
Rückblick auf die Deutschland Tattoo Show 2023 auf der Loreley: Marching Bands, Dudelsack-Musik und militärische Tradition trafen auf Rhein-Kulisse.
Die Loreley ist für so manches Konzertereignis gut – und am 10. Juni 2023 stand dort ein ganz eigenes Spektakel auf dem Programm: die „Deutschland Tattoo – Royal Music Show“. Wer schon mal auf der Freilichtbühne stand und den Rhein unter sich liegen sah, weiß, wie besonders dieser Ort für Veranstaltungen ist. An diesem Juni-Abend kamen Marching Bands, Dudelsack-Klänge und viel Pomp zusammen.
Wer bei „Tattoo“ zuerst an Tinte auf der Haut denkt, liegt daneben. Der Begriff stammt, wie auf venyoo.de nachzulesen ist, aus dem 17. und 18. Jahrhundert und geht auf die Wendung „Doe den tap toe“ zurück – sinngemäß „Dreht die Zapfhähne zu“. Damit wurde in Schottland signalisiert, dass der Ausschank in der Wirtsstube endet und die Soldaten zurück in ihre Unterkünfte sollen. Aus diesem militärischen Signal wurde später „Tattoo“ als Bezeichnung für musikalische Großveranstaltungen mit Bands und marschierenden Formationen.
Stadtleben.de ordnet die Veranstaltung in diese Tradition ein und beschreibt sie als Verbindung aus traditioneller Dudelsack-Musik, Trommelwirbel und choreografierten Tänzen – ergänzt um Feuerwerk und zahlreiche Mitwirkende, von Musikerinnen und Musikern bis hin zu Pferden.
Die Show auf der Loreley war dabei kein Einzelfall, sondern Teil einer größeren Reihe. Laut stadtleben.de lief das „Deutschland Military Tattoo“ bereits erfolgreich auf Schalke und in der Frankfurter Festhalle – mit mehr als fünf Millionen Aufrufen auf Youtube, wie es dort heißt. 2023 kam das Format demnach auch in Kaltenberg und Magdeburg zur Aufführung. Die Loreley war also einer von mehreren Schauplätzen eines Konzepts, das sich über die Jahre in unterschiedlichen Regionen Deutschlands etabliert hat.
Produzent Ulrich Lautenschläger entwickelte die Idee nach eigenen Angaben bei einem Besuch in London anlässlich einer Geburtstagsparade für die Queen. Pferde, Uniformen, Musik und das junge Publikum vor Ort hätten ihn so beeindruckt, dass er das Konzept nach Deutschland holen wollte – zuerst auf die Loreley, wie stadtleben.de schreibt.
Wer bei „Militärmusik“ nur an klassische Märsche denkt, liegt nur halb richtig. Laut venyoo.de verbindet die Show klassische Märsche mit bekannten Rock-, Pop- und Schlager-Songs. Produzent Lautenschläger wird mit den Worten zitiert, das Bühnenbild verwandle jede Arena in ein „Royal Opera House“ – ein Anspruch, der zur Loreley mit ihrer markanten Kulisse am Rhein durchaus passt.
Die musikalische Leitung lag laut stadtleben.de bei Major Jason Griffiths, der zuvor die Band der Leibgarde von Queen Elizabeth II dirigiert hatte und 2016 die musikalische Leitung des Royal Edinburgh Military Tattoo innehatte – dem Vorbild für viele ähnliche Formate weltweit.
Dass sich das „Deutschland Tattoo“ über die Jahre auch bei einem jüngeren Publikum etabliert hat, betonen beide Quellen übereinstimmend. Internationale Marching Bands mit farbenprächtigen Uniformen und ausgefeilten Choreografien sorgten demnach für ein Programm, das Tradition und Show-Elemente verbindet – ergänzt um sogenannte „Highland Dances“, bei denen Tänzerinnen auftraten.
Für die Loreley war der Abend damit einer von vielen Belegen dafür, dass die Freilichtbühne weit mehr ist als ein reiner Konzertort für Rock und Pop. Ob Dudelsack oder Schlager-Medley – der Felsen über dem Rhein bietet offenbar Raum für ganz unterschiedliche musikalische Formate. Und wer selbst dort stand, weiß: Die Akustik und die Kulisse machen aus jedem Auftritt etwas, das man nicht alle Tage erlebt.






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