
25 Jahre Rettungshundestaffel Rhein-Mosel: Wie Ehrenamtliche mit ihren Hunden vermisste Menschen in der Region Koblenz finden und welche Einsätze das zeigen.
Stell dir vor, ein Angehöriger wird vermisst. Draußen wird es dunkel, das Handy ist aus, niemand weiß, in welche Richtung die Person gegangen ist. Genau in solchen Momenten kommt in unserer Region die Rettungshundestaffel Rhein-Mosel ins Spiel. Seit knapp 25 Jahren sucht der Verein aus Kottenheim bei Mayen gemeinsam mit ausgebildeten Hunden nach Menschen, die nicht mehr allein zurechtfinden. Das kennt ihr vielleicht aus der Nachbarschaft, oder? Ein Anruf, ein Streifenwagen, und irgendwann taucht ein Team mit Hund auf, das systematisch ein Waldstück oder eine Wiese absucht.
Wie Merkurist berichtet, zählt die Staffel derzeit 35 Mitglieder. Eine von ihnen ist Magdalena Molkenthin, 34 Jahre alt, Hundeführerin, Suchtrupphelferin und Sanitäterin in Personalunion. Seit Anfang 2023 ist sie mit ihrer heute vierjährigen Hündin Lotta im Einsatz. Lotta ist auf Flächensuche geprüft — das heißt, sie kann größere Areale systematisch nach einer vermissten Person absuchen.
Zum Einsatz kommt die Staffel nach Angaben von Merkurist meistens dann, wenn ältere Menschen vermisst werden, häufig mit einer Demenzerkrankung. Ist die vermisste Person zusätzlich auf Medikamente angewiesen, wird jede Minute kritischer, weil sich der Gesundheitszustand schnell verschlechtern kann. Auch bei vermuteter Suizidabsicht oder anderen psychischen Ausnahmesituationen werden die Teams alarmiert.
Ein Einsatzteam besteht laut Merkurist immer aus drei Elementen: dem Hund, dem Hundeführer und einem Suchtrupphelfer, der den Funkkontakt hält und bei der Erstversorgung unterstützt. Dabei arbeitet die Staffel eng mit Polizei, Feuerwehr und weiteren Hilfsorganisationen zusammen — ein Zusammenspiel, das sich auch in den Einsatzberichten anderer Wehren aus der Region wiederfindet.
Die Freiwillige Feuerwehr Brey etwa listet in ihrer Einsatzchronik mehrere Personensuchen, bei denen die Rettungshundestaffel mit angefordert wurde. Am 7. Juli 2025 wurde das geländegängige Fahrzeug der Feuerwehr Brey zur Unterstützung einer Personensuche nach Pfaffenheck alarmiert — mit im Boot waren unter anderem die Feuerwehren aus Nörtershausen, Waldesch und Kobern-Gondorf, das DRK, die Polizei, die Notfallseelsorge und die Rettungshundestaffel. Noch während der Anfahrt konnte die gesuchte Person laut Feuerwehr Brey sicher gefunden werden. Auch am 6. Juli 2025 wurde die Staffel bei der Suche nach einem an Demenz erkrankten Mann aus Brey mitalarmiert, der seit drei Stunden vermisst wurde. Die Person konnte in diesem Fall bereits während der Koordination der Suchmaßnahmen an einer Tankstelle in Spay aufgegriffen und sicher nach Hause gebracht werden, sodass der Einsatz für die Hundestaffel noch auf der Anfahrt abgebrochen wurde.
Diese beiden Beispiele zeigen etwas, das man leicht übersieht: Nicht jeder Alarm endet mit einem stundenlangen Sucheinsatz. Manchmal reicht die schnelle Reaktion, manchmal braucht es die Nase eines Hundes über viele Stunden. Und manchmal, wie bei einer Personensuche in Rhens im Februar 2026, ziehen sich die Einsätze über den ganzen Tag. Dort wurde ein 89-jähriger Mann seit den frühen Morgenstunden vermisst, die Feuerwehr Brey unterstützte gegen 9 Uhr mit ihrem geländegängigen Fahrzeug bei der Suche in den Gemarkungen Rhens und Brey-Siebenborn, bevor sie am frühen Nachmittag aus dem Einsatz herausgelöst wurde.
Was viele nicht wissen: Die Hunde der Staffel sind keine reinen Arbeitstiere, die irgendwo in einer Zwinger-Anlage warten. Wie Merkurist schreibt, leben sie ganz normal bei ihren Hundeführern zu Hause, als Familienmitglieder. Erst wenn der Alarm kommt, wechseln sie in das, was Molkenthin den „Rettungshundemodus“ nennt. Bis ein Hund so weit ist, braucht es allerdings eine lange Ausbildung — für die Flächen- und Trümmersuche dauert sie zwei bis drei Jahre. Eine bestimmte Rasse ist dafür nicht Voraussetzung, wichtiger sind ein guter Charakter, eine feine Nase und Freude an der Arbeit mit Menschen.
Damit diese Fähigkeiten im Ernstfall auch abrufbar sind, trainieren die Teams laut Merkurist praktisch jedes Wochenende, oft sechs Stunden am Stück. Und das alles ehrenamtlich: Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden, ein Gehalt gibt es für die Mitglieder nicht.
Seit knapp 25 Jahren gibt es die Rettungshundestaffel Rhein-Mosel bereits, wie Merkurist berichtet. Um dieses Jubiläum sichtbar zu machen und die eigene Arbeit bekannter zu machen, veranstaltete der Verein am 26. September eine Jubiläumsfeier auf dem Marktplatz in Mayen.
Wer künftig mitverfolgen möchte, wie oft Hilfsorganisationen wie die Rettungshundestaffel in der Region gebraucht werden, findet in den Einsatzberichten örtlicher Feuerwehren — etwa der Freiwilligen Feuerwehr Brey — einen guten Einblick in den Alltag zwischen Türöffnungen, Verkehrsunfällen und eben jenen Personensuchen, bei denen am Ende ein Hund die entscheidende Spur aufnimmt. Vielleicht schaut ihr das nächste Mal, wenn irgendwo im Rhein-Mosel-Gebiet ein Team mit Hund unterwegs ist, mit etwas anderen Augen hin.






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