
Der Bogeler Herbstmarkt im Rhein-Lahn-Kreis zeigte Handgemachtes, regionale Genüsse und ein Dorf, das zusammenhält – mit 96 Ständen rund um die Mehrzweckhalle.
Kennt ihr das? Man fährt eigentlich nur kurz irgendwohin, um sich umzuschauen — und bleibt am Ende den ganzen Nachmittag. Genau so etwas kann einem in Bogel passieren. Am Samstag, 3. Oktober 2026, verwandelte sich das Dorf im Rhein-Lahn-Kreis von 11 bis 17.30 Uhr rund um die Mehrzweckhalle wieder in einen Treffpunkt für Selbstgemachtes, regionale Genüsse und gute Gespräche. Der Eintritt war frei, wie der Rheinlahner berichtet — und genau das passt zu einem Markt, der für alle offen sein will: Familien, Nachbarn aus den umliegenden Orten, Ausflügler und alle, die gern mal in Ruhe stöbern.
Seit 1995 gibt es den Bogeler Herbstmarkt schon. Das ist keine kurze Zeit für eine Dorfveranstaltung, und genau darin liegt ihr Wert. Eine Tradition, die über Jahrzehnte trägt, entsteht nicht von selbst. Sie braucht Menschen, die dranbleiben.
Was den Markt laut Rheinlahner besonders macht: Hier soll es keine beliebige Fabrikware geben. Stattdessen stehen Ein- und Handgemachtes, Ideenreichtum und Produkte im Mittelpunkt, hinter denen echte Menschen stecken. In einer Zeit, in der vieles mit ein paar Klicks bestellt wird, ist das kein kleines Versprechen. Wer durch die Reihen ging, konnte sehen, wer etwas genäht, gedrechselt, gebacken oder zusammengestellt hat — und bei Interesse auch gleich nachfragen, wie es entstanden ist.
In diesem Jahr wurden laut Rheinlahner 66 Stände im Außenbereich und 30 Stände in der Halle erwartet. Eine stattliche Zahl für ein Dorf dieser Größe, und sie zeigt, welchen Ruf der Markt mittlerweile über die Gemeindegrenzen hinaus genießt. Viele Aussteller sind seit Jahren dabei, gleichzeitig gab es reichlich neue Anfragen von Menschen, die ihre Produkte erstmals in Bogel zeigen wollten. Diese Mischung aus Vertrautem und Neuem hält eine solche Veranstaltung lebendig.
Weil der Markt in den vergangenen Jahren gewachsen ist, wurde für 2026 erstmals auch die Rheinstraße parallel zum Hallenparkplatz gesperrt, wie der Rheinlahner schreibt. So entstand zusätzlicher Raum für Stände und Besucher. Eine solche Erweiterung klingt nach einer kleinen Randnotiz, bedeutet aber im Hintergrund jede Menge Abstimmung — mit der Gemeinde, mit Behörden, mit den Menschen, die am Ende alles aufbauen.
Veranstalter des Markts ist der Verkehrs- und Verschönerungsverein Bogel, dessen Vorsitzende Yvonne Dietrich ist. Nach Angaben des Rheinlahner unterstützen Bürgermeister und Gemeinderat, die Gemeindearbeiter sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer das Marktgeschehen. Besonders erwähnt wird die Unterstützung von Gemeindearbeiter Lutz Ruppmann, für die Stromversorgung sorgten demnach Jörg Reckermann und Michael Schneider. Solche Namen landen selten in der Berichterstattung, dabei steckt gerade in diesen Aufgaben ein Großteil der Arbeit, die einen Markt überhaupt erst möglich macht.
Wer sich für den Verein selbst interessiert: Laut einem Registerauszug von North Data ist der Verkehrs- und Verschönerungsverein Bogel e.V. beim Amtsgericht Koblenz unter der Nummer VR 2119 eingetragen, die ursprüngliche Eintragung erfolgte bereits 1980. Ein Verein also, der schon lange vor der ersten Marktausgabe bestand und sich seither für das Dorf engagiert.
Der Markt lebt seit vielen Jahren vom Einsatz seiner Marktfrauen. Nach Angaben des Rheinlahner gehören Sandra Balzer, Andrea Plies und Claudia Redert zu den prägenden Kräften, zwei von ihnen sind sogar seit der Gründung 1995 dabei. Jessica Dexheimer kam vor vier Jahren als Nachrückerin dazu, 2026 verstärkten Isabella Mieder und Lara Gurski das Team. Erfahrung trifft hier auf frische Kräfte — und genau so bleibt eine Tradition über Jahrzehnte hinweg tragfähig, ohne starr zu werden.
Zu einem Herbstmarkt gehört natürlich auch das leibliche Wohl. Neu dabei war 2026 laut Rheinlahner Weinbau Bohei aus St. Goarshausen, ein kleiner, handwerklich arbeitender Betrieb, der regionale Weine mitbrachte. Ebenfalls neu: der Brunnenhof der Familie Mallasch aus Grebenroth mit Raps- und Sonnenblumenöl aus eigenem Anbau sowie regionalen Mehlen und Backmischungen.
Die Feuerwehr Bogel sorgte traditionell für Grillspezialitäten, in diesem Jahr auch mit einer vegetarischen Variante. Die Jäger brachten ihre bekannte Gulaschsuppe mit, der Sportverein bot verschiedene Suppen und Kartoffelpuffer an. Beim Förderverein des Kindergartens gab es frisch gebackene Waffeln, heißen Kakao und Slush-Ice, die Landjugend steuerte Zwiebelkuchen und Federweißer bei — passender geht es zum Herbst kaum. Kuchen und Torten der Landfrauen und der Chorgemeinschaft rundeten das Angebot ab, diese werden laut Rheinlahner gespendet und gelten seit Jahren als beliebter Anziehungspunkt.
Mitwirkende Vereine und Gruppen waren demnach unter anderem der Landfrauenring Bogel, die Chorgemeinschaft Bogel, die Feuerwehr Bogel, der Förderverein Kindergarten Bogel, der Sportverein Bogel und die Landjugend. Wenn so viele Gruppen gemeinsam anpacken, bleiben Einnahmen und Arbeit im Dorf — ein Besuch unterstützt dann ganz praktisch die Gemeinschaft vor Ort.
Der Bogeler Herbstmarkt versteht sich als Familienmarkt. Während die Erwachsenen durch die Stände schlenderten, gab es für Kinder laut Rheinlahner Kinderschminken, ein Spiel- und Bastelzelt sowie eine Hüpfburg. Neu war in diesem Jahr Zuckerwatte. Die Jugendfeuerwehr Bogel übernahm den Parkplatzdienst und half den Gästen, einen Parkplatz zu finden — ein Stück Verantwortung, das junge Menschen hier ganz praktisch übernehmen.
Ein Dorf, das zeigt, was in ihm steckt — das ist am Ende die Geschichte hinter diesem Markt. Nicht die perfekt durchgestylte Veranstaltung, sondern Menschen aus der Region, handwerkliches Können, Vereine, die zusammenhalten, und Besucher, die sich Zeit füreinander nehmen. Wer schon mal auf einem Dorfmarkt stand und gesehen hat, wie selbstverständlich hier alle mit anpacken, weiß: Das lässt sich nicht einfach kopieren.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum der Bogeler Herbstmarkt längst über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist. Wer einmal da war, kommt oft wieder — und erzählt es weiter. Wann wart ihr zuletzt auf einem Markt, auf dem ihr noch gefragt habt, wer etwas gemacht hat?
Update: Es gibt neue Entwicklungen zu diesem Thema:






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