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„Ich bin behindert, aber man sieht es mir nicht an“ – Abiturientin Hermine spricht offen über Autismus

Abiturientin Hermine aus Landau spricht offen über ihr Leben mit Autismus – zwischen Überforderung und Ausgrenzung.

Redaktion
·
29. Juli 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 2 Wochen

Willkommen zuhause – ein Thema, das uns alle angeht

Manche Geschichten berühren uns tief – und diese hier ist eine davon. Hermine, eine Abiturientin aus der Region Landau, hat den Mut gefunden, offen über ihr Leben mit Autismus zu sprechen. Über Überforderung im Schulalltag, über das Gefühl der Ausgrenzung, aber auch über das, was ihr wirklich geholfen hat. Ihre Geschichte zeigt: Hinsehen, Zuhören und Unterstützen kann einen riesigen Unterschied machen.1

„Ich bin behindert, aber man sieht es mir nicht an“

Dieser Satz von Hermine trifft einen Nerv. Denn genau das ist eine der größten Herausforderungen, mit denen Menschen mit Autismus täglich umgehen: Die Behinderung ist unsichtbar – und wird deshalb von vielen schlicht nicht wahrgenommen oder ernst genommen.1

Bereits in ihrer Grundschulzeit wurde Hermine von psychiatrischen Fachärzten untersucht. Die Diagnose: Autismus. Doch was bedeutet das eigentlich? Autismus ist keine Krankheit oder Störung im engeren Sinne. Es ist vielmehr eine besondere Art, die Umgebung wahrzunehmen und Sinnesreize, Informationen sowie Emotionen zu verarbeiten.1 Für Hermine bedeutete das: Vieles, was für andere selbstverständlich wirkt – ein normaler Schultag, das Miteinander in der Klasse, der Lärm in der Pause – konnte für sie zur echten Belastungsprobe werden.

Zwischen Überforderung und Ausgrenzung: Der Schulalltag mit Autismus

Schule kann ein Ort der Freude sein – aber auch ein Ort, der sich manchmal anfühlt wie ein dauerhafter Ausnahmezustand. Für Hermine war der Schulalltag über weite Strecken genau das: ein ständiges Navigieren zwischen Reizüberflutung, sozialen Anforderungen und dem Wunsch, dazuzugehören.1

Kinder und Jugendliche mit Autismus nehmen ihre Umwelt oft intensiver wahr als andere. Geräusche, Licht, soziale Interaktionen – all das kann in Summe zu einer Überforderung führen, die von außen kaum sichtbar ist. Hinzu kommt das Gefühl der Ausgrenzung: Wer anders reagiert, anders kommuniziert oder andere Bedürfnisse hat, findet in Gruppen nicht immer seinen Platz. Hermine kennt dieses Gefühl nur zu gut.

Die Schulassistenz: Ein unverzichtbarer Anker

Dass Hermine trotz all dieser Hürden ihren Weg bis zum Abitur gegangen ist, hat auch mit einer wichtigen Person zu tun: ihrer Schulassistenz Doreen Burckhart. Als Inklusionsbegleiterin der Caritas war sie an Hermines Seite – auch bei der Vorbereitung auf das Abitur.1

Für Hermine war diese Unterstützung nicht nur hilfreich, sie war unverzichtbar. Eine Schulassistenz kann im Schulalltag vieles auffangen: Sie hilft dabei, den Überblick zu behalten, gibt Orientierung in unübersichtlichen Situationen und ist einfach da – als verlässlicher Anker in einem oft stürmischen Alltag. Das klingt nach einer kleinen Geste, macht aber einen gewaltigen Unterschied.

Mut zur Offenheit: Warum Hermines Geschichte wichtig ist

Es ist nicht selbstverständlich, so offen über eine unsichtbare Behinderung zu sprechen – erst recht nicht als junger Mensch, der sich gerade auf einen der wichtigsten Abschlüsse seines Lebens vorbereitet. Hermine tut es trotzdem, und dafür verdient sie großen Respekt.1

Denn Geschichten wie ihre sind wichtig. Sie schaffen Verständnis – bei Mitschülerinnen und Mitschülern, bei Lehrkräften, bei Eltern und in der ganzen Gesellschaft. Sie zeigen, dass Inklusion kein leeres Schlagwort ist, sondern gelebter Alltag sein kann und muss. Und sie machen Mut: für alle jungen Menschen, die mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen und sich vielleicht noch nicht trauen, darüber zu reden.

Autismus verstehen – ein erster Schritt

Autismus ist keine Krankheit. Es ist eine andere Art, die Welt zu erleben. Wer das versteht, kann auch besser unterstützen, begleiten und Brücken bauen – im Schulalltag, im Beruf, im sozialen Miteinander.1 Hermine hat mit ihrem Mut ein Zeichen gesetzt. Jetzt liegt es an uns allen, hinzuhören.

Hier bei Antenne Pfalz sind wir überzeugt: Eine starke Region entsteht dann, wenn wir füreinander da sind – die Wacher Macher für die Menschen hier vor Ort, durch den Tag! Hermines Geschichte erinnert uns daran, wie wichtig Zusammenhalt, Offenheit und echtes Miteinander sind.

Quellen

  1. Rheinpfalz: Zwischen Überforderung und Ausgrenzung – Abiturientin Hermine spricht offen über Autismus


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