
Die 444-Meter-Brücke zwischen Rauental und Goldgrube ist komplett betoniert. Die Stadt Koblenz plant die Eröffnung für die erste Jahreshälfte 2026.
Wer in letzter Zeit zwischen Rauental und Goldgrube unterwegs war, hat es vielleicht schon gesehen: Die neue Geh- und Radwegbrücke erstreckt sich jetzt über ihre komplette Länge von 444 Metern. Nach dem Einhub der großen Stahlbauteile im März über die zwölfgleisige Bahntrasse wurde nun auch der letzte Abschnitt der nördlichen Rampe in Beton gegossen, wie die Stadt Koblenz mitteilt. Aus einer imposanten Stahlkonstruktion wird damit Stück für Stück eine Brücke, die man tatsächlich begehen kann.
Aktuell wird laut Stadtverwaltung die Deckschicht aufgetragen. Ein spezieller Belag soll dafür sorgen, dass man auf der Brücke sicher unterwegs ist, egal ob zu Fuß oder mit dem Rad. Für die Sicherheit abseits des Tageslichts sorgt künftig eine ausgeklügelte Beleuchtung: 524 LED-Leuchten werden beidseitig in den Handlauf eingebaut und strahlen direkt auf den Geh- und Radweg.
Sobald die Handläufe montiert sind, stehen Schwingungsmessungen an. Erst danach lässt sich ein Schwingungsdämpfer planen und fertigen, der in der Mitte der Brücke eingelassen wird und Schwingungen der Konstruktion ausgleichen soll. Vorher, so die Stadt, würden solche Messungen noch kein belastbares Ergebnis liefern.
Parallel dazu hat an beiden Enden der Brücke der Bau der Treppentürme begonnen. Der tragende Mittelteil wird direkt vor Ort betoniert, Treppen und Podeste kommen als Fertigteile und werden per Kran eingehoben und befestigt. Diese Türme sollen später einen direkten Zugang zur Brücke ermöglichen, ohne dass man die langen Rampen nehmen muss.
Außerdem steht der Bau des Abwassersystems an, damit die Entwässerung der fertigen Brücke funktioniert. Dafür sind umfangreiche Erdarbeiten nötig, um die Kanäle einzubringen, die auch bei Starkregen den Wasserablauf sicherstellen.
Stephan Landen, Abteilungsleiter des Brückenbaus im Tiefbauamt der Stadt Koblenz, erklärt laut Mitteilung der Stadt, dass vor allem das Aufbringen des Belags, aber auch andere anstehende Arbeiten stark von der Witterung abhängen. Massive Verzögerungen seien aktuell aber nicht zu erwarten. Die Stadt rechnet deshalb mit einer Eröffnung in der ersten Jahreshälfte des kommenden Jahres.
Während die Brücke wächst, läuft im Hintergrund noch ein anderer Prozess: Vom 1. Juli bis 16. August konnten Koblenzerinnen und Koblenzer Namensvorschläge für die neue Verbindung einreichen. Insgesamt sind 262 Vorschläge eingegangen. Der Arbeitskreis Straßenbenennung erarbeitet derzeit eine Empfehlung, über die dann im November der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Stadtrat entscheiden sollen.
Bis dahin bleibt die Brücke ein Projekt im Werden — Beton, Stahl und mehrere hundert LED-Leuchten, die irgendwann einen ganz eigenen Namen tragen werden.






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