
Ab Schuljahr 2026/27 gilt der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Erstklässler. Wie Landau, Ludwigshafen und Limburgerhof in der Pfalz vorbereitet sind…
Ein neues Schuljahr, ein neues Recht: Ab dem Schuljahr 2026/27 haben Erstklässlerinnen und Erstklässler in Deutschland einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen. Das ist eine riesige Chance für Familien in unserer Region – mehr Verlässlichkeit, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mehr Bildungschancen für die Kinder. Aber wie gut sind die Schulen in der Pfalz wirklich vorbereitet? Wir haben uns angeschaut, was in Landau, Ludwigshafen, Limburgerhof und dem Landkreis Bad Dürkheim gerade passiert.1
Die gute Nachricht zuerst: Landau ist vorbereitet. „Die benötigten Plätze für unsere Erstklässlerinnen und Erstklässler sind da“, sagte Schuldezernentin Lena Dürphold (CDU). „Wir starten beim Ganztagsanspruch nicht bei null. Landau hat seine Betreuungsangebote in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut.“ Auch ausreichend Personal sei vorhanden, um das Angebot zum Start stemmen zu können.1
In Landau setzt man auf einen Mix aus unterschiedlichen Betreuungsformen – nicht alle Grundschulen werden zu klassischen Ganztagsschulen umgewandelt. Es gibt auch Horte. Insgesamt stehen für die 2.030 Grundschülerinnen und Grundschüler an den Regelschulen 1.418 Betreuungsplätze zur Verfügung.1
Dürphold betont aber auch, dass es mit dem Start allein nicht getan ist. Denn der Rechtsanspruch wächst: Er startet mit Klassenstufe eins und weitet sich jährlich um eine Stufe aus – bis er im Schuljahr 2029/2030 alle vier Grundschuljahre umfasst. Deshalb brauche es laut der Schuldezernentin langfristig „dauerhaft genügend Fachkräfte und eine verlässliche Finanzierung durch Bund und Land“.1
Auch in Ludwigshafen setzt man auf einen Angebotsmix. Eltern können dort zwischen drei Varianten wählen: der Ganztagsgrundschule (GTSA), der Betreuenden Grundschule (BGS bzw. BGS Plus) und der Kindertagesstättenbetreuung im Hort. Die Betreuung der Erstklässler ist dabei ganztags von 7 bis 16 Uhr gesichert.1
Einen wichtigen Unterschied gibt es aber beim Thema Kosten: Nur die reinen Ganztagsschulen sind kostenlos. Für alle anderen Angebote müssen Familien zahlen – und die Kosten unterscheiden sich je nach Ort. Auch bei Hausaufgabenbetreuung und Mittagessen gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Angeboten. Und: Der Rechtsanspruch gilt übrigens auch in den Schulferien.1
Für die Familien in Ludwigshafen bringe das Ganztagsangebot laut Stadt „mehr Verlässlichkeit, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie bessere Bildungs- und Teilhabechancen für die Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft“.1
Das Bildungsministerium Rheinland-Pfalz gibt Entwarnung: Landesweit bieten ab diesem Schuljahr rund 1.300 Schulen Ganztagsangebote an. Jedes Kind, das einen Ganztagsplatz nutzen möchte, könne in Rheinland-Pfalz ein entsprechendes Angebot erhalten.1
Manchmal braucht es eben originelle Ideen, um Dinge zu stemmen – und Limburgerhof macht das vor. Die Gemeinde mit knapp 12.000 Einwohnern bietet Ganztagsbetreuung an zwei Grundschulen an: der Carl-Bosch-Schule und der Domholzschule.1
Die Domholzschule in Limburgerhof-Nord hat bereits seit 20 Jahren eine Mensa. Die Carl-Bosch-Schule hingegen noch nicht. Ein Erweiterungsbau ist geplant, der neben einer neuen Mensa auch mehr Klassenräume bringen soll. Bis der fertig ist, gibt es eine pragmatische Zwischenlösung: Das Mittagessen für die Grundschüler der Carl-Bosch-Schule wird im Vereinsheim der TG Limburgerhof serviert. Die Ganztagsbetreuung kostet dort laut Amtsblatt monatlich 65 Euro.1
Nicht überall läuft es rund. Im Landkreis Bad Dürkheim ist die Lage eine andere: Die Nachfrage nach Betreuungsangeboten für Erstklässler ist dort so gering, dass es laut Kreis „fraglich ist, ob das eine oder andere Angebot überhaupt stattfinden kann“.1
Das zeigt: Der Rechtsanspruch ist das eine – die tatsächliche Nachfrage vor Ort das andere. Nicht überall rennen Eltern den Betreuungsplätzen die Tür ein.
Insgesamt zeigt sich: Die Region ist auf einem guten Weg. Viele Kommunen und Kreisverwaltungen in der Pfalz hatten Anfang des Jahres noch angegeben, mit dem Rechtsanspruch überfordert zu sein. Doch inzwischen haben die meisten Lösungen gefunden – mal klassisch, mal kreativ wie in Limburgerhof.1
Was bleibt, ist der Blick nach vorne: Der Anspruch wächst jährlich um eine Klassenstufe. Bis 2029/2030 müssen alle vier Grundschuljahre abgedeckt sein. Das ist eine echte Herausforderung – für Kommunen, für Schulen und für die Politik. Aber die Region zeigt: Es geht, wenn man es anpackt. Und das ist doch eine gute Nachricht für alle Familien hier bei uns.






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