
20 Jahre Deutsches Flippermuseum in Neuwied: 150 bespielbare Automaten, eine private Sammlung und viel Spielkultur mitten in der Deichstadt.
Manchmal fängt Begeisterung klein an — und wird dann einfach größer und größer. Im Deutschen Flippermuseum in Neuwied kannst du genau das nachspielen, im wahrsten Sinne des Wortes. Seit 20 Jahren öffnet das Museum seine Türen für alle, die Lust auf Nostalgie, Technik und das gute alte Kugelrollen haben. Und das Beste: Nahezu alle der rund 150 Exponate dürfen tatsächlich bespielt werden. Kein Blick hinter Glas, sondern echtes Flippern an Automaten, die teils aus den 1930er-Jahren stammen und bis zu modernen Geräten reichen.
Wer schon mal in der Deichstadt unterwegs war und dachte, Neuwied hätte nur Rhein, Deich und Geschichte zu bieten — der hat eine Sammlung übersehen, die bundesweit ihresgleichen sucht.
Die Geschichte des Museums beginnt, wie das oft bei großen Sammlungen der Fall ist, ziemlich unscheinbar. Axel Hillenbrand, heute Vereinsvorsitzender, kaufte sich nach seiner Diplomarbeit über die Science-Fiction-Reihe einen „Star Trek: The Next Generation“-Flipper. Dabei blieb es nicht. Mit der Zeit standen sechs Flipper in seiner Wohnung, weitere 20 wanderten in den Keller. Spätestens da war klar: Diese Sammlung gehört nicht in ein Privathaus, sondern dorthin, wo andere Menschen sie erleben können.
Gemeinsam mit Harald Fleischhauer entwickelte Hillenbrand die Idee, die Automaten öffentlich zugänglich zu machen. 2006 öffnete das Deutsche Flippermuseum schließlich seine Türen — und aus einer privaten Leidenschaft wurde ein Stück Spielkultur, das bis heute Besucherinnen und Besucher anzieht.
Anlässlich des 20-jährigen Bestehens besuchte Oberbürgermeister Jan Einig das Museum und gratulierte Hillenbrand persönlich, wie die Stadt Neuwied mitteilt. „Das Flippermuseum zeigt, was entstehen kann, wenn Menschen ihre Begeisterung mit anderen teilen. Der Verein bewahrt hier ein Stück Spiel- und Popkultur und erhält es zugleich für alle Generationen am Leben. Es ist toll, dass mitten in unserer Stadt eine solche Sammlung zuhause ist“, wird Einig zitiert.
Er dankte Hillenbrand und den Mitgliedern des Vereins für ihren langjährigen Einsatz und wünschte dem Museum weiterhin viele Gäste sowie Freude an der schnellen Kugel. Auch der NR-Kurier berichtete über den Besuch und ordnete das Jubiläum in die lange Geschichte der Sammlung ein.
Flipperautomaten haben etwas Zeitloses. Das Klackern der Kugel, das Aufleuchten der Lämpchen, dieser kurze Moment der Konzentration, bevor man wieder den Flipper-Hebel drückt — das kennt fast jeder noch aus Kindertagen, aus der Eisdiele um die Ecke oder vom Spielsalon im Nachbarort. Was in Neuwied entstanden ist, hält diese Erinnerung lebendig und macht sie gleichzeitig für neue Generationen erfahrbar. Ein Museum, in dem man nicht nur schauen, sondern auch spielen darf — das ist selten, und genau das macht die Deichstadt an dieser Stelle zu einem kleinen Unikat in der Region.
Zwischen Rhein und Deich gibt es eben nicht nur Spaziergänge und Blick aufs Wasser. Manchmal liegt die Geschichte auch in einem Raum voller Automaten, die seit Jahrzehnten dieselbe Frage stellen: Schaffst du die nächste Runde?
20 Jahre Flippermuseum heißt 20 Jahre ehrenamtliches Engagement, Sammelleidenschaft und das stille Bewahren eines Stücks Popkultur, das anderswo längst verschrottet worden wäre. Wer das nächste Mal durch Neuwied läuft, hat vielleicht Lust, selbst einen Blick hineinzuwerfen — und herauszufinden, wie sich ein Flipper aus den 1930er-Jahren eigentlich anfühlt, wenn man ihn tatsächlich spielt.






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