit von über 90 Prozent fast den ganzen Tag über. Die Temperaturen bewegen sich dabei zwischen 9 und 12 Grad, gefühlt teils noch kühler. Dazu weht ein schwacher bis mäßiger Wind aus Süd bis Südwest.
Der Regen kommt nicht in einem Schwall, sondern mit Unterbrechungen — klassischer Dauerregen eben, der sich über Stunden hinzieht und den Boden nach und nach sättigt. Genau das macht ihn tückisch: Nicht der einzelne Schauer ist das Problem, sondern die Summe, die sich ansammelt, wenn der Boden irgendwann nichts mehr aufnehmen kann.
Dass es ausgerechnet die Region um Neuwied trifft, hat einen meteorologischen Grund. Wie der Warnlagebericht der Regionalen Wetterberatung West erklärt, sorgen sich wiederholende atlantische Tiefausläufer aus Westen derzeit für unbeständiges, mildes und windiges Wetter in Rheinland-Pfalz und im Saarland. In sogenannten Südweststaulagen — dazu zählen Westerwald und Taunus — staut sich die feuchte Luft an den Hängen und regnet sich dort besonders ergiebig ab. Der DWD rechnet in diesen Lagen über einen Zeitraum von 12 bis 18 Stunden ebenfalls mit 20 bis 30 Litern pro Quadratmeter.
Und der Regen ist nicht das einzige Thema an diesem Tag. Laut Warnlagebericht frischte der Südwestwind am Vormittag auf, besonders im Bergland mit Windböen und stürmischen Böen zwischen 55 und 65 Kilometern pro Stunde, exponiert sogar mit Sturmböen bis 80 Kilometer pro Stunde. In tieferen Lagen blieb es bei einzelnen Böen um 55 Kilometer pro Stunde. In der Nacht zum Samstag sollte sich der Wind dann abschwächen.
Wer jetzt durchhält, wird belohnt. Nach den aktuellen Vorhersagedaten lässt der Regen in der Nacht zum Samstag nach, und der Samstag selbst zeigt sich in Neuwied überwiegend heiter bis locker bewölkt, mit Temperaturen zwischen 9 und 16 Grad. Der Sonntag legt noch einmal nach: überwiegend sonnig, bis zu 15 Grad, nur schwacher bis mäßiger Wind aus West. Das Wochenende dreht sich also noch zum Guten — nur der Freitag will eben erst mal durchgestanden werden.
Bis dahin gilt: Wer kann, meidet überflutete Straßenabschnitte und Unterführungen und passt sein Fahrverhalten an die Lage an. Keine Panik, aber ein bisschen mehr Abstand und ein bisschen weniger Tempo machen heute durchaus Sinn. Der Rhein und die Mosel nehmen das meiste locker, aber die kleinen Senken und Unterführungen in der Stadt reagieren schneller, als man denkt.
Schaut heute Abend noch mal aus dem Fenster, bevor ihr losfahrt. Manchmal sagt der Blick auf die Straße mehr als jede Vorhersage.






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